Dürre Bauern befürchten wegen Trockenheit keine gute Ernte

Der Landesbauernverband prognostiziert schlechte Ernten in diesem Jahr. Grund ist die anhaltende Trockenheit. Insbesondere für Winterweizen und Raps wird eine schwache Ernte erwartet. Auch beim Weinanbau in Sachsen-Anhalt werden neue Maßnahmen wegen der Trockenheit ergriffen.

Eine Hand prüft einen Getreidehalm in einem Feld
Die Landwirte in Sachsen-Anhalt sorgen sich um die Ernte in diesem Jahr. (Archivfoto) Bildrechte: IMAGO / NurPhoto

Landwirte in Sachsen-Anhalt befürchten in diesem Jahr Ernteausfälle. Das hat eine erste Prognose des Landesbauernverbandes ergeben.

Der Pressesprecher des Verbands, Erik Hecht, sagte MDR SACHSEN-ANHALT, vor allem beim Winterweizen erwarte man eine schwache Ernte. Man rechne mit einem durchschnittlichen Ertrag von rund 60 Dezitonnen pro Hektar. Ähnlich sehe es beim Winterraps aus.

Wenig Wasser im Boden wegen Dürre

Das Hauptproblem sei die seit Jahren anhaltende Dürre. Im Boden befinde sich nur wenig Wasser. Der März und April seien durchweg zu trocken gewesen. Durch die anhaltende Dürre sei auch die Futtersituation wieder angespannt.

Der Mais benötige dringend Wasser, um sein Potenzial zu entfalten. Gleiches gelte für die Zuckerrüben.

Landwirt Thomas Fischer aus Hinsdorf im Landkreis Anhalt-Bitterfeld hat am Wochenende erstmals in diesem Jahr Wintergerste geerntet: zwischen 37 und 69 Dezitonnen pro Hektar. Die ersten Ernte-Resultate nannte Fischer "nicht ganz so gut".

Getreide wegen Ukraine-Krieg besonders im Fokus

Die Getreideernte ist wegen des Ukraine-Krieges in diesem Jahr besonders wichtig, weil viele Länder bei ihrem Getreidebedarf von Importen aus Russland und der Ukraine abhängig sind. Deshalb war in Sachsen-Anhalt die Nutzung stillgelegter Böden diskutiert worden.

Wegen fehlender Lieferungen aus der Ukraine hatte es in Deutschland zudem Engpässe bei der Frühjahrsausaat gegen. Das hatte Olaf Feuerborn, Präsident des Landesbauernverbandes Sachsen-Anhalt, Ende März mitgeteilt. Er hatte auch gesagt, die Nahrungsmittelversorgung sei in Deutschland in diesem Jahr auf jeden Fall gesichert. Die Ernte 2023 wird laut Feuerborn aber von den Preisen für Energie und Düngemittel abhängen.

Landwirtschaftsfest in Halberstadt

Bei einem Landwirtschaftsfest in Halberstadt am Sonntag nannte Landwirtschaftsminister Sven Schulze (CDU) die Trockenheit ebenfalls eines der großen Probleme der Landwirtschaft, außerdem die gestiegenen Energiepreise und Preise für Düngemittel.

Zwei Männer in weißen Hemden vor einem rechteckigen Behälter voll Stroh auf einem Fest im Freien
Sachsen-Anhalts Landwirtschaftsminister Sven Schulze (CDU) und Halberstadts Bürgermeister Daniel Szarata (CDU) beim Landwirtschaftsfest. Bildrechte: MDR/Rainer Knoblauch

Winzer erneuern Wassermanagement

Auch den Winzern im Land macht die Trockenheit zu schaffen: Dort sollen Regenrückhaltebecken und Brunnen reaktiviert werden. Das teilte ein Sprecher des Weinbauverbandes in Freyburg mit. Zudem gelte es, in der Region mehr Anlagen zur sanften Tröpfchenbewässerung der Rebanlagen zu ermöglichen.

EineDeutschlandkarte, die in gelben und roten Flächen die Trockenheit des Bodens über mehrere Monate anzeigt. 1 min
Bildrechte: MDR
1 min

Dürre-Entwicklung deutschlandweit im Gesamtboden in den vergangenen 12 Monaten

MDR SACHSEN-ANHALT Di 29.03.2022 16:06Uhr 01:00 min

https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen-anhalt/video-609514.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

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MDR (Marila Zielke, Thomas Zieler, Annette Schneider-Solis, Julia Heundorf)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 27. Juni 2022 | 06:00 Uhr

32 Kommentare

DER Beobachter vor 7 Wochen

Hierzu sehr gutes Material vom DWD: Der Ausbruch des Vulkans Tambora in Indonesien, im Jahr 1815 und seine weltweiten Folgen,
insbesondere das „Jahr ohne Sommer“ 1816. Autorin Dr. Susanne Haeseler. Lesen und verstehen, Hilfloser, und nicht dummboshaftes Zeug rumplappern!

DER Beobachter vor 7 Wochen

Ganz einfach, Hilfloser: Die "Verdunkelung" und Bildung von mehr Kondensationskernen. Es war die größte Eruption seit der Geschichtsschreibung. Die Abkühlung betrug nur 0,5 bis max. 1´C, aber tatsächlich mit gravierenden Folgen. Das ist aber auch von anderen Eruptionen bekannt. Bspw. sorgte der Ausbruch der Laki-Spalte auf Island bereits für eine "kleines Eiszeit", die mit Ursache etwa der Französischen Revolution war und des sächsischen Bauernaufstandes. Die Beispiele zeigen nur eines: dass auch nur minimale zeitweilige Klimaschwankungen enorme globale soziale Verwerfungen mit sich bringen können. Wie ist es dann erst mit globalen langfristigen Erwärmungen nicht etwa nur um nur 0,5`, sondern um 1,5´etc. Und mal abgesehen davon, dass Sie sich hier auch wieder in der Sache widersprechen, beweist ganz offensichtlich, dass Sie zu (natur)wissenschaftlich-logischem Denken gar nicht in der Lage sind. Tut mir leid, Hilfloser!

hilflos vor 7 Wochen

Liebe Dr Denkschecke, wieso kam es 1816 zur einer globalen Abkühlung im Zusammenhang mit dem Ausbruch des Vulkans Tambora? Somit erzählen sie hier definitiv Schwachsinn

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