Traurige Bilanz Zwölf Menschen sind 2021 in Sachsen-Anhalt ertrunken

Baden ist vor allem in Flüssen und Seen gefährlich, weil dort selten Bademeister für Sicherheit sorgen. Opfer von Badeunfällen sind meist Männer. Erfreulich: Deutschlandweit ist die Zahl der Badeunfälle zurückgegangen.

Ein Mann mit rotem DLRG-T-Shirt beobachtet schwimmende Kinder.
Im Nordbad in Halle passt ein Rettungsschwimmer der DLRG auf, dass nichts passiert. Nach Angaben der DLRG ertranken in Sachsen-Anhalt im Jahr 2021 dreimal so viele Menschen wie im Vorjahr. Bildrechte: MDR/Alexander Kühne

Im vergangenen Jahr sind in Sachsen-Anhalt zwölf Menschen ertrunken, berichtet die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Damit ertranken im Jahr 2021 dreimal so viele Menschen wie im Vorjahr, als die Zahlen auf einem Rekordtief gewesen waren. "Das größte Risiko zu ertrinken, besteht weiterhin in Seen und Flüssen", erläuterte DLRG-Präsidentin Ute Vogt. Diese Gewässer würden selten bewacht und dann auch nur eingeschränkt.

Risiko in Seen und Flüssen höher

Von den zwölf Todesfällen in Sachsen-Anhalt ereigneten sich demnach sechs in Seen und Teichen, vier Menschen ertranken in Flüssen. Die meisten Unfälle wurden im Juli gezählt. Neun der Verstorbenen waren Männer.

Deutschlandweit weniger Badeunfälle

Auf Bundesebene verzeichnete die DLRG währenddessen den niedrigsten Stand seit Beginn der systematischen Erhebungen im Jahr 2000. Nach den Zahlen der DLRG ertranken im vergangenen Jahr in ganz Deutschland 299 Menschen, rund ein Fünftel weniger als noch im Vorjahr. Es war außerdem das dritte Jahr in Folge, in dem die Zahl der Ertrunkenen zurückging.

Nachdem ein Mitschüler Zeuge eines tragischen Bade-Unglücks geworden ist, dachte eine Schulklasse darüber nach, wie sich der Spaß im Wasser sicherer machen lässt. Das Ergebnis ist diese Badekappe mit Rettungs-Funktion.

DLRG fordert mehr Schwimm-Kurse

DLRG-Präsidentin Vogt forderte dennoch, mehr Schwimmbäder zu bauen und mehr ausgebildetes Personal zu stellen, um Schwimm-Kurse an Schulen anzubieten. Nur so könne man das Problem beheben, dass derzeit nur 40 Prozent der Zehnjährigen sicher schwimmen könnten. "Schwimmen ist eine Kulturtechnik wie das Lesen, Schreiben und Rechnen. Jedes Kind muss das bis zum Ende der Grundschule sicher beherrschen können", so Vogt.

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Auf einer Wellenlänge, auch was die Musik angeht: Gabor Schneider und Jenny Keune sind seit Jahren befreundet. Nach dem Unfall entschied sie sich, den Beruf der Pflege zu erlernen, um ihm ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Bildrechte: MDR/Alexander Klos

dpa, MDR (Hannes Leonard)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | 17. März 2022 | 13:00 Uhr

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