Wohin mit dem Atommüll? Umweltminsterium informiert über Endlager-Suche

In Deutschland läuft die Suche nach einem geeigneten Standort für ein Atommüll-Endlager. Auch Sachsen-Anhalt ist im Gespräch. Über den Stand informiert das Umweltministerium in zwei Videokonferenzen.

Figur des Todes auf Atommüllfässern
Fast ganz Sachsen-Anhalt besitzt Gebiete, die als atomare Endlager in Frage kämen. Bildrechte: imago/anemel

Sachsen-Anhalts Umweltministerium hat auf einer Videokonferenz über den Stand der Atommüll-Endlagersuche in Deutschland informiert. 140 interessierte Bürgerinnen und Bürger haben sich am Dienstagabend daran beteiligt. Auch Kommunalpolitiker und Vertreter der Landkreise aus dem südlichen Sachsen-Anhalt nahmen teil.

Sorge über wenig Widerstand

Nach Informationen von MDR SACHSEN-ANHALT gab es einige Bürger, die befürchten, dass Regionen oder Orte als Endlager ausgewählt werden könnten, in denen wenig Widerstand zu erwarten ist. So wie beispielsweise in Morsleben. Dort lagern rund 37.000 Kubikmeter mit schwach- und mittelstrahlendem Müll.

MDR-SACHSEN-ANHALT Reporter Ulli Wittstock hat die Videokonferenz verfolgt und sagte dazu: "In Morsleben regt sich kaum Unmut. Wenn demonstriert wird, dann kommen die Protestierer aus Niedersachsen". Von Bayern bis zu Nordsee gebe es viele atomkritische Ortsgruppen, in Sachsen-Anhalt keine einzige. Protest gebe es oft erst, wenn die Bagger anrollten.

90 potenzielle Endlagergebiete

Im vergangenen Herbst hatte die Bundesgesellschaft für Endlagerung in einem 400-Seiten-Bericht 90 potentielle Gebiete aufgelistet, die nach geologischen Kriterien in Frage kommen. 23 Teilgebiete liegen in Sachsen-Anhalt. In weiteren Schritten wird es Probebohrungen geben.

Teilgebiete für ein Atommüllendlager in Deutschland mit markierungen in den Farben lila, blau und orange
Der ausführliche Zwischenbericht erläutert auf über 400 Seiten alle möglichen Flächen mit den jeweiligen Beschaffenheiten. Bildrechte: GDI-TH, Esri, HERE, Garmin, FAO, NOAA, USGS

Erst 2031 soll der Bundestag über den Endgültigen Standort eines Atommüll-Endlagers entscheiden. 2050 soll es dann in Betrieb gehen.

MDR/Cornelia Winkler, Oliver Leiste

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 02. März 2021 | 21:00 Uhr

6 Kommentare

Eulenspiegel vor 29 Wochen

Also ich war immer ein Gegner der Atomenergie. Und zwar aus rationalen Erkenntnissen.
Aber 50 Jahre Nutzung dieser Energieform hat nun mal sein Müll hinterlassen. Eigentlich hätte diese Frage ja geklärt werden müsse bevor das erste AKW gebaut wurde. Aber jetzt haben wir diesen hochradioaktiven Müll und der muss nun mal entsorgt werden.
Wie viel Menschenleben uns die Nutzung der Atomkraft bisher gekostet hat das weiß man nicht.
Was man weiß ist das im es Umkreis aller Atomanlagen eine signifikante erhöre Krebsrate gibt. Woher das kommt weiß jeder der sich mal mit den Störfällen der einzelnen AKWs beschäftigt hat. In einem Satz gesagt: Der störungsfreie Betrieb ist nicht der Normalbetrieb sondern eher die Ausnahme.
Also ich kann nur jeden Empfehlen in dessen BL das Endlager konkret geplant wird seine Rechtsmittel zu nutze schon alleine um genau zu wissen was geplant wird damit er weiß was auf ihm zu kommt.

W.Merseburger vor 29 Wochen

ule,
Sie sprechen hier eines der größten Versäumnisse und Fehlleistungen der "Merkel Zeit" an. Diese Kanzlerin hat nach dem beschleunigtem Ausstieg aus der Atomenergie in keiner Weise das Problem, radioaktive Abfälle, einer schnellen Lösung zugeführt. Etwa im Jahr 2054 wird es ein geignetes und funktionsfähiges Endlager geben, so die Regierung. Und nun liegen auch noch rund 25% der möglichen Orte für ein Endlager in Sachsen Anhalt. Da kommt hier natürlich Freude auf. Doch irgendwo in Deutschland muss ein solches Lager her!

ule vor 29 Wochen

In Deutschland sind in den vergangenen 50 Jahren weitaus mehr Menschen an einem Virus gestorben, als an der Radioaktivität.
In Deutschland wurde in den vergangenen 50 Jahren mehr Politik gemacht, mit und gegen Radioaktivität, als mit Gesundheit-erhaltenden Maßnahmen, zum Beispiel bei der Ausbreitung von Viren.

Mir stellt sich so auch die Frage:
Geht es dabei wirklich um das Wohl der Menschen ?

Zweifel kommen bei mir deshalb auf, wenn Frau Bundeskanzlerin Merkel den Menschen im Land hoch und heilig verspricht, dass Deutschland in 30 Jahren über ein Atom-Endlager verfügen wird. (Eile mit Weile)

Bislang wurde mit der "Behandlung" von radioaktiver Strahlung ausschließlich Politik gemacht. Es sind sogar daraus neue Parteien erwachsen. . . . . jedoch eine Lösung der Probleme steht immer noch aus.

Mir scheint, der radiaktive Abfall wird noch gebraucht, selbst wenn es nur für den Wahlkampf ist.

Mehr aus Sachsen-Anhalt