24.08.2021 | Sachsen-Anhalt am Morgen Betrug im Netz: Zahl der Fälle in Sachsen-Anhalt sprunghaft gestiegen

Luca Deutschländer
Bildrechte: MDR/Jörn Rettig

Sachsen-Anhalt am Dienstagmorgen: Das Landeskriminalamt ermittelt immer häufiger, weil Betrüger im Internet Daten ausspähen oder abfischen. Nur die Hälfte der Fälle wird für gewöhnlich aufgeklärt. Außerdem Thema: In Halle muss schon wieder eine Weltkriegsbombe entschärft werden – es ist die 15. innerhalb weniger Monate.

Hand einer Person, die auf Laptop schreibt.
Das Landeskriminalamt in Sachsen-Anhalt ermittelt immer häufiger, weil Betrüger im Netz Daten ausspähen oder abfangen. (Symbolbild) Bildrechte: imago/Panthermedia

Guten Morgen, Sachsen-Anhalt!

Die gute Meldung gibt es direkt vorweg: Der Deutsche Wetterdienst hat die Unwetterwarnungen vor starkem Regen in Sachsen-Anhalt aufgehoben. Doch der Dienstag bringt auch eine weniger gute Meldung: Bei der Deutschen Bahn wird noch immer gestreikt, manche Bahnhöfe sind nahezu komplett vom Netz abgeschnitten. Ich bin Luca Deutschländer und begleite Sie in den Dienstag – mit diesen weiteren Themen:

Schön, dass Sie Ihren Tag mit uns beginnen!


Neben einer Grafik mit der Aufschrift -Thema des Morgens- ist die Zeichnung einer Kaffeetasse zu sehen.
Bildrechte: MDR/Maximilian Schörm

Sachsen-Anhalt am Morgen: Das Thema des Morgens

Sachsen-Anhalt am Morgen: Das Thema des Morgens

Betrug im Netz – Daten immer häufiger ausgespäht

In Sachsen-Anhalt ermittelt das Landeskriminalamt (LKA) immer häufiger wegen Betrugsfällen im Internet. Das legen Zahlen nahe, die die Behörde MDR SACHSEN-ANHALT mitgeteilt hat. Demnach stieg die Zahl der Fälle, bei denen Daten ausgespäht oder abgefangen wurden, zuletzt um mehr als ein Drittel. Konkret: Voriges Jahr wurden rund 36 Prozent mehr Fälle bekannt als noch 2019.

Auch wer sich alle Fälle ansieht, die im weitesten Sinne mit Computerbetrug zu tun haben, erkennt eine Steigerung: Die Zahl stieg von 2019 auf 2020 laut LKA um 21 Prozent. Die meisten Fälle wurden demnach im Bereich des Waren- und Warenkreditbetrugs festgestellt. Insgesamt registrierte das LKA voriges Jahr mehr als 11.000 Betrugsfälle im Internet. Der Trend setze sich auch aktuell weiter fort, teilte ein Polizeisprecher mit.

Besonders schlimm: Nur etwa die Hälfte der Fälle kann den Angaben zufolge in der Regel aufgeklärt werden.

Betrugsmasche von "Inkassounternehmen": Strafanzeigen in Salzwedel

Die Polizei warnt indes vor einer weiteren Betrugsmasche von einem angeblichen Inkassounternehmen. Wie die Polizei in Salzwedel mitteilte, wurden gestern zwei Strafanzeigen erstattet. Zwei Frauen hätten per Post eine Zahlungsaufforderung einer "Fordinal Forderungs AG" aus Köln erhalten, hieß es im Polizeibericht. Vor dieser Firma warnt demnach seit einiger Zeit die Verbraucherzentrale. Das genannte Unternehmen existiere nicht. Verbraucher sollten auf solche Schreiben nicht reagieren.

Stempel mit der Aufschrift Inkasso
In Salzwedel haben mindestens zwei Frauen eine Zahlungsaufforderung von einem "Inkassounternehmen" bekommen. Das existiert aber gar nicht. (Symbolbild) Bildrechte: imago/Christian Ohde

Wie Sie sich schützen, damit Ihre Daten erst gar nicht gestohlen werden, zeigen wir Ihnen in unserem Tipp am Morgen.


