Zugausfälle Bahnstreik: Wo in Sachsen-Anhalt noch Züge fahren

Bei der Deutschen Bahn haben die Lokführerstreiks begonnen. Die Aktionen sollen nach Angaben der Gewerkschaft GDL bis Freitag früh 2 Uhr andauern. Im Fernverkehr soll nur jeder vierte Zug fahren. Auch der Regionalverkehr ist massiv gestört. Was das für Sachsen-Anhalt bedeutet, lesen Sie hier.

Eine Anzeigetafel auf einem Bahnhof verkündet dutzende Zugausfälle.
Der Streik der Lokführer führt zu großen Lücken im Angebot der Deutschen Bahn. Bildrechte: picture alliance / dpa | Bernd Wüstneck

Der Streik der Lokführer führt zu zahlreichen Ausfällen im Fahrplan der Deutschen Bahn. Nach Angaben eines Bahnsprechers ist die Streikbeteiligung in den östlichen Bundesländern erfahrungsgemäß sehr hoch. Auswirkungen im Fern- und Nahverkehr würden daher deutlich zu spüren sein.

Seit Dienstagabend 19 Uhr läuft der Streik im Gütervekehr. Fern- und Regionalverkehr stehen seit Mittwoch, 2 Uhr, teilweise still. Trotz eines Ersatzfahrplans könne man nicht garantieren, dass alle Reisenden wie gewünscht an ihr Ziel kommen, so die Bahn.

Bitte verschieben Sie Ihre für den 11.08. sowie den 12.08.2021 geplanten Fernverkehrsreisen, wenn Sie nicht zwingend fahren müssen.

Hinweis der Deutschen Bahn

Im Fernverkehr hat die Deutsche Bahn nach eigenen Angaben etwa 75 Prozent aller Fernzüge gestrichen. In Sachsen-Anhalt seien alle Regionallinien betroffen. Es könne kein Ersatz mit Bus gestellt werden. Im Folgenden werden die Linien aufgeführt, die nach einem Ersatzfahrplan verkehren.

Regionalverkehr – Linien mit Ersatzfahrplan:

  • S1 Schönebeck – Bad Salzelmen – Magdeburg Hbf – Zielitz Ort – Stendal – Wittenberge: Verkehr zwischen Magdeburg und Stendal im 6-Stunden-Takt

  • S8 Halle (Saale) Hbf – Bitterfeld – Dessau Hbf/Lutherstadt Wittenberg – Zahna/Jüterbog: im 3-Stunden-Takt, Züge beginnen und enden in Bitterfeld

  • RE 1 Magdeburg – Berlin: 6 Züge pro Tag und Richtung nach Notfahrplan. Erster Zug ab Magdeburg: 08.05 Uhr, danach 11.05 Uhr.

  • RE 7 Dessau – Berlin: Ersatzverkehr mit Bussen von Berlin und Brandenburg im 2-Stunden-Takt

  • RE 18 Halle (Saale) Hbf – Naumburg (Saale) Hbf – Jena-Göschwitz: im 4-Stunden-Takt

  • RE 20 Magdeburg Hbf – Stendal – Salzwedel – Uelzen: im 4-Stunden-Takt

  • RE 30 Magdeburg Hbf – Köthen – Halle (Saale) Hbf: im 3-Stunden-Takt

  • RB 76 Weißenfels – Teuchern – Deuben (Zeitz) – Zeitz: vormittags und nachmittags im 2-Stunden-Takt

  • RB 78 Merseburg – Mücheln (Geiseltal) – Querfurt: vormittags und nachmittags im 2-Stunden-Takt

Auf den Strecken RE 13 Gommern-Dessau-Leipzig, RB 40 Magdeburg-Braunschweig, RB51 Dessau-Lutherstadt Wittenberg und S5 Halle – Leipzig ist kein Verkehr vorgesehen.

Die Bahn informiert auf einer Sonderhotline über die aktuelle Verkehrslage. Sie ist unter der Nummer 08000-996633 zu erreichen. Bereits gekaufte Bahntickets behalten ihre Gültigkeit und können bis zum 20. August flexibel genutzt werden. Die Zugbindung bei Sparpreisen und Super-Sparpreisen ist aufgehoben. Die Fahrkarte kann aber auch kostenfrei storniert werden.

Auswirkungen auf andere Verkehrsgesellschaften

Abellio teilte mit, dass das Verkehrsunternehmen durch den Streik der Gewerkschaft GDL nicht unmittelbar betroffen sei. Dennoch könnten Beeinträchtigungen nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Nach Angaben des Unternehmens kann es zu blockierten Gleisen, Abstellungen und unbesetzten Stellwerken kommen, die dann auch den Verkehr von Abellio-Zügen beeinträchtigen könnten.

Der GDL-Streik soll voraussichtlich am Freitag um 2 Uhr enden. Das folgende Wochenende soll verschont bleiben, kündigte die Gewerkschaft an.

MDR/dpa/ges

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 11. August 2021 | 06:00 Uhr

2 Kommentare

Thommi Tulpe vor 45 Wochen

Wenn die Forderungen einer "püppi-kleinen" Gewerkschaft und die Angebote des Arbeitgebers nicht sehr weit auseinanderliegen, empfinde ich diesen Arbeitskampf zu Lasten der Bahnreisenden als nicht gerechtfertigt.
Dieser dient meiner Meinung nach eher dem Medieninteresse eines nicht sehr bekannten Gewerkschaftsbosses als den Arbeitnehmern selbst.
Wenn jemand, der zum Beispiel gezwungen ist, mit dem Regionalzug, der nicht fährt, zur Arbeit zu gelangen, und dieser Jemand aufgrund Nicht- oder Zu-spät-Erscheinens von seinem Arbeitgeber irgendwann "gefeuert" wird - dann wird dieser Jemand dann kein zahlender Kunde der Deutschen Bahn mehr sein können, was wiederum Arbeitsplätze bei der Deutschen Bahn gefährdet.
Ich denke: Gerade ein Boss einer "püppi-kleinen" Gewerkschaft sollte sich mal nicht so wichtig nehmen!?

Rotti vor 45 Wochen

Die GDL ist eine Gewerkschaft. Und sie setzt sich für ihre Mitglieder echt ein. Das ist nicht bei jeder Gewerkschaft so! Prima! 👍👌👍

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