23.09.2021 | Sachsen-Anhalt am Morgen Tanken so teuer wie seit Jahren nicht: Große Preis-Unterschiede in Sachsen-Anhalt

Luca Deutschländer
Bildrechte: MDR/Jörn Rettig

Sachsen-Anhalt am Donnerstagmorgen: Wer tankt, greift aktuell tief in die Tasche. Denn Sprit ist so teuer wie seit acht Jahren nicht mehr. In unserem Top-Thema schauen wir gleich auf die Ursachen – und auf teils beträchtliche Preis-Unterschiede, die es in Sachsen-Anhalt gibt. Außerdem: In Magdeburg gibt es seit gestern Nachmittag großflächig Probleme mit dem Internet. Tausende Kundinnen und Kunden waren zeitweise vom Netz abgeschnitten. Ich bin Luca Deutschländer – und hier kommt Ihr Morgen-Update.


Neben einer Grafik mit der Aufschrift -Thema des Morgens- ist die Zeichnung einer Kaffeetasse zu sehen.
Bildrechte: MDR/Maximilian Schörm

Sachsen-Anhalt am Morgen: Das Thema des Morgens

Sachsen-Anhalt am Morgen: Das Thema des Morgens

Benzin und Diesel so teuer wie lange nicht – Preis-Unterschiede in Sachsen-Anhalt groß

Pendlerinnen und Pendler wissen schon seit Monaten: Die Spritpreise kennen seit geraumer Zeit nur einen Weg – und zwar den nach oben. Das untermauert jetzt eine Statistik des ADAC. Danach ist Tanken so teuer wie seit acht Jahren nicht. Wie der ADAC mitteilte, kostete der Liter Superbenzin der Sorte E10 zuletzt 1,57 Euro pro Liter. Letztmals sei Benzin im Jahr 2013 so teuer gewesen. Kaum günstiger kommen diejenigen weg, die Diesel fahren: Vorigen Sonntag, dem Stichtag der Erhebung, kostete der Liter im bundesweiten Durchschnitt 1,42 Euro – der höchste Preis seit 2018.

Wer einen genaueren Blick auf die Preise wirft, stellt fest: In Sachsen-Anhalt sind die regionalen Unterschiede mitunter ziemlich groß. Für heute Morgen etwa – Stichzeit 6 Uhr – wird der günstigste Preis für einen Liter Diesel in Magdeburg mit 1,33 Euro angegeben. In Dessau-Roßlau waren es ganze 8 Cent mehr. Hier kostete der Liter heute früh 1,41 Euro. In Burg im Jerichower Land kostete der Liter Diesel gestern nach Beobachtungen einer MDR-Reporterin satte 1,50 Euro. Bei Super ist die Lage ganz ähnlich, allerdings mit weniger großen Unterschieden. In Halle und Umgebung gibt es den günstigsten Liter für 1,60 Euro, in und um Aschersleben für 1,63 Euro. Das zeigen Daten des ADAC.

Tanken
Seit einem Tiefststand im Herbst 2020 gehen die Spritpreise wieder nach oben. (Symbolbild) Bildrechte: Colourbox.de

Spannend in diesem Zusammenhang ist die Frage der langfristigen Entwicklung. Womöglich erinnern Sie sich noch an den Beginn der Corona-Krise, als die Spritpreise regelrecht in den Keller gefallen waren und der Liter Diesel für weniger als einen Euro zu bekommen war. Seit dem Tiefststand im Herbst 2020 geht es aber auch hier bergauf: Diesel hat sich im Schnitt um rund 40 Cent verteuert, E10 sogar um 45 Cent.

Hermann-Josef Tenhagen 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Doch was sind die Ursachen für die hohen Preise? Laut ADAC gibt es vor allem zwei Gründe. Rohöl ist aktuell anhaltend teuer. Außerdem steigt jetzt, da der Winter naht, die Nachfrage nach Heizöl. Auch das treibe die Preise für Sprit in die Höhe, hieß es. Eine Rolle spielt aber auch der CO2-Preis.

Tipps des ADAC: So tanken Sie günstig

Um den niedrigsten Spritpreis zu erwischen, empfiehlt der ADAC, vor dem Tanken Spritpreise zu vergleichen. Dabei helfen zahlreiche Apps und Websites. An teureren Tankstellen sollen Autofahrerinnen und Autofahrer demnach am besten vorbeifahren. Eine Rolle spielt auch die Uhrzeit. Einer aktuellen ADAC-Studie zufolge sind die Preise in der Regel zwischen 18 Uhr und 19 Uhr sowie zwischen 20 Uhr und 22 Uhr am günstigsten.

