Fünf- bis Elfjährige Corona-Impfung für Kinder: Das müssen Sie wissen

Am Montag soll in Sachsen-Anhalt die Auslieferung des Biontech-Impfstoffs für Kinder zwischen fünf und elf Jahren starten. Ärztinnen und Ärzte hatten bereits Anfang des Monats Impfdosen bestellen müssen. Wer Kinder impft, was der Unterschied zum Impfstoff für Erwachsene ist und wie viele Spritzen es pro Kind gibt.

Ein Junge bekommt eine Spritze in den Arm
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Am Montag soll die Auslieferung des Biontech-Impfstoffs für Kinder zwischen fünf und elf Jahren starten. Was Sie jetzt wissen müssen.

Wer wird geimpft?

Der Kinder-Impfstoff gegen das Coronavirus von Biontech ist für Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren zugelassen. Der Biontech-Impfstoff wurde von der EU-Arzneimittelbehörde EMA zugelassen. Auch die Sächsische Impfkommission hat die Impfung bereits empfohlen.

Die bundesweit zuständige Ständige Impfkommission (Stiko) hat ihre Empfehlung bisher nur für Kinder mit Vorerkrankungen ausgesprochen sowie für Kinder, in deren Umfeld Risikopatientinnen und -patienten leben. Auch für alle anderen Kinder sei die Impfung auf eigenen Wunsch möglich, die offizielle Empfehlung des Impfstoffs für alle Kinder steht noch aus.

Die Impfung steht allen Kindern zwischen fünf und elf Jahren Jahren offen. Das sind in Sachsen-Anhalt etwa 128.000 Kinder.

Wann wird geimpft?

Am Montag sollen die ersten Chargen des Kinder-Impfstoffs ausgeliefert werden. Dann können die Impfungen in Kinder- und Hausarztpraxen beginnen.

Ärztinnen und Ärzte hatten bereits bis 7. Dezember Bestellungen für den gesamten Dezember abgeben müssen. Die nächsten Bestellungen sind laut Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte erst wieder Anfang Januar möglich. Der Verband hatte das als "schwierige Rechnung" kritisiert, da keiner vorab den reellen Bedarf wirklich einschätzen könne.

Was wird geimpft?

Biontech und Pfizer haben ihren Comirnaty-Impfstoff für eine Kinder-Impfung angepasst. Der Leipziger Kinderarzt Dr. Stephan Borte erklärte dem MDR, dass der Kinderimpfstoff eine geringere Dosierung der mRNA enthält. Das Verhältnis von mRNA und Lösungsmittel sei anders als beim Erwachsenen-Impfstoff.

Das Sozialministerium Sachsen-Anhalt teilte mit, die Sicherheit des Impfstoffs und dessen Wirksamkeit von über 90 Prozent sei durch die Europäische Arzneimittelbehörde nachgewiesen worden.

Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums beträgt die Dosis für Kinder etwa ein Drittel von Jugendlichen und Erwachsenen. Auch Kinder sollen laut Ministerium zweimal geimpft werden, je im Abstand von drei bis sechs Wochen.

Das Sozialministerium in Sachsen-Anhalt hat mitgeteilt, dass zunächst rund 20.000 Impfdosen des Kinderimpfstoffes beim Bund bestellt worden seien.

Wo wird geimpft?

In Kinderarztpraxen. Viele Eltern seien verunsichert und bräuchten Beratung, sagte der Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte.

Zudem organisieren laut Sozialministerium Sachsen-Anhalt auch Landkreise und kreisfreie Städte zusätzliche Angebote. In Salzwedel und Gardelegen soll es Impftage mit vorheriger Terminvergabe für Kinder mit ihren Eltern geben. Auch im Landkreis Harz sind Impfaktionen für Kinder geplant.

Vorerst nicht geplant sind Impfungen für Kinder in den öffentlichen Impfstellen in Magdeburg, dem Burgenlandkreis und dem Landkreis Anhalt-Bitterfeld.

#MDRklärt Fünf Fragen zum Kinderimpfstoff

Seit dieser Woche dürfen Kinder ab fünf Jahren geimpft werden. Doch es gibt viele Fragen dazu. Hier die Antworten auf fünf besonders dringende.

5 Fragen zum Kinderimpfstoff
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5 Fragen zum Kinderimpfstoff
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1. Ist der Impfstoff sicher?  Der Impfstoff für Kinder ist genauso sicher wie der für Erwachsene und deshalb durch die Arzneimittelbehörde EMA zugelassen. "In klinischen Studien werden die Impfstoffe getestet. Nur wenn die Studienergebnisse zeigen, dass keine schweren Nebenwirkungen zu erwarten sind und der Impfstoff die erwartete Wirksamkeit zeigt, geht er ins Zulassungsverfahren bei der EMA."
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2. Warum sollten Kinder geimpft werden, obwohl sie meist leichte Verläufe haben? Ein schwerer Krankheitsverlauf ist selten, aber nicht ausgeschlossen. Covid kann bei Kindern zu Entzündungen an Organen führen, sodass die Kinder auf Intensivstationen behandelt werden müssen. Auch Long-Covid-Fälle sind möglich. Laut einer Studie aus Südafrika waren Kinder anfälliger gegen die neue Omikron-Variante als gegen vergangene Varianten.
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3. Welche Kinder sollten geimpft werden? Die Ständige Impfkommission hat Corona-Schutzimpfungen für Fünf- bis Elfjährige empfohlen, wenn:  bestimmte Vorerkrankungen das Risiko eines schweren Verlaufs erhöhen. im Umfeld der Kinder Risikopatienten leben, die sich selbst nicht durch Impfungen schützen können. dies der Wunsch der Eltern ist. Von einer Impfempfehlung für gesunde Kinder wurde bislang aber abgesehen. Das Risiko von seltenen Nebenwirkungen könne aufgrund der eingeschränkten Datenlage derzeit nicht eingeschätzt werden.
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4. Wo wird geimpft? Sachsen: Bei etwa 100 Kinderärzten und in elf Krankenhäusern, geplant sind zudem Impfmöglichkeiten an zentralen Orten Thüringen: Bei Kinder-, Jugend-, und Hausärzten, bis zum 23. Dezember nachmittags im Impfzentrum in Gera sowie in den Impfstellen Erfurt (Katholisches Krankenhaus), Sömmerda und Leinefelde,  Jena will ein zweites kommunales Impfzentrum speziell für Kinder im Volkshaus eröffnen, Ab dem 27. Dezember bei allen Impfstellen des Landes  Sachsen-Anhalt: Bei 87 Kinderärzten, Landkreise und kreisfreien Städte organisieren zusätzlich Impfangebote
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5. Wie viel Impstoff gibt es? Sachsen: 20.000 Impfdosen zu Dezember bestellt // Thüringen: will für Dezember und Januar 121.000 Impfdosen bestellen // Sachsen-Anhalt: 20.000 Impfdosen zu Dezember bestellt
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Texttafel: "Mehr Erklärgrafiken und -videos auf Instagram @mdrklaert"
Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 13. Dezember 2021 | 05:00 Uhr Bildrechte: MDR/Max Schörm
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MDR (Leandra Pfeiffer, Julia Heundorf)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | 09. Dezember 2021 | 16:00 Uhr

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