Knapp 10.000 Impfdosen Corona-Impfungen in Sachsen-Anhalt beginnen

Einen Tag nach der deutschlandweit ersten Impfung in Halberstadt haben am Sonntag auch im Rest des Landes die Corona-Impfungen begonnen. Zunächst sollen Ältere und Mitarbeitende in Pflegeheimen und Krankenhäusern immunisiert werden.

Im Landkreis Harz in einer Senioren Pflegeeinrichtung in Halberstadt (Seniorenzentrum Krüger) wurden die ersten Bewohner sowie das Pflegepersonal geimpft.
In Sachsen-Anhalt haben die Corona-Impfungen begonnen. Bildrechte: dpa

In Sachsen-Anhalt haben am Sonntag die Corona-Impfungen in den Landkreisen und kreisfreien Städten begonnen. Insgesamt 9.750 Impfdosen waren am Samstagmorgen an das Land geliefert und gleich darauf in die Regionen verteilt worden. Im Landkreis Harz gingen erste Dosen in das Seniorenzentrum Krüger in Halberstadt, wo auch direkt am Samstag mit dem Impfen begonnen wurde. Als erste ließ sich die 101-jährige Edith Kwoizalla impfen, weitere Bewohnerinnen und Bewohner sowie Pflegepersonal folgten.

Die vorzeitigen Impfungen in Halberstadt haben Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) überrascht. Der Minister freue sich für die erste Corona-Geimpfte in Deutschland, sagte sein Sprecher der "Bild am Sonntag". Allerdings hätte man mit allen Partnerländern der EU und den 16 Bundesländern vereinbart, erst ab Sonntag gemeinsam mit den Impfungen zu beginnen. Die Entscheidung für eine frühere Immunisierung hatte der Landkreis Harz getroffen. Ein Sprecher sagte MDR SACHSEN-ANHALT, die Logistik gebe das her. Außerdem zähle jeder Tag.

Mobile Impfteams unterwegs

An vielen Orten im Land sind seit Sonntagmorgen mobile Impfteams in Senioren- und Pflegeheimen unterwegs, um die besonders gefährdeten Menschen zu impfen. Ein Teil der Impfdosen geht an Krankenhäuser, damit das Personal immunisiert werden kann. Die Impfungen sind freiwillig.

Hintergründe und Aktuelles zum Coronavirus – unser Newsletter

In unserem Newsletter zur Corona-Lage in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen fassen wir für Sie zusammen, was am Tag wichtig war und was für Sie morgen wichtig wird.

Das Corona-Daten-Update – montags bis freitags um 20 Uhr per Mail in Ihrem Postfach. Hier können Sie den Newsletter abonnieren.

In Magdeburg wurde am Sonntag bereits seit 8:00 Uhr in einem ersten Heim im Norden der Stadt geimpft. Die Impfbereitschaft sei hoch, sagte Matthias Boxhorn, organisatorischer Leiter vom Johanniter-Regionalverband Magdeburg/Börde/Harz. Deshalb sei von ursprünglich zwei Teams auf drei aufgestockt worden. In dem kommunal getragenen "Haus Heideweg" gebe es 120 Impfwillige, zudem wollten sich mehr als 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter immunisieren lassen. Das Universitätsklinikum sei auch mit Impfstoff versorgt worden, andere Krankenhäuser sollten folgen. Insgesamt stehen mit der ersten Lieferung in Magdeburg 975 Impfdosen zur Verfügung, sagte Boxhorn.

Auch in Halle sind am zweiten Weihnachtsfeiertag 975 Impfdosen angekommen. Damit werde die Impfkampagne planmäßig am Sonntag beginnen, hieß es aus der Verwaltung. "Fünf mobile Teams werden zunächst Bewohnerinnen und Bewohnern in den Alten- und Pflegeheimen impfen, die in den vergangenen Wochen von einem Infektionsgeschehen betroffen waren." Rund 30 Prozent der Impfdosen würden verteilt an die fünf Krankenhäuser in der Stadt.

Ministerium erwartet 170.000 Impfdosen bis Februar

Geimpft werden muss zügig. Der Stoff wurde auf minus 75 Grad gekühlt geliefert. "Sowie wir ihn aus dieser Lagerung herausnehmen und auftauen, haben wir nur noch eine Verwendungsmöglichkeit von 120 Stunden. Das ist nicht wirklich viel", hatte Boxhorn vorab gesagt. Um eine Immunisierung zu erreichen, sind zwei Spritzen im Abstand von drei Wochen nötig. Die nächste Impfstofflieferung wird noch vor Jahresende erwartet und dann wöchentlich. Bis Mitte Februar wird laut Sozialministerium mit 175.000 Impfdosen gerechnet.

In den zurückliegenden Wochen haben die Landkreise und kreisfreien Städte Impfzentren aufgebaut. Dort soll die Arbeit losgehen, wenn ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht. Geimpft werden kann nur, wer einen Termin hat. Die Terminvergabe beginnt laut Sozialministerium voraussichtlich Mitte Januar.

