Täglich aktuell Zahlen und Grafiken zum Coronavirus in Sachsen-Anhalt

Manuel Mohr
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Hier finden Sie die aktuellen Daten, Grafiken und Karten zum Coronavirus in Sachsen-Anhalt. Von Montag bis Freitag veröffentlichen wir alle relevanten Informationen zur Hospitalisierungsrate, Inzidenz, Impfquote und Intensivstationen-Auslastung.

Corona in Sachsen-Anhalt: Zahlen und Grafiken.
Damit Sie immer den Überblick über die Corona-Lage in Sachsen-Anhalt behalten, sind im folgenden Artikel alle wichtigen Kennzahlen erklärt und visualisiert. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Corona-Lage in Sachsen-Anhalt auf einen Blick

So haben sich die wichtigsten Kennzahlen der Corona-Pandemie in Sachsen-Anhalt in den zurückliegenden sieben Tagen entwickelt:

Hinweis zu aktiven Corona-Fällen

Aufgrund der aktuellen Corona-Lage veröffentlicht das Sozialministerium seit Mitte Juni in Sachsen-Anhalt nur noch an Wochentagen neue Daten zum Infektions- und Impfgeschehen. Darüber hinaus enthalten die Daten auch keine Angaben mehr zu aktiven Fällen und genesenen Infizierten. Wir haben unsere Grafiken entsprechen angepasst. Sollte das Covid-19-Infektionsgeschehen wieder ansteigen, will das Ministerium auch wieder an Wochenenden und Feiertagen neue Daten veröffentlichen.

Die "Aktiven Fälle" für Sachsen-Anhalt können zurzeit auf der Seite des Landesamtes für Verbraucherschutz nachgelesen werden. Weitere Informationen finden Sie im Abschnitt Corona-Lage in Ihrer Region.


Hospitalisierungsrate – der neue Pandemie-Richtwert

Bundesweit sollen sich seit Mitte September die Schutzmaßnahmen in der Corona-Pandemie vor allem an der Zahl der Menschen orientieren, die wegen einer Covid-19-Erkrankung ins Krankenhaus kommen. Der Bundesrat beschloss dafür die Neufassung des Infektionsschutzgesetzes, mit der die Hospitalisierungsrate zur wichtigsten Größe wird. Gemeint ist damit die Zahl der Corona-bedingten Krankenhauseinweisungen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen.

In Sachsen-Anhalts aktueller Corona-Verordnung ist dieser Richtwert noch nicht explizit aufgeführt, stattdessen solle neben Impfquote und 7-Tage-Inzidenz besonderer Fokus auf der Belastung des Gesundheitswesens liegen, "die anhand der Anzahl der schweren Krankheitsverläufe, der Bettenbelegung in den Krankenhäusern und der ITS-Auslastung als weitere Indikatoren gemessen wird."

Die bis dato wichtigste Kennzahl in der Corona-Pandemie war die 7-Tage-Inzidenz. Die Zahl verdeutlicht, wie stark Corona-Infektionen innerhalb der Bevölkerung in einer bestimmten Region verbreitet sind. Dazu wird die Summe aller neuen Corona-Fälle innerhalb einer Woche auf 100.000 Einwohner umgerechnet. So lässt sich das Infektionsgeschehen in verschiedenen Regionen vergleichen. Mit steigender Impfquote in der Bevölkerung rückt der Wert zunehmend in den Hintergrund.

Das muss bei der 7-Tage-Inzidenz beachtet werden

Anhand des Inzidenzwerts kann abgelesen werden, wie stark das momentan Infektionsgeschehen einer Region ist. Allerdings ist an dem Wert allein nicht ablesbar, welche Infektionsgeschehen für einen hohen Wert verantwortlich ist. 50 Fälle in einem eingrenzbaren Cluster – beispielsweise einem Pflegeheim oder einer Feiergesellschaft, die im gleichen Ort wohnt und nicht sehr mobil ist – sind anders zu beurteilen als 50 Fälle, die sich über den gesamten Landkreis verteilen und diffuse oder nicht nachvollziehbare Infektions- und Kontaktketten nach sich ziehen. Noch mehr Informationen dazu finden Sie in diesem Artikel:


7-Tage-Inzidenz nach Region, Altersgruppen und Impfstatus

Völlig bedeutungslos ist die 7-Tage-Inzidenz allerdings auch künftig nicht. Beispielsweise sind anhand dieser Maßzahl weiterhin regionale Unterschiede beim aktuellen Infektionsgeschehen gut sichtbar.