Neben einer Grafik mit der Aufschrift -Das Video des Morgens- ist die Zeichnung eines Monitors mit einem Start-Button zu sehen.
Bildrechte: MDR/Maximilian Schörm

Sachsen-Anhalt am Morgen: Das Video des Morgens

Sachsen-Anhalt am Morgen: Das Video des Morgens

Video: Tourismus im Harz – das Selketal will zur Marke werden

Wir in Sachsen-Anhalt wissen zwar: Der Harz ist immer einen Ausflug wert. Doch: Nicht überall im Harz ist der Tourismus so weit entwickelt, wie wir das aus Wernigerode oder Quedlinburg kennen. Im Selketal gibt es zum Beispiel Nachholbedarf. Die Aussage stammt nicht von mir, sondern von Autorinnen und Autoren eines Strategiepapiers zum Tourismus im Selketal. Sie bemängeln veraltete Wegweiser, fehlende digitale Kommunikation – und sagen, dass in Ballenstedt, Falkenstein und Harzgerode einfach mehr Potential steckt, als bisher abgerufen wird.

Also wollen die drei Kommunen künftig besser zusammenarbeiten – und das Selketal zu einer Marke machen. Harzgerodes Bürgermeister Marcus Weise (CDU) sagt: "Das Selketal hält unberührte Natur bereit, ist unentdeckt." Aus dem Geheimtipp Selketal soll ein Touristenmagnet werden. Wie das geht? Unter anderem über gemeinsames Marketing.

Mein Kollege Marc Burgemeister hat sich zeigen lassen, wo es Nachholbedarf gibt – und wie der aufgeholt werden soll.


Neben einer Grafik mit der Aufschrift -#MDRklärt, Schlauer in einer Minute- ist die Zeichnung eines Luftstoßes zu sehen, der aus einem gezeichneten Kopf ausstößt.
Bildrechte: MDR/Maximilian Schörm

Sachsen-Anhalt am Morgen: #MDRklärt - Schlauer in einer Minute

Sachsen-Anhalt am Morgen: #MDRklärt - Schlauer in einer Minute

#MDRklärt: Warum die Burg Allstedt ein Fass ohne Boden ist

Etwa 25 Millionen Euro – so viel Geld wird gebraucht, um die Burg in Allstedt im Landkreis Mansfeld-Südharz fertig zu sanieren. Das ist eine Hausnummer. Manche sprechen im Zusammenhang mit dem Sanierungsfall Burg Allstedt schon von einer "Geldvernichtungsmaschine" (hier können Sie die Geschichte hören). Doch was kostet warum so viel Geld, um die Burg wieder auf Vordermann zu bringen?

  • Aktuell wird am Ostgiebel der Burg gebaut. Das Dach wird neu gedeckt, der Dachstuhl erneuert. Außerdem soll der Eingangsbereich barrierefrei werden. Dafür gab es etwa zwei Millionen Euro Fördergeld aus Brüssel.
  • Doch die mittelalterliche Burg- und Schloss-Anlage braucht weitere Hilfe: Es bröckelt an vielen Ecken und Enden. Das Geld für die weitere Sanierung fehlt.
  • Das liegt auch hieran: Die Stadt Allstedt steckt seit Anfang der 1990er jährlich 200.000 Euro in die Bewirtschaftung der Burg. Die Einnahmen liegen aber bei gerade einmal rund 25.000 Euro jährlich.

Warum eine Privatisierung der Burg für die Stadt Allstedt trotzdem nicht infrage kommt, erklärt hier für Sie unser Reporter Theo M. Lies 👇

Neben einer Grafik mit der Aufschrift -Die Medienschau- ist die Zeichnung einer Tageszeitung zu sehen.
Bildrechte: MDR/Maximilian Schörm

Sachsen-Anhalt am Morgen: Die Medienschau

Sachsen-Anhalt am Morgen: Die Medienschau

Medienschau: Was andere schreiben


Neben einer Grafik mit der Aufschrift -Tipp am Morgen- ist die Zeichnung eines Fingers zu sehen, der auf ein Smartphone zeigt.
Bildrechte: MDR/Maximilian Schörm

Sachsen-Anhalt am Morgen: Tipp am Morgen

Sachsen-Anhalt am Morgen: Tipp am Morgen

Tipp: Wie Sie Ihre Daten vor Hackern schützen

Nach dem Hackerangriff auf den Landkreis Anhalt-Bitterfeld machte ein Begriff häufig die Runde: Ransomware. Darunter versteht man, dass Hacker Lösegeld erpressen wollen – mit Daten, die sie zuvor wegen IT-Sicherheitslücken stehlen konnten. Unser Thema des Morgens zeigt, dass das aktueller denn je ist. Nur können solche Angriffe nicht nur Behörden treffen, sondern auch jede und jeden von uns. Also: Was tun? Abgesehen davon, dass Ermittler dazu raten, kein Lösegeld zu zahlen (unter anderem, weil die Daten meist ohnehin verloren sind), sollte die Software auf Ihrem Rechner immer aktuell gehalten und vertrauliche Daten sollten nur verschlüsselt gespeichert werden.