Wir nehmen also mit: Die Handy-App kann hilfreich sein, um wenigstens etwas günstiger zu tanken. Dass der Preis generell so hoch ist, dagegen können Verbraucher leider nichts unternehmen. Ähnlich hilflos sind Tausende Kundinnen und Kunden, die in Magdeburg seit gestern Nachmittag über massive Internet-Ausfälle klagen. Zwar teilte das Unternehmen MDCC am Abend mit, eine Verbindung stehe wieder. Mehrere Userinnen und User berichteten bei Facebook aber, dass ihr Internet auch weiterhin streikte. Ursache für den Ausfall ist nach Angaben der MDCC ein Kabelschaden außerhalb von Magdeburg.

In unserem Update am Donnerstagmorgen schauen wir heute außerdem auf die Tücken sogenannter Pilz-Apps. Außerdem werfen wir einen Blick nach Oschersleben. Dort wird nach der Sanierung heute der alte Bahnhof eingeweiht.


Neben einer Grafik mit der Aufschrift -Das Video des Morgens- ist die Zeichnung eines Monitors mit einem Start-Button zu sehen.
Bildrechte: MDR/Maximilian Schörm

Sachsen-Anhalt am Morgen: Das Video des Morgens

Sachsen-Anhalt am Morgen: Das Video des Morgens

Video: Warum Pilz-Apps gefährlich sein können

Wir sind mitten im Herbst – der Jahreszeit der Pilze. Und wir alle wissen von klein auf: Manche Pilze sind giftig. Gut also, dass es inzwischen Apps gibt, die Pilzsammlern helfen zu identifizieren, was sie da gerade im Wald gefunden haben. Allerdings ist Vorsicht angesagt: Erst vor wenigen Wochen warnten Verbraucherschützer vor diesen Apps – und vor allem davor, sich blind auf sie zu verlassen.

Unsere Reporterin Anja Nititzki hat das zum Anlass für einen Test genommen und ist mit Pilzberater Gerhard Niechziol in einen Wald bei Petersroda gefahren. Ergebnis: Die App schlägt oft mehrere mögliche Pilze vor. Das kann gefährlich sein, wenn ein giftiger darunter ist. Die Apps erkennen nur bedingt richtig, was da gerade fotografiert worden ist. Der Experte meint:

Wer keine Ahnung hat, in den Wald geht und versucht, damit Pilze zu sammeln, der ist schlecht beraten.

Gerhard Niechziol Pilzberater

Neben einer Grafik mit der Aufschrift -#MDRklärt, Schlauer in einer Minute- ist die Zeichnung eines Luftstoßes zu sehen, der aus einem gezeichneten Kopf ausstößt.
Bildrechte: MDR/Maximilian Schörm

Sachsen-Anhalt am Morgen: #MDRklärt - Schlauer in einer Minute

Sachsen-Anhalt am Morgen: #MDRklärt - Schlauer in einer Minute

#MDRklärt: Woher Parteien das Geld für ihren Wahlkampf bekommen

In drei Tagen wählen die Deutschen einen neuen Bundestag. Kurz darauf werden Hunderttausende Wahlplakate, mit denen unsere Städte derzeit zugekleistert sind, wieder verschwinden. Parteien werben aber längst nicht mehr nur mit Plakaten: Zum Wahlkampf gehören auch Kampagnen in den sozialen Netzwerken, Diskussionsrunden, Flyer. All das kostet Geld – und das muss irgendwo her kommen. Die wichtigste Einnahmequellen für Parteien ist dabei neben Mitgliedsbeiträgen und Spenden die sogenannte staatliche Parteienfinanzierung. Aus ihr werden in diesem Jahr rund 200 Millionen Euro an die Parteien ausgeschüttet.

