Wohlfahrtsverbände warnen Soziale Einrichtungen stehen "mit dem Rücken zur Wand"

Verbände wie Diakonie, Rotes Kreuz und Caritas sehen die Versorgung in sozialen Einrichtungen gefährdet. Viel Personal falle wegen Corona-Erkrankungen aus. Die wegfallende Testpflicht könnte die Lage noch verschlimmern. Die Verbände fordern weiterhin Maßnahmen in den Einrichtungen, um Corona-Ausbrüche zu verhindern.

Eine Pflegekraft geht in einem Pflegeheim mit einer älteren Dame über einen Korridor.
Auch in Pflegeeinrichtungen fällt coronabedingt Personal aus. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Wohlfahrtsverbände in Sachsen-Anhalt warnen vor einer Gefährdung der Versorgung im Sozialbereich. Einrichtungen der Pflege, Eingliederungs- und Jugendhilfe hätten aufgrund der Omikron-Welle mit massiven Personalausfällen zu kämpfen. Es werde immer schwieriger, notwendige Dienste aufrecht zu erhalten, teilte die Liga der Freien Wohlfahrtspflege im Land Sachsen-Anhalt mit.

Viele soziale Einrichtungen stünden "mit dem Rücken zur Wand". Die Tagesbetreuung von Kindern müsste beispielsweise eingeschränkt und ehemalige Mitarbeiter aus dem Ruhestand geholt werden.

Das ist die Liga der Freien Wohlfahrtspflege In der Liga der Freien Wohlfahrtspflege im Land Sachsen-Anhalt sind nach eigenen Angaben die Arbeiterwohlfahrt (AWO), die Caritas, der Paritätische Wohlfahrtsverband, das Deutsche Rote Kreuz (DRK), die Diakonie sowie der Landesverband Jüdischer Gemeinden organisiert.

Soziale Dienstleister fühlen sich allein gelassen

Der Wegfall der Testpflicht sei vor diesem Hintergrund "beunruhigend", hieß es. Die Wohlfahrtsverbände prognostizieren zudem eine Verschärfung der Situation durch das neue Infektionsschutzgesetz.

"Es entsteht der Eindruck, dass die Augen vor den Problemen an der Basis verschlossen werden", so die Erklärung der Liga. Offenbar werde der Schutz vulnerabler Gruppen den Sozialdienstleistern überlassen: "Das gefährdet das Aufrechterhalten der Versorgung."

Weiterhin Besuchsverbot und Testpflicht in Einrichtungen gefordert

Die Verbände forderten die Beibehaltung von Corona-Maßnahmen zum Schutz gefährdeter Menschen und der Mitarbeiter. So könnte etwa ein kurzzeitiges Besuchsverbot durch Einrichtungen oder eine Testpflicht für geimpfte Besucher Infektionsausbrüche eindämmen.

Ministerpräsident Haseloff sieht "massiven Personalausfall"

Vor einigen Tagen hatten sich Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) und Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD) mit Vertretern der Ärztekammer und der Kassenärztlichen Vereinigung getroffen und über die Belastung im Gesundheitswesen diskutiert. Haseloff hatte dabei ebenfalls von "massivem Personal-Ausfall" gesprochen. Er erwarte darüber hinaus keine Entspannung der Situation in den kommenden Wochen. Es stelle sich die generelle Frage, welche Strukturen es brauche, um in Krisensituationen schnell und angemessen reagieren zu können.

epd, MDR (Fabian Frenzel)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 28. März 2022 | 19:00 Uhr

2 Kommentare

Reuter4774 vor 26 Wochen

Selbstverständlich dürfen soziale bzw Pflegeeinrichtungen per Hausrecht Besucherregeln bzw Besucherstop verhängen. Machen Krankenhäuser auch dazu braucht es keine Landesregierung.

Wagner vor 27 Wochen

Nicht nur die benannten Einrichtungen stehen mit dem Rücken zur Wand.Man hat den Eindruck ,dass das ganze politische Krisensystem nicht fest ist.
Man versucht jetzt auf Krampf eine Durchseuchung herbeizuführen.Wir wissen aber,dass das nicht klappen kann. Unsere Politik scheint unfähig und nicht in der Lage zu sein ,zu handeln. man blockiert sich selbst :FDP dies,andere das,noch andere jenes. Das geht nicht mehr lange gut . man sollte sich hinsetzen und mal Hausaufgaben machen und auf diejenigen hören,die Ahnung haben ,weiter nichts.

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