Klassenfahrten und Ferienlager Gute Aussichten für Kinderfreizeiten in Sachsen-Anhalt

MDR SACHSEN-ANHALT-Autor Hannes Leonard steht im Profil vor einer Wand
Bildrechte: MDR/Hannes Leonard

Die letzten Corona-Jahre waren auch für die Anbieter von Kinderferienlagern und -freizeiten eine herausfordernde Zeit. Doch nun blickt die Branche zuversichtlich auf die kommende Saison. Der Vorsitzende des Landesschülerrats fordert, ausgefallene Klassenfahrten nachzuholen.

Ferienlager Kinder spielen
Kinder spielen im Ferienlager (Symbolbild) Bildrechte: Colourbox.de

Besonders für Kinder hat die Corona-Pandemie große Einschränkungen gebracht: Keine Tanzschule, kein Fußballtraining, keine Party zum 18., kein Praktikum, keine Konzerte, kein Fasching in der Kita, kein Laternenumzug, keine Freunde treffen. Und natürlich auch keine Klassen- oder Abschlussfahrten. Auch in den Ferien ging es so weiter: mit der Absage von Ferienlagern aufgrund der Pandemie.

"Die letzten zwei Jahre waren sehr anstrengend", sagt Ulrich Weimeister im Gespräch mit MDR SACHSEN-ANHALT. Weimeister ist der zweite Vorsitzende des Verbandes der Schullandheime in Sachsen-Anhalt und leitet den Europa-Jugendbauernhof Deetz bei Zerbst.

Corona-Jahre waren Licht und Schatten für Anbieter

Tanja Rußack ist Chefin des Landesverbandes "Deutsche Jugend in Europa e.V." (djo) und Jugendbildungsreferentin des Vereins. Der djo organisiert Kinder- und Jugendarbeit abseits schulischer Angebote. Rußack sagt, die letzte Zeit sei eine Belastungsprobe gewesen.

Die letzten zwei Jahre waren sehr durchwachsen. Es gab viele Freizeiten, die abgesagt werden mussten und Ferienlager die nicht stattgefunden haben.

Nun sind Schulen und Kitas während der Omikron-Welle offen geblieben und erstmals wieder sinkende Inzidenzen machen etwas Hoffnung für den Sommer. Auch Weimeister blickt positiv in die Zukunft.

Ich muss ehrlich sagen: Uns geht es gut. Das hat den Hintergrund, dass uns die Corona-Hilfen vom Land sehr gut geholfen haben.

Für die Schüler im Land sind momentan Winterferien, trotzdem ist Weimeisters Schullandheim nicht ausgebucht. Das sei aber auch ohne Corona so, stellt er klar: "Die Winterferien werden in der Regel nicht so stark gebucht, weil die ja nur noch eine Woche lang sind. Da wollen die Kids lieber zuhause bleiben." Aber für die kommende Saison seien "die Bücher voll", freut sich der Chef.

Ausblick für 2022 durchaus "positiv"

Weimeister hat durch seine Arbeit im Verband einen guten Überblick über alle sieben Schullandheime in Sachsen-Anhalt. Seine Einschätzung: "Inzwischen normalisiert sich alles. Bislang sieht es so aus, als ob wir 2022 ein normales Jahr haben werden."

Auch Tanja Rußack vom djo ist guter Dinge: "Wir hatten in dieser Woche unseren ersten Ferienworkshop, in den kommenden Tagen folgen weitere. Insgesamt werden die Angebote gut angenommen." Man müsse allerdings weiterhin "super-flexibel" bleiben – sei es, weil Kinder wegen einer Corona-Erkrankung nicht teilnehmen können oder weil sich Hygieneregeln ändern.

Ausgefallene Klassenfahrten sollten nachgeholt werden

Fakt ist: Die letzten beiden Jahre waren auch für die Kinder in Sachsen-Anhalt eine außerordentliche Herausforderung. Abgesagte Klassenfahrten oder Ferienlager haben diese Situation weiter verschärft. Deshalb fordert auch der Vorsitzende des Landesschülerrates, Moritz Eichelmann, ausgefallene Klassenfahrten nachzuholen. Dafür sollten zusätzliche Fördermittel bereitgestellt werden.

Dieser Forderung kann auch Schullandheim-Chef Weimeister viel abgewinnen: "Ich sage immer: Woran werden sich die Schüler später mal erinnern, eine Woche Unterricht oder eine Woche im Schullandheim?" Bleibt die Hoffnung, dass sich der vorsichtig optimistische Ausblick auf die Corona-Pandemie im Verlauf des Jahres bestätigt.

MDR (Hannes Leonard)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | 11. Februar 2022 | 06:00 Uhr

Mehr aus Sachsen-Anhalt