Wer bekommt wie viel? Zwei Beispiele:

Kugelschreiber der groߟen Parteien, Bundestagswahl 2017
Wahlkampf kostet – nicht nur wegen wegen der klassischen Kugelschreiber, die am Wahlkampfstand verteilt werden. (Symbolbild) Bildrechte: imago/Christian Ohde

  • Die SPD hat bei vielen Wahlen der vergangenen Jahre Stimmen eingebüßt. Deshalb bekommt sie weniger Geld aus der Parteienfinanzierung als noch beim Wahlkampf 2017. Damals gaben die Sozialdemokraten 24 Millionen Euro für ihren Wahlkampf aus, dieses Mal sind es 15 Millionen Euro.
  • Umgekehrt die Grünen: Die haben bei vielen Wahlen zugelegt – und das steigert auch den Etat für den Wahlkampf. Vor vier Jahren gab die Partei 5,5 Millionen Euro aus, dieses Mal sind es 12,5 Millionen Euro.

Grund ist eine einfache Rechnung: Wer bei einer Bundestagswahl mehr als 0,5 Prozent der Wählerstimmen bekommt, bekommt Geld aus der Parteienfinanzierung. Zwischen ein und vier Millionen Stimmen gibt es pro Stimme 1,06 Euro vom Staat, für jede weitere 0,87 Euro. Unser #MDRklärt am Donnerstag:

Eine Collage zeigt die Kandidatin und die Kandidaten zur Bundestagswahl. 3 min
Bildrechte: Umschau
Neben einer Grafik mit der Aufschrift -Die Medienschau- ist die Zeichnung einer Tageszeitung zu sehen.
Bildrechte: MDR/Maximilian Schörm

Sachsen-Anhalt am Morgen: Die Medienschau

Sachsen-Anhalt am Morgen: Die Medienschau

Medienschau: Was andere schreiben

  • "Angst vor steigenden Heizkosten" – die Volksstimme hat angesichts steigender Sprit- und Heizkosten ihre Leserinnen und Leser befragt. In ihrem Aufmacher präsentiert die Zeitung das Ergebnis. Ergebnis: 81 Prozent der Leserinnen und Leser sind ungeachtet des Klimawandels gegen höhere staatliche Abgaben.
  • "Teurer Winter vor der Tür" – auch die Mitteldeutsche Zeitung macht heute mit steigenden Preisen auf (€). Wegen höherer Weltmarktpreise drohen dem Bericht zufolge auch steigende Kosten bei Lebensmitteln und Drogerieprodukten. Jetzt schlagen demnach erste Unternehmen Alarm. Bei noch höheren Gaspreisen lohne sich die Produktion nicht mehr, teilte etwa SKW Piesteritz mit.
  • "Verfassungsschutz soll Polizeianwärter überprüfen" – die Bild-Zeitung hat sich in der Print-Ausgabe ihres Sachsen-Anhalt-Teils mit der suspendierten Bitterfelder Polizistin beschäftigt, die eine Brieffreundschaft mit dem Halle-Attentäter gepflegt haben soll. Die Frau war demnach erst seit einem Jahr im Polizeidienst. Als Reaktion will das Land der Zeitung zufolge Polizeianwärter vor der Einstellung vom Verfassungsschutz überprüfen lassen.


Neben einer Grafik mit der Aufschrift -Tipp am Morgen- ist die Zeichnung eines Fingers zu sehen, der auf ein Smartphone zeigt.
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Sachsen-Anhalt am Morgen: Tipp am Morgen

Sachsen-Anhalt am Morgen: Tipp am Morgen

Tipp: Was der ewige Minister für die Kulturszene tun will

Er wird bald 70 Jahre alt – und hätte sich seinen Ruhestand bestimmt schon verdient. Bei der Bildung von Sachsen-Anhalts neuer Landesregierung war er trotzdem gesetzt, wie man hört. Die Rede ist von Rainer Robra, seit fast 20 Jahren Chef der Staatskanzlei und seit 2016 außerdem Kulturminister von Sachsen-Anhalt. Der CDU-Politiker macht also fünf Jahre weiter – als enger Vertrauter von Ministerpräsident Reiner Haseloff und als Förderer der Kulturszene in Sachsen-Anhalt.

Es ist mir schon wichtig, dass wir in der Fläche präsent sind und nicht nur in den Oberzentren Magdeburg, Halle und Dessau, so wichtig sie als kulturelle Schaufenster des Landes sein mögen.

Rainer Robra (CDU) Kulturminister von Sachsen-Anhalt

Den Kolleginnen und Kollegen von MDR KULTUR hat Rainer Robra nun erzählt, was er sich in den kommenden fünf Jahren politisch vorgenommen hat und wie er dafür sorgen will, dass eben nicht nur Hochkultur in Magdeburg, Halle oder Dessau gefördert wird.

