Neues Hilfsprogramm Einbußen durch Corona: Sachsen-Anhalt stellt Geld für Kulturvereine bereit

"Ohne Kultur wird's still": In der Hochphase der Corona-Pandemie haben viele Kulturschaffende aus Sachsen-Anhalt auf ihre missliche Lage aufmerksam gemacht. Die Folge waren Hilfsprogramme vom Staat, die mal besser – und mal schlechter ankamen. Jetzt will Sachsen-Anhalt auch gemeinnützigen Kulturvereinen helfen. Dazu hat das Land ein neues Hilfsprogramm aufgelegt.

Der Schriftzug Theater und ein Pfeil auf einem Schild
Unter der Corona-Pandemie haben nicht nur hauptberufliche Kulturschaffende gelitten. Sachsen-Anhalt will jetzt auch gemeinnützigen Kulturvereinen finanziell helfen. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

In Sachsen-Anhalt können von der Corona-Pandemie gebeutelte Kulturvereine finanzielle Hilfe vom Land beantragen. Wie die Staatskanzlei in Magdeburg mitteilte, ist dazu ein neues Hilfsprogramm aufgesetzt worden. Ziel sei, den Vereinen unter die Arme zu greifen, erklärte Kulturminister Rainer Robra (CDU). Möglich ist demnach ein pauschaler Zuschuss von einmalig 1.000 Euro – oder eine erweiterte Hilfe von insgesamt bis zu 10.000 Euro.

Geld muss nicht zurückgezahlt werden

Das Geld müsse nicht zurückgezahlt werden, hieß es. Allerdings müssten Vereine Nachweise vorlegen, dass sie wegen der Pandemie vorübergehend in existenzbedrohende Zahlungsschwierigkeiten geraten sind. Das Land stellt nach eigenen Angaben rund 3,1 Millionen Euro für das Programm zur Verfügung.

Helfen lassen können sich demnach ausschließlich gemeinnützige Vereine, die ihren Sitz zwischen Arendsee und Zeitz haben. Anträge sind bereits jetzt bei der Investitionsbank des Landes Sachsen-Anhalt möglich.

So funktioniert die Förderung – und das gibt es

Zwei Geldscheine im Wert von 500 Euro.
Kulturvereine können einen Zuschuss von 1.000 Euro aufwärts beantragen. (Symbolbild) Bildrechte: Colourbox.de

Das Hilfsprogramm des Landes besteht aus zwei Säulen: Zum einen können gemeinnützige und von der Pandemie in Zahlungsschwierigkeiten gebrachte Kulturvereine einen pauschalen Zuschuss von einmalig 1.000 Euro beantragen; zum anderen ist eine erweiterte Hilfe von bis zu 10.000 Euro möglich. Für letztere müssen Vereine nachweisen, dass ihre Einnahmen seit dem 15. März 2020 nicht ausreichen, um bestehende Verbindlichkeiten zu decken. Beide Zuschüsse müssen nicht zurückgezahlt werden. Informationen gibt es bei der Investitionsbank des Landes.

Das Land Sachsen-Anhalt hatte in der Vergangenheit bereits Hilfsprogramme aufgelegt, die hauptberuflich tätigen Kulturschaffenden helfen sollten. Unter anderem hatte es das Stipendium "Kultur ans Netz" gegeben, das trotz des Lobs vieler Kulturschaffender mehrfach nicht vollständig abgerufen wurde.

Auch ehrenamtliche Kulturschaffende in Schwierigkeiten

Im Zuge der Pandemie waren allerdings nicht nur die Kulturschaffenden in finanzielle Schwierigkeiten geraten, die damit ihr Geld verdienen. Auch zahlreiche ehrenamtliche Kulturschaffende – darunter Betreiber von Amateurtheatern – hatten mit finanziellen Einbußen zu kämpfen und Schwierigkeiten, die Miete für ihre Räumlichkeiten zu zahlen.

Maria Gebhardt vom Landeszentrum freies Theater

Eine Frau sitzt an einem Tisch und lächelt in die Kamera. 6 min
Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

06:03 min

https://www.mdr.de/kultur/theater/auch-amateurtheater-ist-systemrelevant-100.html

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MDR/Luca Deutschländer

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 21. September 2021 | 06:00 Uhr

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