Fahrplanwechsel im Dezember Mehr ICE- und IC-Verbindungen in Sachsen-Anhalt

Mit dem Fahrplanwechsel Mitte Dezember will die Deutsche Bahn ihr Fernverkehrsangebot in Sachsen-Anhalt ausbauen. Davon werden vor allem Bahnreisende von und nach Halle profitieren. Allerdings werden die Tickets im Nah- und Fernverkehr zum Teil auch teurer.

ICE in Halle
Ab Dezember können sich Bahnkunden in Halle über einen weiteren täglichen Sprinter-ICE nach München und Berlin freuen. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Mit dem Fahrplanwechsel Mitte Dezember will die Deutsche Bahn ihr Fernverkehrsangebot in Sachsen-Anhalt ausbauen. Das hat das Unternehmen auf Nachfrage von MDR SACHSEN-ANHALT angekündigt. So soll Halle künftig täglich mit sechs statt fünf schnellen ICE-Sprinter-Zügen nach München und Berlin angebunden werden. Zwischenhalte gibt es nur in Erfurt und Nürnberg. Für Berlin-Pendler fährt werktags ein zusätzlicher ICE ab 9 Uhr in die Bundeshauptstadt.

Außerdem wird laut neuem Fahrplan die Ostsee-Verbindung zwischen Rostock-Stendal-Magdeburg und Halle auf ein tägliches Angebot ausgebaut. Bisher gibt es diesen Zug nur im Hochsommer beziehungsweise am Wochenende. Künftig fährt täglich ein Zug morgens hin zur Ostsee und nachmittags zurück Richtung Sachsen-Anhalt.

Dessau bekommt wieder einen ICE

Bitterfeld und die Lutherstadt Wittenberg sollen von weiteren ICE-Halten profitieren. Hier geht es ab Mitte Dezember auch nach 20 Uhr noch nach Erfurt und Nürnberg, mit Anschluss nach München. Sonntags nach 9 Uhr erhält die Lutherstadt eine weitere ICE-Verbindung nach Berlin und Hamburg.

Und auch Dessau kann sich freuen: Nach einem Jahr Pause erhält die Bauhausstadt wieder Anschluss ans ICE-Netz, allerdings mit nur einem Zug pro Woche: Jeden Freitagnachmittag wird einer der weißen Schnellzüge aus Richtung Hannover und Magdeburg ankommen – und weiter nach Leipzig fahren.

Einschränkungen in Magdeburg ab Herbst 2022

Was den ICE-Anschluss der Landeshauptstadt angeht, bleibt das Angebot übersichtlich. Einschränkungen soll es zudem ab Herbst 2022 auf der Strecke Magdeburg-Hannover geben. Wegen Bauarbeiten werden dort nur zweistündlich IC-Züge fahren und über Stendal umgeleitet.

Der jährliche Fahrplanwechsel aller EU-Länder findet stets am zweiten Dezember-Wochenende statt, in der Nacht von Sonnabend auf Sonntag. Tickets für Fahrten ab dem 12. Dezember können laut Bahn ab 13. Oktober gebucht werden.

Höhere Preise für ICE und Regionalverkehr mit Fahrplanwechsel

Bereits vergangene Woche hatte die Deutsche Bahn angekündigt, die Fahrpreise im Fernverkehr zum Fahrplanwechsel anzuheben. Tickets zum Normalpreis sowie Dauerkarten sollen im Schnitt 2,9 Prozent teurer werden, ebenso die BahnCard.

Super-Sparpreis- und Sparpreis-Tickets bleiben laut Bahn von der Preiserhöhung ausgenommen.

Zudem sollen auch im Nahverkehr die Preise steigen. Wie der Verbund der Regionalbahnen am Mittwoch mitteilte, werden Tickets außerhalb von Verkehrsverbünden im Schnitt 1,7 Prozent teurer. Auch Pauschalpreis-Tickets sollen mehr kosten. Für das Sachsen-Anhalt-Ticket etwa erhöht sich der Preis ab Fahrplanwechsel um 50 Cent pro Person.

Quelle: MDR/André Plaul, Thomas Tasler, Cornelia Winkler

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 07. Oktober 2021 | 06:00 Uhr

4 Kommentare

altmark17 vor 8 Wochen

Langsam, aber immerhin, es werden mehr ICE-Verbindungen auch für Sachsen-Anhalt und es gibt damit besseren Fernverkehr der Bahn. Das "Gejammer" der Magdeburger kann ich nicht wirklich verstehen. Ganz rational betrachtet kommt man auch von Magdeburg (über Stendal oder Halle) sehr gut mit der Bahn weg und wieder hin. Klar, es fehlt das Statussymbol ICE-Halt in Magdeburg. Aber braucht es das wirklich?
Versuchen Sie mal innerhalb von Sachsen-Anhalt mit dem Nahverkehr von Stendal nach Zeitz zu kommen. Da werden Sie regelmäßig mit Wartezeiten von fast einer Stunde in Magdeburg oder Leipzig "beglückt".

Klemmi vor 8 Wochen

So wird das mit der Verkehrswende nichts. ICE-Sprinter und Taktverdichtung auf den ICE-Rennstrecken abseits historisch gewachsener Ballungszentren. Hauptsache von Berlin aus, unter 5 Stunden in Bayern. Abseits der Rennstrecken gibt es gar keinen FV oder man ködert mit ICE-Verbindungen einmal pro Woche. Warum soll Maier, Schulze, Müller in Südwestsachsen oder östlich der Elbe aufs Auto verzichten. Der Bund hat es bis heute nicht geschafft, flächendeckend FV zu etablieren, möchte aber den Klassenprimus im Klimawandel abgeben. Einfach nur lächerlich.

Beri vor 8 Wochen

Ziehen Sie einfach in die "Landeshauptstädte" Magdeburg oder Potsdam und dann kommen Sie wegen der tollen Zugdichte ins schwärmen.
Bloß gut, daß es noch Autobahnen gibt.
Meine Bahncard first habe ich schon vor drei Jahren wegen mangelnden Service, Qualität, Pünktlichkeit, Zugdichte etc. gekündigt.
Freue mich schon auf den morgigen Besuch in Weimar -- selbstverständlich mit dem PKW.

Mehr aus Sachsen-Anhalt