Neben einer Grafik mit der Aufschrift -Was außerdem wichtig wird- ist die Zeichnung einer Person zu sehen, die durch ein Fernglas sieht.
Bildrechte: MDR/Maximilian Schörm

Sachsen-Anhalt am Morgen: Was heute außerdem wichtig wird

Sachsen-Anhalt am Morgen: Was heute außerdem wichtig wird

Was heute außerdem wichtig wird

  • 🚆 Großer Bahnhof: In Oschersleben wird der sanierte alte Bahnhof heute eingeweiht. Gebaut in den Jahren 1842 und 1843, gehört das Bahnhofsgebäude heute zu den ältesten seiner Art in ganz Deutschland. Für die Modernisierung wurden rund 4,5 Millionen Euro investiert. Die Sanierung des Gebäudes ist aber nur ein Teil eines größeren Umbaus: Oschersleben bekommt auch ein ganz neues Bahnhofsumfeld.

  • 💸 Geldsegen: Für die Modernisierung der Arche Nebra stellt das Land Sachsen-Anhalt drei Millionen Euro bereit. Am Vormittag soll der symbolische Förderbescheid überreicht werden. Das 2007 eröffnete Besucherzentrum am Fundort der Himmelsscheibe von Nebra ist in die Jahre gekommen und soll innen wie außen modernisiert werden.

Himmelsscheibe von Nebra 2 min
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MDR JUMP Sa 05.06.2021 09:10Uhr 02:03 min

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  • 🚌 Einsteigen bitte: Weil der Star-Park Halle-Queis wächst, werden auch die Linienbusse in den Gewerbepark immer besser nachgefragt. Ab heute werden deshalb zwei zusätzliche Fahrten vom halleschen Hauptbahnhof zum Star Park und zurück angeboten. Die Busse stellt die Omnibusgesellschaft des Saalekreises.

  • 🏆 Preisgekrönt: Für seine langjährigen Beziehungen in die russische Millionenstadt Ufa wird der Verein "Freunde Baschkortostans" heute in Berlin mit dem Reiner Rabe-Preis ausgezeichnet. Wie die Jury mitteilte, steht der Verein für lebendige Beziehungen in die russische Teilrepublik. So schickt er jährlich Jugendliche aus Halle in die Region, um persönliche Beziehungen zu knüpfen und ein anderes Land und dessen Kultur kennenzulernen. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.


Damit endet unser Morgenüberblick an diesem Donnerstag. Schön, dass Sie dabei waren. Ich wünsche Ihnen einen guten Tag, machen Sie was draus. Morgen früh bringt Sie meine Kollegin Fabienne von der Eltz hier auf den neuesten Stand. Bis bald!

Über Themen aus "Sachsen-Anhalt am Morgen" berichtet MDR SACHSEN-ANHALT... ...im Hörfunk | MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | ab 05:00 Uhr
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Quelle: MDR SACHSEN-ANHALT

10 Kommentare

Thommi Tulpe vor 4 Wochen

Im Endeffekt haben die Grünen die Wahl schon gewonnen, ohne Weltbewegendes dafür getan zu haben. Forderten sie nicht bereits vor "ewiger" Zeit 5 Mark (Euro?) für den Liter Sprit?

Thommi Tulpe vor 4 Wochen

So man das Geld nicht in Urlaub und Kneipen investierte, da es in den Geschäften kaum Kaufenswertes gab und der Uralt-Trabi auf dem Schwarzmarkt doppelt so teuer war als ein Neufahrzeug.

ElBuffo vor 4 Wochen

Vielleicht müsste man außerdem noch erwähnen, dass es gelegentlich gar keinen Sprit gab, Kohlen geschleppt werden mussten oder das Scheißhaus eine Etage tiefer mit den Nachbarn geteilt werden musste und im wahrsten Sinne des Wortes arschkalt war. Achja, Busse und Bahnen fielen durchaus auch damals hin und wieder aus. Gerade wenn der große Bruder wieder mal am Ölhahn gedreht hatte. Und dann noch der Verbrauch, erst recht, wenn man den in Relation zu Masse, Beschleunigung oder Vmax sieht. Spotbillig also heute.

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