Impfung gegen Corona Corona-Impfzentren in Sachsen-Anhalt: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Sachsen-Anhalt hat in allen Landkreisen und kreisfreien Städten Corona-Impfzentren aufgebaut. Warum diese Zentren benötigt werden, woher der Impfstoff kommt und wer zuerst geimpft werden soll: MDR SACHSEN-ANHALT beantwortet die wichtigsten Fragen.

Corona-Impfstoff
In Sachsen-Anhalt wurden in den elf Landkreisen und drei kreisfreien Städten insgesamt 14 Impfzentren eingerichtet (Stand Januar 2021). Bildrechte: dpa

Seit dem 27. Dezember 2020 wird in Sachsen-Anhalt gegen das Coronavirus geimpft. Auch erste, in den Landkreisen und kreisfreien Städten eingerichtete Impfzentren haben seit dem 11. Januar die Arbeit aufgenommen. Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) sprach von einem "geglückten Start". Geprüft werde außerdem, mobile Impf-Teams einzusetzen. Grimm-Benne sagt, es sei wichtig, alle Risikogruppen, die keine längeren Wege mehr zurücklegen können, mit Impfstoff zu versorgen.

Wer soll zuerst gegen Corona geimpft werden?

Sachsen-Anhalt orientiert sich bei dieser Frage an der erlassenen Impfverordnung des Bundes. In der Impfstrategie des Landes Sachsen-Anhalt ist Folgendes geregelt:

  • Stufe 1: Mobile Impfteams impfen in einem ersten Schritt die Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen und das Personal dort. Ebenfalls impfen lassen können sich Menschen, die älter als 80 Jahre alt sind. Parallel sollen Beschäftigte in Krankenhäusern geimpft werden.
  • Stufe 2: Erst hier kommen die Impfzentren ins Spiel: In ihnen sollen dann beispielsweise Menschen über 70 geimpft werden. Sachsen-Anhalt folgt hier der Reihenfolge, die die Ständige Impfkommission empfohlen hat.
  • Stufe 3: Erst in einem dritten Schritt sollen die Menschen geimpft werden, bei denen das Risiko für einen tödlichen Verlauf der Erkrankung niedrig ist.

Wie sieht die Impfbereitschaft in Deutschland aus?

Nach dem aktuellen ARD-Deutschlandtrend hat die Impfbereitschaft der Deutschen zugenommen (Stand: Januar 2021).

  • 54 Prozent der Befragten erklärten, sich auf jeden Fall gegen das Coronavirus impfen lassen zu wollen. Im November vergangenen Jahres waren es noch 37 Prozent.
  • 21 Prozent halten es für wahrscheinlich, dass sie sich impfen lassen.
  • 12 Prozent lehnen eine Impfung ab.

Woher kommt der Impfstoff?

In Deutschland gibt es Stand Januar 2021 zwei zugelassene Impfstoffe:

Zum einen den Impfstoff der Mainzer Firma Biontech, der zusammen mit dem US-Unternehmen Pfizer entwickelt wurde. Der Impfstoff wird zum Teil auch in Sachsen-Anhalt produziert. Die Dermapharm AG aus München stellt den Impfstoff aktuell an ihrem Hauptstandort in Brehna im Landkreis Anhalt-Bitterfeld her.

Die Forscher beider Unternehmen hatten nach eigenen Angaben Mitte Januar 2020 begonnen, an einem Impfstoff gegen das neuartige Virus SARS-CoV-2 zu forschen. Nachdem der Impfstoff in anderen Ländern der Welt – darunter in Großbritannien und den USA – bereits zugelassen worden war und eingesetzt wird, kann es nun auch in Deutschland losgehen.

Der Chef der Ständigen Impfkommission, Thomas Mertens, hält den Coronavirus-Impfstoff von Biontech und Pfizer für unbedenklich. Mertens sagte dem MDR, es gebe keine Hinweise darauf, dass der Wirkstoff die DNA der Menschen verändere. Auch müsse man nach allem, was man jetzt wisse, nicht mit Langzeitfolgen rechnen.