Hilfreich ist auch, Ihre Daten mit einer zweifachen Authentisierung abzusichern. Was ebenfalls schützt, hat Ihnen meine Kollegin Carmen Brehme zusammengefasst. Der Tipp am Morgen 👇

Neben einer Grafik mit der Aufschrift -Was außerdem wichtig wird- ist die Zeichnung einer Person zu sehen, die durch ein Fernglas sieht.
Bildrechte: MDR/Maximilian Schörm

Sachsen-Anhalt am Morgen: Was heute außerdem wichtig wird

Sachsen-Anhalt am Morgen: Was heute außerdem wichtig wird

Was heute außerdem wichtig wird

#MDRklärt Halle-Silberhöhe: So werden Bomben aufgespürt

Halle-Silberhöhe: So werden Bomben aufgespürt
Bildrechte: MDR/Cornelia Müller/IMAGO
Halle-Silberhöhe: So werden Bomben aufgespürt
Bildrechte: MDR/Cornelia Müller/IMAGO
Diese Nachrichten wurde in der letzten Zeit häufiger aus dem Stadtteil Silberhöhe in Halle gemeldet. 14 Weltkriegsbomben wurden dort auf der Großbaustelle für das neue HFC-Nachwuchsleistungszentrum gefunden.
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Zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs habe auf dem Gelände eine Flugabwehrkanone (Flak) gestanden. In der näheren Umgebung lag die Kaserne des 33. Flakregiments sowie eine Fabrik für Giftgas und Fahrzeugbau. Damals wichtige Ziele der Alliierten.
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So wird gesucht: Mit einer Fünf-Kanal-Sonde wird auf einer Breite von zwei Metern der Boden gescannt. Das Gerät ist mit GPS ausgestattet, sodass alles georeferenziert werden kann. Sprich: Am Ende entsteht eine digitale Karte, die Anomalien, also Abweichungen, im Boden anzeigt.
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Wird etwas entdeckt, kommt vorsichtig eine Handsonde zum Einsatz. So wird herausgefunden, wie tief der Störkörper im Boden liegt.
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Schließlich wird mit dem Bagger das obere Erdreich abgetragen, bis – 10 bis 30 Zentimeter vor dem Körper – zum Spaten gegriffen wird.
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Ob wirklich eine Bombe im Boden liegt, kann das Gerät aber leider nicht genau erkennen. Es muss so erstmal jeder Störkörper freigelegt werden. Auch wenn es nur ein Stück rostiges Metall ist.
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 Erst wenn ein Kampfmittel ausgemacht wurde, kommt der staatliche Kampfmittelbeseitigungsdienst zum Entschärfen ins Spiel.
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Texttafel: "Mehr Erklärgrafiken und -videos auf Instagram @mdrklaert"
MDR/Maximilian Fürstenberg
Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE 12. August 2021 | 19:00 Uhr
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  • 🍷 Wie wird die Weinernte rund um Freyburg? Das soll ab heute die sogenannte Bonitur klären. Dabei begutachten Weinexperten jeden Weinberg der Freyburger Winzervereinigung. Das ist wichtig, weil bei den Trauben der richtige Zeitpunkt für die Lese abgewartet werden muss. Die Qualität soll am Ende schließlich stimmen. Die Lese selbst wird in diesem Jahr wohl im September beginnen.

  • 🚦 Pendler zwischen Dessau und Magdeburg müssen auf der Bundesstraße 184 ab heute ein paar Minuten mehr einplanen. Zwischen Leitzkau und Prödel wird eine neue Fahrbahndecke aufgetragen, der Verkehr soll per Ampel vorbeigeführt werden. Das Ganze soll eine Woche dauern. Einschränkungen sind ab heute außerdem in der Innenstadt von Bitterfeld möglich: Dort wird der Ratswall zwischen Burgstraße und Walter-Rathenau-Straße voll gesperrt, weil Straßenschäden ausgebessert werden. Autofahrer werden umgeleitet.


Damit sind Sie für heute auf dem neuesten Stand. Wir von MDR SACHSEN-ANHALT halten Sie auch in den kommenden Stunden auf dem Laufenden. Und morgen früh liefert Ihnen an dieser Stelle wieder Mandy Ganske-Zapf alles Wichtige zum Start in den Tag. Ich wünsche einen schönen Dienstag! Machen Sie was draus. 👋

Über Themen aus "Sachsen-Anhalt am Morgen" berichtet MDR SACHSEN-ANHALT... ...im Hörfunk | MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | ab 05:00 Uhr
...im Fernsehen | MDR um 11 | 11:00 Uhr
...im Fernsehen | MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 19:00 Uhr

Quelle: MDR SACHSEN-ANHALT

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