Zudem wird mittels der Inzidenz deutlich, wie stark sich Infektionen innerhalb verschiedener Altersgruppen verbreiten und welchen Einfluss der Impffortschritt hat. Auffällig ist beispielsweise, dass in der Altersgruppe der Kinder und Jugendlichen unter 12 Jahren, für die aktuell noch kein Impfstoff zugelassen ist, die Inzidenz deutlich höher liegt als in der Altersgruppe 60+, in der bereits ein Großteil der Menschen geimpft ist. Zudem zeigen sich deutlich Unterschiede bei der nach Impfstatus aufgeschlüsselten Inzidenz in der Gesamtbevölkerung.


Impffortschritt in Sachsen-Anhalt

Seit Ende Dezember werden Menschen in Deutschland gegen die COVID-19-Erkrankung geimpft. Sachsen-Anhalt legte dabei einen Frühstart hin, seither hat sich das Verabreichen der Impfdosen wie folgt entwickelt:

Im Vergleich zu den anderen Bundesländern ist der Anteil der Bevölkerung, die teilweisen oder vollen Impfschutz haben, in Sachsen-Anhalt wie folgt:


Intensiv- und Sterbefälle in COVID-19-Zusammenhang

Ziel der Impfkampagne sowie der vergangenen und aktuellen Eindämmungsmaßnahmen ist es, das Infektionsgeschehen nachvollziehbar und beherrschbar zu machen und das Gesundheitssystem zu entlasten. Konkret geht es dabei auch um die Auslastung auf den Intensivstationen hierzulande, auf denen Patientinnen und Patienten mit schweren COVID-19-Verläufen behandelt und zum Teil künstlich beatmet werden müssen:

Die Daten dafür werden jeden Tag im Intensivregister der "Deutschen Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) e.V." veröffentlicht.

Gerade für ältere Menschen und diejenigen mit Vorerkrankungen besteht bei einer COVID-19-Erkrankung ein erhöhtes Risiko für einen schweren oder im schlimmsten Fall tödlichen Krankheitsverlauf. Seit Beginn der Pandemie sind in Sachsen-Anhalt mehr als 3.400 Menschen an oder mit COVID-19 verstorben:


Corona-Lage in Ihrer Region

Je nach Region hat sich die Corona-Pandemie bislang recht unterschiedlich entwickelt. Wie sich die einzelnen Fallzahlen in Ihrem Landkreis oder Ihrer kreisfreien Stadt seit März 2020 entwickelt haben, können Sie in der folgenden Grafik nachvollziehen:

Der Corona-Newsletter für Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen

In unserem Update zur Corona-Lage in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen fassen wir für Sie zusammen was am Tag wichtig war und was für Sie morgen wichtig wird – montags, mittwochs und freitags bis 20 Uhr per Mail in Ihr Postfach. Hier geht es zur Anmeldung.

Die aktuellen Zahlen und Grafiken aus Thüringen und Sachsen können Sie auf den Seiten der Kollegen nachlesen:

Was wir anhand von Corona-Daten wissen

Wie werden Corona-Fälle überhaupt gezählt?

Ein Arzt oder ein Labor stellt mittels eines Testverfahrens (zum Beispiel Rachenabstrich) bei einem Patienten die Infektion mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 fest. Ein positives Testergebnis muss dem jeweils zuständigen Gesundheitsamt innerhalb von 24 Stunden gemäß Meldepflichtverordnung mitgeteilt werden.

Die so eingehenden Fälle werden von den zuständigen Gesundheitsämtern elektronisch an die zuständigen Landesbehörden und von dort spätestens am nächsten Arbeitstag ans Robert-Koch-Institut (RKI) übermittelt. Nach und nach tauchen neue Corona-Infektionen entlang dieser Meldekette zuerst in den Statistiken der lokalen Behörden und etwas später dann in denen der regionalen und bundesweiten Meldestellen auf.

Warum unterscheiden sich die Fallzahlen je nach Quelle?

Durch die eben beschriebene Meldekette kann es bei der Übermittlung zu einem Zeitverzug von einigen Stunden bis hin zu einigen Tagen kommen. Vorsicht also, wenn Sie beispielsweise die Angaben einer Landesbehörde am selben Tag noch mit den RKI-Zahlen für das gleiche Bundesland vergleichen.

