Mangelnde Spendenbereitschaft DRK: Kliniken droht Engpass bei Blutpräparaten

Die Bereitschaft zur Blutspende ist in der Corona-Pandemie gesunken. Besonders wenig wird im Dezember gespendet. Den Kliniken in Sachsen-Anhalt droht deshalb über die Feiertage und den Jahreswechsel ein Engpass bei Blutpräparaten. Die Lagerbestände sind aktuell nur zur Hälfte gefüllt.

Eine Ärztin hält einen Beutel mit Erythrozyten-Konzentrat.
Das DRK bittet dringend um Blutspenden. Bildrechte: dpa

Den Krankenhäusern in Sachsen-Anhalt droht laut Deutschem Roten Kreuz zu Weihnachten und über Neujahr ein Engpass bei Blutpräparaten. "Der Bedarf der Kliniken in unserem Versorgungsgebiet liegt seit Beginn des Jahres deutlich, teilweise bis zu 20 Prozent, über der Zeit vor Corona", sagte ein Sprecher des regionalen Blutspendedienstes des DRK. Seit dem Anstieg der Inzidenzen im Oktober sei das Spendenaufkommen allerdings massiv zurückgegangen.

Spendenlücke wird größer

Diese Negativentwicklung habe sich im Dezember fortgesetzt. In der Zeit vom 1. bis zum 13. Dezember habe der Bedarf bei 3.700 Blutspenderinnen und -spendern gelegen. Tatsächlich gespendet haben demnach 3.162 Menschen. Im Oktober und November seien statt der 17.000 notwendigen Spenderinnen und Spender nur 14.420 zu den Spendeterminen gekommen. Das ergibt eine Lücke von rund 15 Prozent. Im Vorjahreszeitraum waren es noch zwölf Prozent.

Junge Frau spendet Blut
Jeder Zweite in Mitteldeutschland hat schon mal Blut gespendet. Bildrechte: imago images / Panthermedia / Lightpoet

Kliniken brauchen doppelt so viele Spenden

Ein großes Problem sei die eingeschränkte Lagerfähigkeit der Blutpräparate. Akuter Mehrbedarf in Kliniken oder Rückgänge im Spendenaufkommen könnten daher nicht kompensiert werden. "Die Folge sind Engpässe in der Versorgung", sagte der DRK-Sprecher. Zur sicheren Versorgung der Kliniken über alle Blutgruppen hinweg würde ein Lagerbestand von mindestens 10.000 Präparaten benötigt, aktuell gebe es mit 5.400 nur etwas mehr als Hälfte.

dpa, MDR (Fabienne von der Eltz)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | 19. Dezember 2021 | 07:00 Uhr

2 Kommentare

ElBuffo vor 40 Wochen

Wie erklärt sich der gestiegene Bedarf bei gleichzeitigem massiven Rückgang geplanter OPs? Da müsste doch auch der Bedarf stark zurückgehen. Das wird doch nicht etwa komplett für Corona Behandlungen draufgehen? Dann würde ja aktuell zu großen Teilen für Unsolidarische gespendet. Dass die das nicht ablehnen, verstehe ich nicht. Da kann man doch mal ein bißchen selbst auf seine Gesundheit achten und auf die eigenen Kräfte vertrauen.

Hobby-Viruloge007 vor 39 Wochen

Hier ist bei der DRK Blutspende 3G ohne Testmöglichkeit vor Ort. So schlimm kann der Blutmangel also noch nicht sein.

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