Rapsbestände gefährdet Landesbauernverband fordert neues Mittel gegen Rapsschädling

Der Rapserdfloh ist resistent gegen viele Schädlingsmittel geworden und gefährdet nun die Rapsbestände in Sachsen-Anhalt. Bauern fordern daher Investitionen in die Herstellung neuer Bekämpfungspräparate.

Pflanzenschutzmittel wird mit einem Traktor auf einem Feld versprüht
Da das bisher gegen Rapsschädlinge eingesetzte Insektizid verboten ist, fordert der Bauernverband Sachsen-Anhalt mehr Investitionen in die Erforschung neuer Präparate. Bildrechte: IMAGO

In Sachsen-Anhalt wird es im nächsten Jahr womöglich weniger blühende Rapsfelder geben. Davon geht Olaf Feuerborn, Präsident des Landesbauernverbandes und CDU-Landtagsabgeordneter, aus. Denn das Pflanzenschutzmittel, mit dem der schädliche Rapserdfloh bislang bekämpft wurde, ist inzwischen verboten, weil es auch Bienen schadet.

Mit den sogenannten Neonicotinoiden habe es nie Probleme gegeben, sagte Feuerborn MDR SACHSEN-ANHALT: "Wenn der Erdfloh dann die junge Pflanze angebissen hat, fiel er um und war als Schädling für uns nicht mehr relevant."

Schädling resistent gegen viele Mittel

Alternativen zu dem verbotenen Nervengift sind nicht auf dem Markt. Es gebe lediglich sogenannte Kontaktmittel, die den Käfer beziehungsweise die Larve genau treffen müssten. Damit lasse sich der Rapserdfloh aber nicht bekämpfen, so Feuerborn: "Er ist mittlerweile resistent. Deswegen ist er für uns eine Riesengefahr geworden und gefährdet auch die Rapsbestände im Land."

Der Landesbauernverband fordert deshalb, in die Forschung zu investieren, damit neue, wirksame Bekämpfungsmittel hergestellt werden. Ralf Donath, Präsident des Kreisbauernverbandes Wittenberg, sagte, Landwirte könnten Raps nicht mehr anbauen, wenn sie ihn nicht schützen könnten.

Quelle: MDR/André Damm, Fabienne von der Eltz

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 24. Oktober 2021 | 12:00 Uhr

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