Oder wenn die Angaben eines Landkreises höher sind als die der Landesbehörden. Schnell ist man da beim berühmten Vergleich von Äpfeln und Birnen. Das Vorgehen aller Institutionen ist legitim und durchaus nachvollziehbar, führt aber immer wieder dazu, dass in der Öffentlichkeit verschiedene Zahlen kursieren.

Warum ist bei Corona-Fällen auch immer die Einwohnerzahl wichtig?

Einwohnerzahlen sind wichtig, weil sie reine, absolute Fallzahlen in Bezug zur Bevölkerung setzen und Daten damit besser vergleichbar machen. Ein Beispiel dazu aus der Kriminologie: 2018 wurden in Berlin etwa 30.000 Fahrräder als gestohlen gemeldet. In Halle waren es hingegen nur rund 3.600. In absoluten Zahlen waren Berliner also weitaus stärker betroffen. Berücksichtigt man nun aber die verschiedenen Einwohnerzahlen – relativiert also die Fallzahlen – ergibt sich ein anderes Bild: Auf 100.000 Einwohner kommen demnach rund 1.500 Fälle in Halle und etwa 830 in Berlin.

Mithilfe dieser sogenannten Häufigkeitszahl ist es uns möglich, die Corona-Fallzahlen aus verschiedenen großen Städten, Landkreisen und Bundesländern besser miteinander vergleichen und Rückschlüsse auf die Lage vor Ort ziehen zu können. Deshalb sind Fallzahlen bezogen auf 100.000 Einwohner auch immer Bestandteil unserer Daten-Updates.

Was wir anhand von Corona-Daten nicht wissen

Wie viele Menschen sind wirklich infiziert?

Aus unseren Daten-Quellen wird ersichtlich, in wie vielen Fällen ein Corona-Test positiv ausgefallen ist – sei es pro Landkreis, Bundesland oder bundesweit. Was sich daraus nicht ablesen lässt, ist die tatsächliche Anzahl der Infizierten. Warum?

  1. Weil im Gegensatz zur Infektion eine Genesung nicht meldepflichtig ist. Zu welchem Zeitpunkt ein Infizierter wieder vollständig gesund ist, wird also nicht exakt erhoben. Zwar gibt es Schätzungen, in die verschiedene Krankheitsverläufe eingerechnet sind, aber es sind und bleiben Schätzungen.
  2. Nicht jeder Infizierte wird auch getestet. Bei vielen Betroffenen treten nach der Infektion keine oder nur sehr milde Symptome auf. Wie hoch die sogenannte Dunkelziffer der Nicht-Getesteten ist, ist momentan noch zu wenig erforscht.

Wie entwickelt sich die Epidemie weiter?

Anhand der bisherigen Entwicklung ist es für uns nicht möglich, basierend auf den öffentlichen Daten den weiteren Verlauf der Corona-Epidemie vorherzusagen. Was wir können, ist die bisherige Entwicklung und den aktuellen Stand zu beschreiben.

Woran sind Covid-19-Patienten wirklich gestorben?

Mit zunehmendem Alter und der Zahl der Vorerkrankungen steigt für Covid-19-Patienten das Risiko für schwere und tödliche Krankheitsverläufe. Dabei wird aus den öffentlich zugänglichen Daten nicht ersichtlich, inwieweit eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus die alleinige Todesursache war oder nicht.

Generelle Einschätzung der Daten

Daten-Übersicht ist Momentaufnahme

Es handelt sich sowohl regional als auch international um eine sehr dynamische Datenlage. Beinahe stündlich liefern einzelnen Kommunen, Landesbehörden oder internationale Stellen neue Zahlen. Dazu kommt ein teils erheblicher Meldeverzug, weshalb sich Angaben verschiedener Quellen unterscheiden können. Grundsätzlich stellt eine Daten-Übersicht wie diese deshalb immer nur eine Momentaufnahme dar.

Alle Corona-Daten-Updates zum Nachlesen

Die Erklärung der Reproduktionszahl, Hintergründe zum Infektionsgeschehen auf Landkreisebene, woher wir unsere Daten und Zahlen bekommen – hier finden Sie das aktuelle und alle bisherigen Corona-Daten-Updates zum Nachlesen:

Chronologie der Corona-Krise in Sachsen-Anhalt

Übersichten

Quelle: MDR/Manuel Mohr, Martin Paul, David Muschenich

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 17. September 2021 | 12:00 Uhr

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