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2020 blieben in Sachsen-Anhalts Krankenhäusern ungewöhnlich viele Betten leer. Bildrechte: imago images / Westend61

Bettenauslastung in Kliniken sinktGeplante Operationen verschoben – Notfallpatienten mit Angst vor Corona

von MDR SACHSEN-ANHALT

Stand: 25. April 2022, 17:16 Uhr

Im Jahr 2020 ist die Bettenauslastung der Krankenhäuser in Sachsen-Anhalt deutlich heruntergegangen. Mit 63,8 Prozent wurde der niedrigste Wert seit 2010 registriert. Zum einen wurde die Regelversorgung heruntergefahren, zum anderen trauten sich Notfallpatienten aus Angst vor Corona oft nicht in die Kliniken.

Im ersten Jahr der Corona-Pandemie ist die Auslastung der Krankenhausbetten in Sachsen-Anhalt deutlich gesunken. Wie das Statistische Landesamt am Montag mitteilte, lag der Wert 2020 bei 63,8 Prozent. Das waren rund zehn Punkte weniger als 2019 mit 73,9 Prozent, außerdem war es der niedrigste Wert seit 2010 (76,2 Prozent).

Auslastung der Intensivbetten geht massiv nach unten

Besonders stark sank die Bettenauslastung in der Intensivmedizin. Diese betrug 2020 laut Statistik 58,8 Prozent. Im Jahr zuvor waren es 74,7 Prozent. 2020 standen im Land 15.016 Betten in 47 Krankenhäusern zur Verfügung, darunter 858 Intensivbetten.

Regelversorgung wurde deutlich heruntergefahren

"Die Zahlen belegen, dass die Krankenhäuser im ersten Pandemiejahr 2020 mit einem starken Belegungsrückgang zu kämpfen hatten. Die pandemische Ausnahmesituation führte zu einem massiven Herunterfahren der Regelversorgung", teilte eine Sprecherin der Krankenhausgesellschaft auf Anfrage mit.

Im März 2020 seien alle Krankenhäuser vom Land aufgerufen worden, planbare Operationen und Eingriffe, sofern medizinisch vertretbar, auszusetzen. Anliegen war es, Kapazitäten für die Behandlung von Covid-19-Patientinnen und -Patienten frei zu halten, wie die Sprecherin mitteilte.

Notfallpatienten hatten Angst vor Corona-Ansteckung

"Verbunden damit war eine zunehmende Tendenz, dass auch Notfallpatientinnen und Notfallpatienten aus Angst vor Corona sich nicht mehr trauten, ein Krankenhaus zu betreten, um sich dort behandeln zu lassen", erklärte die Sprecherin der Krankenhausgesellschaft weiter.

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dpa, MDR (Gero Hirschelmann)

Dieses Thema im Programm:MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 25. April 2022 | 14:00 Uhr