14.09.2021 | Sachsen-Anhalt am Morgen Sachsen-Anhalt bereitet 2G-Regel noch für diese Woche vor

MDR SACHSEN-ANHALT Autor Reporter Radio Online André Plaul
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Junge Leute sitzen am Tresen und feiern mit alkoholischen Getränken.
Gemeinsam ausgehen: In Sachsen-Anhalt sollen Gaststätten künftig entscheiden können, ob sie nur noch Genesenen und Geimpften Zutritt gewähren. Bildrechte: Colourbox.de

Sachsen-Anhalt am Dienstagmorgen: Die Weichen für den Corona-Herbst werden gestellt. Während deutschlandweit noch einmal groß für Schutzimpfungen geworben wird, um die vierte Welle mit einer höheren Impfquote abzufedern – da legt Sachsen-Anhalt heute schon die Regeln der kommenden Wochen vor. Eine neue Corona-Landesverordnung soll auch hierzulande 2G für Gastronomen und Veranstalter als Option zur Verfügung stehen. Dabei hätten nur noch Geimpfte oder Genesene Zutritt. Das ist gleich unser Top-Thema. Ich bin André Plaul – und hier ist Ihr Morgen-Update.

Neben einer Grafik mit der Aufschrift -Thema des Morgens- ist die Zeichnung einer Kaffeetasse zu sehen.
Bildrechte: MDR/Maximilian Schörm

Top-Thema: 2G-Regel kommt bis zum Wochenende


Zutritt nur noch für Geimpfte oder Genesene: Diese Regelung soll für Gastronomen und Veranstalter in Sachsen-Anhalt in Kürze möglich sein. Heute Nachmittag werden die Eckpunkte der nächsten Corona-Landesverordnung vorgestellt. Die derzeit geltenden Regeln (Vierte Änderung der 14. Corona-Eindämmungsverordnung) laufen spätestens übermorgen aus.

Was würde eine 2G-Klausel bedeuten? – Bei 2G entfallen Abstandsregeln und Obergrenzen bei der Gäste-Zahl. Ein Ministeriumssprecher erklärte, mit der 2G-Regel würden die Rechte der Gastronomen nicht beschnitten. Sie könnten selbst entscheiden, ob sie weiter das 3G-Modell nutzen wollen. Somit könnten auch künftig neben Genesenen und Geimpften auch Menschen mit einem aktuellen negativen Corona-Test Zutritt zu Veranstaltungen oder Gasthäusern bekommen. Eine Pflicht zu 2G soll es nicht geben.

In Hamburg kann das 2G-Modell seit dem 28. August angewendet werden. Veranstalter müssen sich dafür registrieren. In Restaurants und Gaststätten gelten dort folgende Regeln:

2G in Hamburg – die Regeln im Detail: - Verzicht auf das Abstandsgebot
- Verzicht auf Kapazitätsbegrenzungen
- Es darf im Stehen verzehrt werden.
- Tische und Stühle können beliebig platziert werden.
- Shishas dürfen auch in geschlossenen Räumen genutzt werden.
- Die Sperrstunde entfällt.
- Aufhebung der Testpflicht
- Tanzen ist auch in geschlossenen Räumen möglich
- Maskenpflicht in Innenräumen gilt weiter, aber nicht am Sitz- oder Stehplatz

Welche Erfahrungen hat Hamburg gemacht? – Bis zum Wochenende haben sich in Hamburg 583 Betriebe, überwiegend im Zentrum, mit 2G-Angeboten registriert. Dazu kommen 248 Veranstaltungen. Der Hotel- und Gaststättenverband e.V. (Dehoga) bewertet die 2G-Regel unterschiedlich. Dem Hamburger Abendblatt (€) sagte der Dehoga-Präsident, die 2G-Regel sei "genau richtig". Der Vize-Präsident wird mit den Worten zitiert, dass die bisherigen Anmeldedaten wenig aussagekräftig seien. Viele Betriebe setzten auf Mischformen.

Was sagen die Betriebe in Sachsen-Anhalt? – Der Dehoga-Präsident in Sachsen-Anhalt, Michael Schmidt, befürwortet eine Fortführung der 3G-Regel, auch in den Wintermonaten. Schmidt sagte MDR SACHSEN-ANHALT, der Wunsch sei, nicht wieder in einen Lockdown zu kommen. Die Gastronomie dürfe auch nicht zum Instrument der Politik werden, "um letztlich einzelne Personen auszuschließen".

