Videos im Netz Halberstadt: Demonstranten ziehen mit Fackeln vor Haus von Oberbürgermeister

In mehreren Städten in Sachsen-Anhalt haben am Montag erneut Menschen gegen die Corona-Regeln und eine mögliche allgemeine Impfpflicht protestiert. In Halberstadt zogen Personen vor das Privathaus von Oberbürgermeister Szarata. Eine rechtsextreme Gruppierung hat die Proteste MDR-Informationen zufolge angeführt.

Polizisten stehen bei einer Demonstration vor den Teilnehmern, die gegen die Corona-Maߟnahmen protestieren.
Polizisten am Rand einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen in Halberstadt (Archivbild) Bildrechte: dpa

In Halberstadt haben mehrere Teilnehmer einer Demo gegen die Corona-Maßnahmen das Grundstück von Oberbürgermeister Daniel Szarata (CDU) aufgesucht. Das zeigen Videos, die bei Telegram veröffentlicht und später in sozialen Netzwerken geteilt wurden. Demnach waren mehrere Personen am Montagabend mit Fackeln, Tröten und Trommeln vor Szaratas Privathaus gezogen.

Daniel Szarata, MdL Sachsen-Anhalt, CDU, Abgeordnete(r) des Landtags von Sachsen-Anhalt
Daniel Szarata ist seit Anfang 2021 Oberbürgermeister von Halberstadt. Zuvor saß er für die CDU im Landtag. (Archivfoto) Bildrechte: imago/foto2press

Ein bei Twitter verbreitetes Video zeigt demnach, wie die Teilnehmer vor dem Haus stehen und lärmen. Ein Sprecher der Polizei bestätigte MDR SACHSEN-ANHALT am Dienstagmorgen, dass in Halberstadt rund 800 Menschen demonstriert haben. Zu dem Vorfall selbst wollte er sich zunächst nicht äußern.

Am Abend hatte ein Sprecher der Polizei der Volksstimme den Aufzug vor Szaratas Haus bestätigt. Nach Informationen der Zeitung verhinderte die Polizei, dass Demonstranten auf das Grundstück von Szarata zogen. Dem Bericht zufolge wurden auch Beamte verletzt.

Rechtsextreme Gruppierung soll Proteste angeführt haben

Nach Informationen von MDR SACHSEN-ANHALT soll die rechtsextreme Gruppierung "Harzrevolte" den unangemeldeten Protestzug angeführt haben.

Gesuchter Mann in Magdeburg gefunden

Auch in anderen Städten in Sachsen-Anhalt wurde gegen die Corona-Maßnahmen protestiert. Dabei blieb es nach bisherigen Erkenntnissen aber friedlich. In Magdeburg entdeckte die Polizei einen seit Dezember 2021 gesuchten Mann. Wie die Beamten am Montagabend mitteilten, hatte der des Landfriedensbruchs verdächtigte Mann an einem Aufzug durch die Innenstadt teilgenommen. Gegen ihn werde nun ermittelt, hieß es. Was dem Mann genau vorgeworfen wird, teilte die Polizei nicht mit.

In der Landeshauptstadt hatten den Angaben zufolge in der Spitze rund 1.100 Menschen an einem angemeldeten Aufzug durch den Breiten Weg und Teile der Innenstadt teilgenommen. Protestiert wurde gegen die Corona-Maßnahmen und eine mögliche allgemeine Impfpflicht. Laut Polizei blieb alles friedlich.

Proteste auch im Süden von Sachsen-Anhalt

Protestiert wurde nach Polizeiangaben auch im Süden von Sachsen-Anhalt: An einem Aufzug im Zentrum von Halle nahmen am Montag demnach bis zu 1.900 Frauen und Männer teil. Die Polizei teilte mit, die Lage sei weitgehend ruhig gewesen. Es gebe aber Strafanzeigen zum Beispiel wegen der Verwendung verfassungswidriger Zeichen.

Proteste mit jeweils Hunderten Teilnehmerinnen und Teilnehmern gab es den Angaben zufolge auch im Burgenlandkreis, dem Saalekreis und in Mansfeld-Südharz. Auch hier sei alles friedlich geblieben, teilte die Polizei mit.

54 Demos mit Bezug zu Corona-Maßnahmen am Montag in Sachsen-Anhalt

Nach Informationen des Innenministeriums vom Dienstag hat es am Montag in Sachsen-Anhalt 54 Versammlungen mit Bezug zu den Corona-Maßnahmen gegeben. Daran haben sich den Angaben zufolge insgesamt etwa 13.400 Menschen beteiligt. Die höchste Beteiligung gab es bei Demos in Halle und Lutherstadt Wittenberg mit jeweils etwa 1.900 Teilnehmenden sowie in Magdeburg mit rund 1.100 Teilnehmenden.

Die Polizei leitete laut Innenministerium landesweit 15 Ermittlungsverfahren ein, unter anderem wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, Volksverhetzung, Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und gefährlicher Körperverletzung. Zudem wurden acht Ordnungswidrigkeitenverfahren wegen Verstößen gegen das Versammlungs- und Sprengstoffgesetz aufgenommen und zahlreiche Platzverweise ausgesprochen.

MDR

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 15. Februar 2022 | 07:00 Uhr

25 Kommentare

Anita L. vor 26 Wochen

"Dass es dabei um Bedrohung und Einschüchterung geht ist wohl jedem Demokraten in unserem Land klar. Die Anhänger irgendeiner Alternative tun sich damit natürlich deutlich schwerer."

Dass es sich dabei um eine Bedrohung und Einschüchterung handelt, wird nicht nur den Demokraten dieses Landes klar sein, Beobachter. Ich befürchte, die Fackelträger wissen sehr genau, was sie da tun. Umso schlimmer.

Mediator vor 26 Wochen

Bitte erläutern sie mir doch, inwieweit anständiges Verhalten und das Verurteilen von unanständigem Verhalten etwas ist, wozu man ein Anhänger der Partei "Die Grünen" oder "Der Linken" sein muss. Man bedroht keine Menschen und wenn man ein Problem mit der Politik eines Oberbürgermeistes hat, dann marschiert man nicht mit einem fackelschwingendem Mob vor dem Haus seiner Familie auf. Dass es dabei um Bedrohung und Einschüchterung geht ist wohl jedem Demokraten in unserem Land klar. Die Anhänger irgendeiner Alternative tun sich damit natürlich deutlich schwerer.

Anita L. vor 26 Wochen

Wer behauptet, dass Politiker "Ohne Makel" (sic!) seien? Und seit wann berechtigt das Gefühl, dass ein Politiker einen Fehler gemacht hätte, dazu, die Familie dieses Politikers zu bedrängen?

Mehr aus Sachsen-Anhalt

Eine Collage aus Frau mit Mund-Nasen-Schutz und einem Schüler, der sich meldet. 1 min
Bildrechte: MDR/dpa,IMAGO
1 min 17.08.2022 | 18:00 Uhr

Die drei wichtigsten Themen vom 17. August aus Sachsen-Anhalt erfahren Sie hier kurz und knapp in nur 60 Sekunden. Präsentiert von MDR-Redakteurin Olga Patlan.

MDR S-ANHALT Mi 17.08.2022 17:49Uhr 01:17 min

https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen-anhalt/video-nachrichten-aktuell-siebzehnter-august-100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video