Urlaubsbilanz für Sachsen-Anhalt Verband: "Viele junge Familien mit Kindern haben Camping für sich entdeckt"

Der Verbandes der Camping- und Freizeitwirtschaft Sachsen-Anhalt zieht eine positive Bilanz: Immer mehr Menschen campen im Land, junge Familien machen mit und Dauercamping wird stärker als vor Corona nachgefragt.

Eine Familie sitzt an einem Zelt und der Hund liegt vor ihnen.
In Sachsen-Anhalt wird Camping immer beliebter. Junge Familien entdecken diesen Trend für sich. Bildrechte: Colourbox.de

  • Der Trend hin zum Campingurlaub bleibt in Sachsen-Anhalt bestehen – vor allem junge Familien mit Kindern haben ihn für sich entdeckt.
  • Der Campingplatz an der Rudelsburg hat mit 180 Plätzen besonders an Wochenenden Hochkonjunktur.
  • Dauercamping wird stärker nachgefragt als vor Corona – in Quedlinburg gibt es sogar eine Warteliste.

Der Campingurlaub in Sachsen-Anhalt bleibt auf Wachstumskurs. "Wir haben seit 2013 ein lineares Wachstum, und wenn wir Glück mit dem Spätsommer haben, erreichen wir 2022 wieder einen Spitzenwert", sagt Peter Ahrens, Präsident des Verbandes der Camping- und Freizeitwirtschaft Sachsen-Anhalt. Ausnahme sei 2021 gewesen, da kamen weniger Gäste als 2020.

"Viele junge Familien mit Kindern haben Camping für sich entdeckt", meint Ahrens und ergänzt: "Dauercamping hat deutlich zugenommen, nachdem es jahrelang immer weniger wurde. Und Camping ist besonders in Sachsen-Anhalt, verglichen mit anderen Bundesländern und dem Ausland, sehr preiswert."

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Höhere Ansprüche beim Camping als früher 

Gleichzeitig seien die Ansprüche gestiegen. "Früher war der Gast zufrieden, wenn es im Waschraum 30 Waschbecken gab. Die Leute standen so eng zusammen, dass sie sich nicht bewegen konnten", sagt Ahrens. Jetzt gehe es um individuelle Annehmlichkeiten. "In den Sanitäreinrichtungen gibt es zunehmend abschließbare Waschkabinen für Einzelne als auch ganze Familien mit eigener Dusche und Toilette", so der Verbandspräsident.

Positive Entwicklung: Rudelsburg und Tangerhütte

Der Campingplatz an der Rudelsburg hat mit 180 Plätzen besonders an Wochenenden Hochkonjunktur. "Camping lohnt sich für viele außerhalb der Ferien als Kurzurlaub", sagt Miteigentümer Christian Schreiber. Das Gäste-Aufkommen sei in den vergangenen Jahren relativ stabil geblieben.

Der Platz Family-Camp Kellerwiehl in Tangerhütte verbuchte gegenüber dem Vorjahr mehr Besucher. "Auch gegenüber 2019 sind es mehr Gäste. Aber natürlich haben wir gemerkt, dass die Leute wieder ins Ausland fliegen konnten", erzählt Eigentümerin Stefanie Gruber. "Dennoch, wir sind zufrieden. Aber durch die steigenden Kosten werden nächstes Jahr vermutlich weniger Gäste kommen." Derzeit kostet der Stellplatz für einen Wohnwagen den Angaben zufolge im Schnitt 28 Euro die Nacht, Energiekosten inklusive; nur für Duschen muss extra bezahlt werden. Es gebe nur Duschkabinen und separate Badezimmer zum Mieten. Sehr beliebt sei Dauercamping, was vor Corona kaum eine Rolle gespielt habe.

Wohnmobile stehen auf dem "Family Camp Kellerwiehl" am See.
Das Family-Camp Kellerwiehl ist an einem See gelegen. Bildrechte: dpa

Beringen und Quedlinburg: Weniger Gäste, mehr Dauercamper

Der Campingplatz in Beringen (Landkreis Börde) zählte weniger Gäste als im Vorjahr, aber mehr als 2019. "Im Vorjahr mussten die Menschen im Inland bleiben, jetzt fahren wieder viele ins Ausland", sagt der Geschäftsführer von "Campingplatz und Indianer Tipi-Dorf", Jonathan Müller. "Besonders junge Familien haben den Campingurlaub für sich entdeckt. Auch Dauercamping ist stark nachgefragt." Der Stellplatz dort koste durchschnittlich 25 Euro. "Den Strompreis mussten wir von 60 auf 70 Cent die Kilowattstunden erhöhen. Aber hier wird ohnehin nicht viel Strom verbraucht", meint Müller. "Wir würden auch gerne weiter ausbauen, aber von den Banken ist nur schwer ein Kredit zu bekommen. Hier könnte der Staat mit Fördermöglichkeiten helfen", findet er. "Ein Problem ist auch das fehlende Personal."

Im Harz-Camp Bremer Teich Quedlinburg hat die Zahl der Gäste im Vergleich zu 2021 etwas nachgelassen. "Deutlich mehr junge Familien mit Kindern, das war in den Vorjahren doch eher die ältere Bevölkerung. Was auffällt: Es kommen wieder mehr Zelter", erklärt Geschäftsführerin Melina Mielitz. "Wahrscheinlich ist das ein Trend und auch eine Preisfrage. Die Preise liegen zwischen 21 und 25 Euro. Wir haben schon letztes Jahr die Preise angehoben." Es gebe eine Warteliste für Dauercamping. "Das ist durch Corona ein Trend geworden. Die Jahre davor hatten wir Probleme, die Dauercampingplätze vollzukriegen."

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dpa, MDR (Johanna Daher)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 10. September 2022 | 14:00 Uhr

1 Kommentar

Atheist vor 11 Wochen

Ich war froh das die Zeiten vor 89 vorbei waren, bis dahin haben wir auch mit den Ameisen gefrühstückt.

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