Die DEHOGA hat natürlich den großen Wunsch, … dass wir natürlich nicht das Instrument der Politik sind, um letztendlich einzelne Personen auszuschließen, das durchzusetzen. Das wäre ja der Fall, wenn man eine 2G-Regel macht und damit im Prinzip eine Klassengesellschaft einführen würde.

Michael Schmidt, Dehoga-Präsident in Sachsen-Anhalt

Was bringt die neue Corona-Landesverordnung noch? – Laut Gesundheitsministerium soll mit der fünften Änderungsverordnung auch ein Ende der Lohnfortzahlung für Ungeimpfte in Quarantäne in Kraft treten. Nicht geimpfte Menschen sollen dann keinen Anspruch mehr auf eine Entschädigung haben, wenn sie in Corona-Quarantäne müssen. Ausgenommen sind diejenigen, bei denen eine Impfung aus medizinischen Gründen nicht möglich ist.

Neben einer Grafik mit der Aufschrift -Das Video des Morgens- ist die Zeichnung eines Monitors mit einem Start-Button zu sehen.
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Video des Morgens: Räder nach Maß aus der Altmark

Mit dem Fahrrad um den Arendsee – das ist das Wochenziel meines Kollegen Stefan Hellem. Für die 10 Kilometer lange Rundtour hat er sich zunächst ein Fahrrad besorgt. In Binde ist er fündig geworden. Hier werden Räder nach Maß gefertigt, mit viel Geduld. Im folgenden Video wird außerdem erklärt, wie die korrekte Sitzhaltung auf dem Fahrrad aussieht. Hätten Sie es gewusst?

PS: Unter diesem Link finden Sie eine Übersicht der Radwanderwege rund um Arendsee.

Neben einer Grafik mit der Aufschrift -Die Medienschau- ist die Zeichnung einer Tageszeitung zu sehen.
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Medienschau: Das schreiben die Anderen

  • "Kuschel-Bündnis steht", titelt die Volksstimme am Dienstag – und meint damit die gestrige Unterzeichnung des Koalitionsvertrags von CDU, SPD und FDP. Diese sei ausgesprochen harmonisch verlaufen. "Das wird nicht immer so bleiben", prognostiziert der dazugehörige Kommentar.
  • "Mehr falsche Inkasso-Briefe", warnt die Mitteldeutsche Zeitung. Allein im August habe das Landeskriminalamt 144 angezeigte Betrugsversuche durch falsche Geldeintreiber festgestellt – doppelt so viele wie im Juli.

Neben einer Grafik mit der Aufschrift -Tipp am Morgen- ist die Zeichnung eines Fingers zu sehen, der auf ein Smartphone zeigt.
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Tipp: Wer will, wer will, wer hat noch nicht?

59,1 Prozent aller Sachsen-Anhalterinnen und Sachsen-Anhalter sind bis jetzt vollständig geimpft. Der Bundesschnitt liegt bei 62,2 Prozent. Benötigt werden laut Experten aber 75 Prozent, um die vierte Corona-Welle noch abzuflachen. Dass dieser Wert abzüglich Verweigerer und medizinisch Ausgeschlossener locker erreicht werden kann, hat der Virologe Alexander Kukulé vergangene Woche im MDR-Podcast vorgerechnet.

Um den Weg zur Corona-Impfung zu vereinfachen, hat gestern eine bundesweite Aktionswoche begonnen. Ziel ist es, niederschwelligen Angebote zu machen – also ohne Termin und ohne weite Wege.

Auf der Webseite des Bundes-Gesundheitsministeriums ist zwar keine einzige Maßnahme aus Sachsen-Anhalt verzeichnet, beim Gesundheitsministerium in Magdeburg gibt es aber eine Übersicht zu den terminfreien Impfgelegenheiten in allen Landkreisen.

