Datenanalyse zur Coronavirus-Pandemie Corona-7-Tage-Inzidenzen schwanken zwischen Stagnation und Anstieg

Manuel Mohr
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Wie sich die wichtigsten Corona-Kennzahlen im Vergleich zur Vorwoche entwickelt haben und anhand welcher Daten sichtbar wird, dass die Impfkampagne erste Erfolge zeigt, das und mehr im aktuellen Corona-Daten-Update.

Einer Frau wird von einer Person mit Schutzkleidung auf Corona getestet. Eine weitere Person steht daneben. Im Vordergrund steht der Schriftzug "Corona-Daten-Update".
Bildrechte: MDR/Landratsamt Schmalkalden-Meiningen

Die aktuelle Lage

Guten Abend zur aktuellen Ausgabe des Corona-Daten-Updates. In den zurückliegenden Tagen zeigte sich bei den 7-Tage-Inzidenzen der Bundesländer kein völlig einheitliches Bild. Zwar liegen die Werte im Vergleich zu letztem Freitag fast ausschließlich höher, teilweise aber nur mit marginalen Unterschieden:

Was bedeutet 7-Tage-Inzidenz überhaupt?

Der Inzidenz-Wert gibt an, wie viele nachgewiesene Corona-Fälle es in einem bestimmten Gebiet – etwa in einem Landkreis oder in einem Bundesland – in den jeweils vergangenen sieben Tagen gab. Die errechnete Summe der neuen Fälle wird auf 100.000 Einwohner umgerechnet. Warum das Umrechnen? Damit Regionen besser vergleichbar sind. Ein fiktives Beispiel:

100 neue Fälle innerhalb von 7 Tagen klingen erst einmal sehr ernst. Jedoch ist es ein Unterschied, ob diese Fälle in einer Stadt wie Halle (rund 239.000 Menschen wohnen dort) oder in München (rund 1.560.000) festgestellt werden. In Halle würde sich basierend auf der Fallzahl 100 und der Bevölkerungszahl eine 7-Tage-Inzidenz von 41,84 ergeben, in München läge der Wert hingegen nur bei 6,41.

In Sachsen-Anhalt liegt die 7-Tage-Inzidenz nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) momentan bei 85,5 – fast identisch mit dem Wert am letzten Freitag (85,2). Dazwischen schwankten die Werte allerdings auch zwischen 81 und 90. In Sachsen und Thüringen unterlagen die Inzidenz-Werte ebenfalls einigen Schwankungen, sind insgesamt aber leicht gestiegen. Gleiches gilt für den deutschlandweiten Wert:

  • Sachsen: 66,0 (letzten Freitag) → ​75,3 (diesen Freitag)
  • Thüringen: 116,7 → ​121,2
  • Deutschland: 56,8 → ​62,6


Damit liegen die Werte in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen weiterhin klar über dem Bundesschnitt.

Auf regionaler Ebene weichen die Werte nach wie vor deutlich voneinander ab. In Sachsen-Anhalt bleiben im Burgenlandkreis in der kommenden Woche die Schulen aufgrund der hohen Fallzahlen weiterhin zu. Deutlich besser ist die Situation hingegen in der Altmark und dem Landkreis Mansfeld-Südharz:

Spürbarer Rückgang der Sterbefälle

Eine Folge der bis zuletzt sinkenden und dann stagnierenden Fallzahlen ist ein deutlicher Rückgang der Sterbefälle in COVID-19-Zusammenhang. Deutschlandweit lag der Durchschnittswert der vergangenen sieben Tage bei 330 Sterbefällen – Mitte Januar waren es noch knapp 900.

Diese Entwicklung zeigt sich auch in Sachsen-Anhalt. Hier starben Ende Januar jeden Tag durchschnittlich 45 Menschen an oder mit einer COVID-19-Erkrankung. Mittlerweile ist der Wert auf etwa 18 gesunken.

Impfungen zeigen vermutlich erste Wirkung

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) erklärte am Freitag auf einer Pressekonferenz in Berlin, dass das Risiko einer COVID-19-Erkrankung für Menschen über 80 gesunken sei. Anfang Februar noch lag die 7-Tage-Inzidenz in der Altersgruppe bei 200, mittlerweile ist der Wert auf 70 gesunken. Wahrscheinlicher Grund dafür seien die Impfungen in dieser Altersgruppe.

RKI-Präsident Lothar Wieler warnte auf der gleichen Pressekonferenz erneut vor der Virusmutation "B.1.1.7". Sie sei "deutlich gefährlicher, und zwar in allen Altersgruppen". Nachdem die Fallzahlen zuletzt deutlich gesunken sind, seien nun deutliche Signale einer Trendumkehr festzustellen. Wichtig sei es daher, dass die geltenden Abstands- und Hygieneregeln weiter eingehalten werden. "Ansonsten steuern wir in eine weitere, in eine dritte Welle", warnte Wieler.

Mehr Informationen zur Corona-Situation in Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen und Deutschland finden Sie hier:

Generelle Einschätzung der Daten

Es handelt sich sowohl regional als auch international um eine sehr dynamische Datenlage. Beinahe stündlich liefern einzelnen Kommunen, Landesbehörden oder internationale Stellen neue Zahlen. Dazu kommt ein teils erheblicher Meldeverzug, weshalb sich Angaben verschiedener Quellen unterscheiden können. Grundsätzlich stellt eine Daten-Übersicht wie diese deshalb immer nur eine Momentaufnahme dar.

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MDR, Manuel Mohr

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 26. Februar 2021 | 19:00 Uhr

1 Kommentar

jackblack vor 10 Wochen

Ohne Impfung kommen wir NIEMALS auf 35, also bleibt ALLES für IMMER zu- ein schönes Wochenende.

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