Nach langem Streit Günstiger Fahrschein für die Ausbildung: 2.200 junge Menschen nutzen Azubi-Ticket

Das Azubi-Ticket war jahrelang ein Streitpunkt in Sachsen-Anhalts Landesregierung. Anfang des Jahres wurde es doch eingeführt und erfreut sich nun wachsender Beliebtheit. Nun hoffen Wirtschaftsvertreter, dass das Angebot über 2022 hinaus verlängert wird.

In der Straߟenbahn entwertet ein Fahrgast seinen Fahrschein
Mehr als 2.200 junge Menschen in Sachsen-Anhalt nutzen das Azubi-Ticket. (Sybolbild) Bildrechte: dpa

In Sachsen-Anhalt nutzen mehr als 2.200 junge Menschen das Azubi-Ticket. Wie ein Sprecher des Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt (Nasa) sagte, können Auszubildende das verbilligte Monatsabo seit Jahresanfang für Züge, Busse und Straßenbahnen nutzen. Sie zahlen dafür 50 Euro pro Monat.

Mit dem Azubi-Ticket wurde eine Forderung von Industrie- und Handelskammern, Handwerk und Gewerkschaften umgesetzt. Mit ihm soll die Berufsausbildung attraktiver gemacht werden. Im Januar waren noch 927 Auszubildende mit dem Ticket unterwegs. Der Nasa-Sprecher nannte den stetigen Zuwachs der Nutzer eine erfreuliche Entwicklung. Die Corona-Pandemie habe mutmaßlich verhindert, dass die Zahlen schneller stiegen.

12,8 Millionen Euro Förderung pro Jahr

Das Verkehrsministerium hatte die Einführung eines Azubitickets lange als zu teuer abgelehnt. Für den letzten Haushalt vor der Landtagswahl stellten die Finanzexperten der schwarz-rot-grünen Koalition aber doch Geld ein. In diesem und dem nächsten Jahr schießt das Land je 12,8 Millionen Euro zu.

Ob es das Ticket auch nach 2022 noch geben wird, ist offen. Die Nahverkehrsgesellschaft Nasa hat für den Herbst eine Analyse angekündigt. Sie soll als Grundlage für eine politische Entscheidung dienen.

Wirtschaftskammern hoffen auf Verlängerung

Für die Wirtschaftskammern ist klar: Das Ticket muss bleiben - und sollte bestenfalls sogar ausgebaut werden. Es sei gut, wenn durch das Ticket eine möglicherweise eingeschränkte Mobilität dem Wunschberuf nicht mehr entgegensteht, sagte Simone Danek von der IHK Halle-Dessau.

Viele der Auszubildenden würden etwa zur Berufsschule nach Sachsen, Brandenburg oder Niedersachsen fahren, sagte Burghard Grupe von der Handwerkskammer in Magdeburg. Daher bestehe der Wunsch seitens der Kammer, dass das Azubi-Ticket zukünftig auch bundesländerübergreifend gilt.

MDR/Oliver Leiste, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 08. Juli 2021 | 15:00 Uhr

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