Neben einer Grafik mit der Aufschrift -Was außerdem wichtig wird- ist die Zeichnung einer Person zu sehen, die durch ein Fernglas sieht.
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Das bringt der Tag

  • ⚖️ Justiz: Im Prozess um den Tod eines Hoteliers aus Osterweddingen im Oktober 2020 wird heute ab 09.30 Uhr am Landgericht Magdeburg das Urteil erwartet. In ihrem Plädoyer forderte die Staatsanwaltschaft für die 21 und 22 Jahre alten Angeklagten wegen gemeinschaftlichen Totschlags jeweils eine Jugend- beziehungsweise Freiheitsstrafe von acht Jahren und zusätzlich die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt.
  • 🚧 Verkehr: Auf den beiden Innenstadt-Magistralen Magdeburgs, dem Breiten Weg und der Otto-von-Guericke-Straße, kommt es ab heute zu Behinderungen. Bis Donnerstag werden auf den Fahrspuren sogenannte Berliner Kissen installiert – also Bremsschwellen gegen Raser.
  • 👩‍🏫 Schule: Um 10 Uhr wird die neu sanierte Außenstelle der Merseburger Sekundarschule "Johann Wolfgang von Goethe" eingeweiht. Alle Räume sind mit WLAN, Beamer oder interaktiven Tafeln nun fit für den digitalen Unterricht.
  • 💉 Politik (I): Die Landesregierung Sachsen-Anhalts tagt heute zum letzten Mal in ihrer bisherigen Zusammensetzung. Wie zum Anfang erklärt, werden nach 14 Uhr die Eckpunkte der nächsten Corona-Landesverordnung vorgestellt.
  • 🛠️ Politik (II): Nach einer Landesvorstandssitzung am späten Nachmittag will sich die CDU Sachsen-Anhalt heute äußern, wie welche der künftigen Ministerposten besetzt werden.

Und noch ein persönlicher Termin: Vergessen Sie nicht, den schönen Spätsommer zu genießen. Haben Sie einen tollen Dienstag. Bis morgen Früh. Ahoj!

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Quelle: MDR SACHSEN-ANHALT

60 Kommentare

Lavendel vor 1 Wochen

@Rain Man

Wo sehen sie eine Diskriminierung Ungimpfter, wenn eine gemäß Grundgesetz zulässige Grundrechtseinschränkung zielgerichtet, statt mit der Gießkanne angewendet wird?

Ziel der Einschränkungen ist es eine Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern. Ein milder Krankheitsverlauf, wie er bei Geimpften wahrscheinlich ist, belastet das Gesundheitssystem nicht über Gebühr. Anders sieht es bei den Ungeimpften aus, die 95% der Coronapatienten im Krankenhaus ausmachen.

Simone vor 1 Wochen

@Gernot
Was stört sie an meinen Beiträgen, dass sie sich über mich hier beschweren und mich als Oberlehrer bezeichnen? Eine Diskussion lebt eben davon, dass nicht nur einer lautstark seine Thesen heraus posaunt, sondern dass andere darauf antworten und diese eventuell argumentativ widerlegen. Tut mir sehr leid, wenn meine Beiträge da ihr einheitliches Weltbild ankratzen, dass in ihrer Filterblase wohl ansonsten unwidersprochen ist. Weiter unten versteigen sie sich ja dazu u.a. mir zu unterstellen, dass ich der Meinung des Volkes widerspreche, so als ob diese einheitlich zu benennen sei. Im allgemeinen nehmen ja nur die blaubraunen Volksversteher immer für sich in Anspruch zu wissen, was das Volk angeblich will.

Zu 2-G darf jeder seine Meinung äußern wie er will. Wenn aber faktische Lügen verbreitet werden, dann muss man widersprechen. Gleiches gilt, wenn offensichtliche Dummheiten von sich gegeben werden, die man leicht argumentativ entkräften kann.

Simone vor 1 Wochen

@Rain Man

Machen sie sich lieber einmal mit dem Grundgesetz und seiner Auslegung durch das BVerfG vertraut.

Dass Grundrechte aufgrund von Gesetzen eingeschränkt werden können ist unbestritten. Die Rechtssprechung zu Corona hat jedoch auch aufgezeigt, dass bei einer wegfallenden Begründung für die Beschränkungen diese aufzuheben sind.

Bei Geimpften fehlt die Begründung Grundrechte einzuschränken im Fall der Pandemie, denn belasten das Gesundheitssystem nicht mehr mit schweren Erkrankungsformen. Ungeimpfte belasten das Gesundheitssystem und hier besonders die Intensivkapazitäten so stark, dass es für die Gesellschaft bedrohlich werden kann. Deshalb gibt es für diese Gruppe eben weiterhin Beschränkungen und das zu recht.

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