Nachrichten

Ein Porträt-Foto von Virologe Alexander Kekulé. 46 min
Bildrechte: MDR/dpa

MDR AKTUELL Di 10.11.2020 15:45Uhr 46:28 min

Audio herunterladen [MP3 | 42,5 MB | 128 kbit/s] Audio herunterladen [MP4 | 84,8 MB | AAC | 256 kbit/s] https://www.mdr.de/nachrichten/podcast/kekule-corona/kekule-biontech-durchbruch-oder-hype-audio-102.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Audio

Der zweite zugelassene Impfstoff kommt vom US-amerikanischen Hersteller Moderna. Je 600 Dosen des Impfstoffs wurden an die Universitätskliniken in Halle und Magdeburg geliefert. Laut Gesundheitsministerin Grimm-Benne ist das Vakzin zunächst für das Personal an den beiden Unikliniken und in weiteren Krankenhäusern in Sachsen-Anhalt vorgesehen.

Der Moderna-Impfstoff war von der Europäischen Union Anfang Januar zugelassen worden. Der Dekan der Medizinischen Fakultät in Halle, Michael Gekle, erklärte MDR SACHSEN-ANHALT, der Moderna-Impfstoff sei genauso wirkungsvoll wie das Vakzin von BioNTech-Pfizer. Studien gingen von 90 bis 95 Prozent Schutz aus.

Insgesamt hat das Bundesgesundheitsministerium Sachsen-Anhalt 27.600 Moderna-Dosen bis Ende Februar zugesagt.

Warum soll Sachsen-Anhalt Impfzentren bekommen?

Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerium geht davon aus, dass die Impfungen nur in Impfzentren kontrolliert und effizient durchgeführt werden können. Denn das Verteilen und Lagern der Impfstoffe sowie die Organisation der Impfung sei komplex.

Auf tagesschau.de heißt es, der Umgang mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer sei eine logistische Herausforderung. Die Fläschchen mit dem Impfstoff müssen bei rund minus 70 Grad gefroren bis zum Impfzentrum transportiert werden. Laut Pfizer ist für die Lagerung der Impfdosen ein sogenannter "Thermo-Koffer" entwickelt worden. Darin können die Impfdosen mit Trockeneis bis zu zehn Tage bei etwa minus 75 Grad Celsius gelagert werden.

Sollten es die Rahmenbedingungen zulassen, können zu einem späteren Zeitpunkt Impfstoffe über die Ärzteschaft und Apotheken verteilt werden, so das Gesundheitsministerium.

Wer trägt die Kosten für die Impfzentren?

Nach dem Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz ist vorgesehen, dass der Bund die Impfstoffe beschafft, finanziert und gemäß Bevölkerungsanteil in die Länder verteilt. Die Länder sind an der Einrichtung von Impfzentren finanziell beteiligt und für die Beschaffung von Impfzubehör zuständig. Dazu zählen bislang rund 1,3 Millionen Spritzen sowie 1,55 Millionen Kanülen. Das kostet rund 43.500 Euro.

Hintergründe und Aktuelles zum Coronavirus – unser Newsletter

In unserem Newsletter zur Corona-Lage in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen fassen wir für Sie zusammen, was am Tag wichtig war und was für Sie morgen wichtig wird.

Das Corona-Daten-Update – montags bis freitags um 20 Uhr per Mail in Ihrem Postfach. Hier können Sie den Newsletter abonnieren.

Quelle: MDR/mf,pow

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 13. Januar 2021 | 12:00 Uhr

1 Kommentar

Rotti vor 21 Wochen

Ich bin ja mal gespannt, wer sich da freiwillig impfen lässt. Mit Zeugs, wo die Nebenwirkungen noch gar nicht alle feststehen.

Mehr aus Sachsen-Anhalt

Drehstart für den Jubiläums-Polizeiruf „An der Saale hellem Strande“ (AT). Das Team in der „Freiraumgalerie“ in Halle (Saale). 17.11.2020   mit Video
V.l.n.r.: Iris Kiefer (Produzentin Filmpool Fiction), Nikolai von Graevenitz (Kamera), Peter Kurth (Rolle Henry Koitzsch), Clemens Meyer (Drehbuchautor), Peter Schneider (Rolle Michael Lehmann) und Thomas Stuber (Regie) Bildrechte: Felix Abraham