Analyse Impfquote zwischen Landkreisen in Sachsen-Anhalt schwankt stark

Eine Impfpflicht soll es in Deutschland zwar nicht geben, allerdings wird die Bundesregierung nicht müde zu betonen, dass die Impfung immer noch der beste Schutz vor einer Corona-Erkrankung ist. Dieser Appell scheint aber in Sachsen-Anhalt unterschiedlich Gehör zu finden. Denn es gibt mitunter große Unterschiede bei der Impfquote in den Landkreisen.

Eine junge Frau impft eine junge Patientin.
Bei der Impfquote in Sachsen-Anhalt gibt es von Landkreis zu Landkreis erhebliche Unterschiede. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Die Impfquote ist eine der Zahlen in der Corona-Pandemie, die derzeit wohl mit am meisten diskutiert wird. Aktuellen Zahlen des Sozialministeriums zufolge liegen die Werte in Sachsen-Anhalt aber zum Teil deutlich auseinander. Dessau-Roßlau ist bei den Zweitimpfungen mit 63 Prozent aktuell der Spitzenreiter im Land – gefolgt von Halle und dem Landkreis Harz (jeweils 59 Prozent).

Schlusslicht ist hingegen der Salzlandkreis. Hier haben lediglich 48 Prozent der Menschen bereits einen vollständigen Impfschutz erhalten.

Haseloff: "Unterschiede nicht erklärbar"

Reiner Haseloff
Ministerpräsident Reiner Haseloff Bildrechte: dpa

Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) sagte MDR SACHSEN-ANHALT, es sei nicht erklärbar, warum bestimmte Landkreise wie der Saalekreis (50 Prozent), der Salzlandkreis (48 Prozent) und Wittenberg (49 Prozent) bei den Impfungen hinterherhinkten.

Denn gleichzeitig liege die Impfquote im ländlichen Raum wie in der Altmark, wo die Entfernungen größer und die Bevölkerungs- und Arztdichte geringer seien, höher (Stendal: 56 Prozent).

Haseloff wolle nun mit den Landräten das Gespräch suchen, um der Impfkampagne einen neuen Schub zu verpassen. Es müsse vor allem verstärkt Angebote für Familien mit Kindern geben, so der Ministerpräsident. Das Ziel sei eine Impfquote von mindestens 85 Prozent.

Sachsen ist Schlusslicht im Ländervergleich

Unterdessen sind in Deutschland laut Robert Koch-Institut (RKI) inzwischen 57 Prozent der Menschen vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Dabei liegt Bremen im Vergleich der Bundesländer mit rund 68 Prozent vollständig geimpften Einwohnern an der Spitze. In Sachsen-Anhalt liegt die Quote bei etwa 55 Prozent. Schlusslicht bleibt Sachsen mit etwa 50 Prozent vollständig geimpften Einwohnern.

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Auch das RKI geht davon aus, dass zwischen 85 und 90 Prozent der Bevölkerung immun sein müssen, bevor sich die Lage stabilisiert und man die sogenannte Herdenimmunität erreicht.

Das würde bedeuten, dass das Virus angesichts vieler immuner Menschen nur noch selten weitergegeben wird und auch ungeschützte Menschen – etwa Kinder, für die es noch keinen zugelassenen Impfstoff gibt – kein hohes Ansteckungsrisiko mehr haben.

Quelle: MDR/André Damm, Manuel Mohr, Thomas Tasler

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 18. August 2021 | 17:00 Uhr

6 Kommentare

Kritiker vor 38 Wochen

@Peter: Eine Hypotese, die mal anders belegt werden sollte. Nicht 9 von 10 sondern wie viele (als Anzahl) sind dem zugrunde gelegt?
Waren es 100, wovon dann wohl 90 nicht geimpft waren? An sachlicher auf Zahlen sich beziehende Info wäre weitaus interessanter und keine Vergleichbarkeiten ohne genauen Bezug beruhend auf Zahlen = Einzelfälle.

Peter vor 38 Wochen

Wir haben vor wenigen Tagen erfahren, dass in NRW neun von zehn Patienten, welche wegen einer Corona-Infektion in Krankenhäusern behandelt werden müssen, ungeimpft sind.
Kritiker: Wenn man bedenkt, dass inzwischen rund zwei Drittel der deutschen Erwachsenen geimpft sind, liegt die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Ungeimpfter im Krankenhaus stationär behandelt werden muss, rund 20 mal höher als bei einem Geimpften.

Kritiker vor 38 Wochen

+...Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) sagte MDR SACHSEN-ANHALT, es sei nicht erklärbar, warum bestimmte Landkreise wie der Saalekreis (50 Prozent), der Salzlandkreis (48 Prozent) und Wittenberg (49 Prozent) bei den Impfungen hinterherhinkten....+
Ja vllt. fehlt das Vertrauen der Mitmenschen in die Wirksamkeit oder die Mitmenschen sehen andere Kriterien.
Leider wurde ja zur Zeit der Null-Inzidenz für Anhalt-Bitterfeld, es vermieden über die Impfquoten eine solche Auskunft über die Prozente (wobei es besser wäre alles mal mit verständlichen Zahlen so und so viel hundert oder tausend Menschen sind geimpft....) zu vermeiden. Solche Maßgaben beeinflussen auch das Meinungsbild vieler Menschen zu, für oder gegen etwas wie eine Impfung. Wird sich das mal ändern?

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