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Debatte über Arbeitszeiten

Mehr Homeoffice auch nach Corona: Verwaltungen wollen mit der Zeit gehen

Stand: 02. August 2020, 15:22 Uhr

Von zu Hause arbeiten – zu Beginn der Corona-Krise war das für viele Menschen Alltag. Auch in den Stadt- und Gemeindeverwaltungen waren Videokonferenzen an der Tagesordnung. Das wird künftig auch so bleiben, schätzt der Städte- und Gemeindebund – und hofft, so künftig mehr junge Menschen für Jobs in der Verwaltung motivieren zu können.

Arbeiten aus den eigenen vier Wänden: Zu Beginn der Coronavirus-Pandemie war das für viele Alltag. Auch künftig wollen zahlreiche Arbeitgeber Homeoffice ermöglichen. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Öfter mobiles Arbeiten ermöglichen – und auf diese Weise attraktiver für junge Arbeitnehmer werden: Das erhofft sich der Städte- und Gemeindebund für die Kommunen in Sachsen-Anhalt. Beigeordneter Heiko Liebenehm hat bei MDR SACHSEN-ANHALT jetzt betont, dass Homeoffice auch nach der Corona-Krise eine größere Rolle spielen wird. Die Krise habe gezeigt, dass das funktioniert. Wer auch künftig mobiles Arbeiten ermögliche, schaffe jüngeren Menschen Anreize für einen Job in der Verwaltung, sagte Liebenehm.

Zu Beginn der Coronavirus-Pandemie in Deutschland hatten zahlreiche Stadtverwaltungen ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von zu Hause arbeiten lassen, darunter die Lutherstadt Wittenberg. Dort war nach den Worten von Oberbürgermeister Torsten Zugehör (parteilos) etwa ein Drittel der Beschäftigten zeitweise im Homeoffice. Zugehör betonte bei MDR SACHSEN-ANHALT, dass sich aber nicht jeder Job von zu Hause erledigen lasse. Wer im Bürgerbüro arbeite, könne das nun mal schlecht im eigenen Wohnzimmer tun.

Torsten Zugehör in seinem Büro Bildrechte: IMAGO

Dann müssten Sie ja die Leute zu Hause am Wohnzimmertisch empfangen und sagen: Schönen guten Tag, welchen Personalausweis hätten Sie denn gern?

Torsten Zugehör | Oberbürgermeister von Wittenberg

Mobiles Arbeiten war in der Verwaltung der Lutherstadt vor Ausbruch der Coronavirus-Pandemie häufig an den Kosten gescheitert. Die Krise habe dazu beigetragen, dass alles viel schneller gegangen sei, sagte ein Mitarbeiter der städtischen IT-Abteilung MDR SACHSEN-ANHALT.

So seien beispielsweise Laptops viel schneller ausgegeben worden. Ein großer Teil der Anwendungen funktioniere auch bei der Arbeit im eigenen Wohnzimmer. Nachholbedarf gebe es beim Daten- und Arbeitsschutz.

Gewerkschaftsbund warnt vor neuer Ungerechtigkeit

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) befürchtet wegen der Entwicklung hin zum Homeoffice auf lange Sicht allerdings neue Ungerechtigkeiten. Der sächsische DGB-Landeschef Markus Schlimbach sagte kürzlich im MDR, es gebe Menschen, die kein Homeoffice machen könnten. Für diejenigen, die von zu Hause arbeiteten, müssten klare Vereinbarungen getroffen werden, wann Feierabend sei. Wenn Homeoffice zum Regelfall werde, müssten die Arbeitnehmer Arbeitsausrüstung wie Monitore, Rechner oder ordentliche Bürostühle bereitstellen.

Auch Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hatte zuletzt vor überlangen Arbeitszeiten im Homeoffice gewarnt. Wenn von zu Hause gearbeitet werde, dürfe das nicht dazu führen, dass Arbeitnehmer rund um die Uhr verfügbar seien und der Arbeitsschutz ausgehöhlt werde. Unabhängig davon will Heil ein Recht auf Homeoffice künftig gesetzlich verankern.

Viele Unternehmen wollen auch künftig Homeoffice ermöglichen

Eine Studie des Ifo-Instituts hatte zuletzt gezeigt, dass gut die Hälfte der 7.000 befragten Firmen dauerhaft die Arbeit im Homeoffice ermöglichen will.

Quelle: MDR/ld

Dieses Thema im Programm:MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 02. August 2020 | 17:00 Uhr

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