Corona-Pandemie Einzelhandel setzt auf "Terminshopping"

Viele Einzelhändler in Sachsen-Anhalt werden die Möglichkeit des Terminshoppings nutzen – glaubt der Branchenverband. Vor allem kleinere Geschäfte dürften in großer Zahl mitmachen, so Verbandsgeschäftsführer Bernsen.

Einzelhandel Symbolbild
Einkaufen nur mit Termin: Der Einzelhandel darf seit Montag wieder öffnen – aber nur, wenn Kunden sich vorher angemeldet haben. (Archivfoto) Bildrechte: dpa

Viele Einzelhändler in Sachsen-Anhalt werden nach Einschätzung von Branchenvertretern das neue Shopping nach Terminvereinbarung anbieten. Der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Sachsen-Anhalt, Knut Bernsen, sagte, es sei naheliegend, dass sehr viele kleine Läden mitmachen. Auch einige größere Geschäfte würden sich voraussichtlich beteiligen, da die neue Landesverordnung erlaube, auch Menschen mehrerer Haushalte gleichzeitig zu bedienen - sofern nicht mehr als ein Kunde auf 40 Quadratmetern Verkaufsfläche im Laden sei.

Ab wann die Menschen im Land in ihren Lieblingsgeschäften wieder einkaufen könnte, sei unterschiedlich, sagte Bernsen weiter. Einige seien noch mit den Vorbereitungen für die Terminbuchung oder die notwendigen Kontaktlisten beschäftigt.

Protestaktion Einzelhandel Dessau
Protestaktion des Einzelhandels Anfang März in Dessau Bildrechte: MDR/Martin Krause

Erstmal "Kundenfrequenzen anschauen"

Das bestätigte auch der Geschäftsführer des Dessau Centers, Christoph Berndt, im Gespräch mit MDR SACHSEN-ANHALT. Die aktuelle Eindämmungsverordnung mit den neuen Regelungen zum Einkaufen sei erst am Montag veröffentlicht worden, sagte Berndt. Etliche Geschäfte hätten diese noch abwarten wollen, "um sich organisatorisch anzupassen". Andere wollten zunächst das Geschehen abwarten und sich die Kundenfrequenzen anschauen.

Die neue Corona-Eindämmungsverordnung des Landes Sachsen-Anhalt erlaubt für den Einzelhandel das sogenannte call and meet. Das bedeutet, dass Kunden telefonisch in einem Geschäft einen Einkaufstermin buchen können. Hintergrund dieser Regelung ist laut Berndt, dass Kunden "nicht auf bloßen Verdacht in die Innenstadt fahren" und es dadurch möglicherweise zu Personenansammlungen oder zu langen Warteschlangen komme. Daher sei es wichtig, vorher einen Einkaufstermin zu vereinbaren.

dpa, MDR/Dirk Reinhardt

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 08. März 2021 | 19:00 Uhr

5 Kommentare

peterhau vor 5 Wochen

Es tut mir leider für die Händler uns ab 22.03.2021 auch für die Außengastronomie leid, aber solch einen Quatsch mache ich nicht mit. Shopping und im Freien einen Kaffee trinken läuft leider nicht nach Zeitplan sondern das entscheidende ich spontan.

ossi1231 vor 5 Wochen

Man wird sich doch hoffentlich ad hoc anmelden können, selbst wenn noch zwei drei Kunden vorher vor der Türe stehen.
Und natürlich bekommt die Obrigkeit die wohlwollende Bewertung "Hat sich bemüht" sehr gern von mir.

Critica vor 5 Wochen

Noch ein Nachtrag: Der innerstädtische Handel lebt ja gerade von der sogenannten "Laufkundschaft". Doch wenn man solch einen "Aufwand" betreiben soll, dann lasse ich es lieber bleiben, und wie ich höre, viele andere auch.

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