#MDRklärt Nach diesem Plan wird gegen Corona in Sachsen-Anhalt geimpft

In Sachsen-Anhalt beginnen am 27. Dezember die Impfungen gegen das Coronavirus. Doch weil noch nicht genug Impfstoff produziert wurde, wird die Bevölkerung in Stufen geimpft – je gefährdeter durch das Virus, desto eher.

Höchste Priorität haben Menschen ab 80 und alle, die in stationären Einrichtungen zur Behandlung, Betreuung oder Pflege tätig sind. Dafür sind mobile Impfteams unterwegs. Zur ersten Gruppe gehört außerdem alle, die auf Intensivstationen, in Notaufnahmen, in Rettungsdiensten oder den Impfzentren arbeitet. Die Impfstoffe werden dafür an die Krankenhäuser übergeben.
Höchste Priorität haben Menschen ab 80 und alle, die in stationären Einrichtungen zur Behandlung, Betreuung oder Pflege tätig sind. Dafür sind mobile Impfteams unterwegs. Zur ersten Gruppe gehört außerdem alle, die auf Intensivstationen, in Notaufnahmen, in Rettungsdiensten oder den Impfzentren arbeitet. Die Impfstoffe werden dafür an die Krankenhäuser übergeben. Bildrechte: MDRklärt
Höchste Priorität haben Menschen ab 80 und alle, die in stationären Einrichtungen zur Behandlung, Betreuung oder Pflege tätig sind. Dafür sind mobile Impfteams unterwegs. Zur ersten Gruppe gehört außerdem alle, die auf Intensivstationen, in Notaufnahmen, in Rettungsdiensten oder den Impfzentren arbeitet. Die Impfstoffe werden dafür an die Krankenhäuser übergeben.
Höchste Priorität haben Menschen ab 80 und alle, die in stationären Einrichtungen zur Behandlung, Betreuung oder Pflege tätig sind. Dafür sind mobile Impfteams unterwegs. Zur ersten Gruppe gehört außerdem alle, die auf Intensivstationen, in Notaufnahmen, in Rettungsdiensten oder den Impfzentren arbeitet. Die Impfstoffe werden dafür an die Krankenhäuser übergeben. Bildrechte: MDRklärt
Die Impfzentren werden in der zweiten Stufe genutzt. Dann werden Personen geimpft, die älter als 70 Jahre oder bei denen ein hohes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf besteht. Dazu gehören etwa Demenzkranke sowie Menschen mit Trisomie 21 und Transplantationspatienten. Auch enge Kontaktpersonen von Pflegbedürftigen dürfen sich dann impfen lassen, dasselbe gilt für Menschen in Asyl- oder Obdachlosenunterkünften.
Die Impfzentren werden in der zweiten Stufe genutzt. Dann werden Personen geimpft, die älter als 70 Jahre oder bei denen ein hohes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf besteht. Dazu gehören etwa Demenzkranke sowie Menschen mit Trisomie 21 und Transplantationspatienten. Auch enge Kontaktpersonen von Pflegbedürftigen dürfen sich dann impfen lassen, dasselbe gilt für Menschen in Asyl- oder Obdachlosenunterkünften. Bildrechte: MDRklärt
In einem dritten Schritt sollen die Menschen geimpft werden, bei denen das Risiko für einen tödlichen Verlauf der Erkrankung erhöht ist. Dazu gehören etwa Menschen ab 60, stark Übergewichtige, Patienten mit Immundefizienz oder Menschen mit Diabetes, Herzerkrankungen oder Bluthochdruck. Zur dritten Priorität gehören außerdem Mitarbeiter von Verfassungsorganen, Regierungen und Verwaltungen, Streitkräften, Polizei, Zoll, Feuerwehr, Katastrophenschutz und Justiz sowie dem Lebensmitteleinzelhandel. Hinzu kommen Menschen in prekären Arbeitsbedingungen wie etwa Saisonarbeiter.
In einem dritten Schritt sollen die Menschen geimpft werden, bei denen das Risiko für einen tödlichen Verlauf der Erkrankung erhöht ist. Dazu gehören etwa Menschen ab 60, stark Übergewichtige, Patienten mit Immundefizienz oder Menschen mit Diabetes, Herzerkrankungen oder Bluthochdruck. Zur dritten Priorität gehören außerdem Mitarbeiter von Verfassungsorganen, Regierungen und Verwaltungen, Streitkräften, Polizei, Zoll, Feuerwehr, Katastrophenschutz und Justiz sowie dem Lebensmitteleinzelhandel. Hinzu kommen Menschen in prekären Arbeitsbedingungen wie etwa Saisonarbeiter. Bildrechte: MDRklärt
Texttafel: "Mehr Erklärgrafiken und -videos auf Instagram @mdrklaert"
Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 21. Dezember 2020 | 19:00 Uhr

Quelle: MDR/mx
Bildrechte: MDR/Max Schörm
Alle (4) Bilder anzeigen

Quelle: dpa, MDR/olei

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 27. Dezember 2020 | 19:00 Uhr

9 Kommentare

Ritter Runkel vor 47 Wochen

Die Geschichte beginnt dort, wo Pflegeheime einfach nicht genügend überwacht und getestet wurde: Ausgerechnet im sensibelsten Bereich mit den meisten Opfern gab und gibt es die wenigsten Hilfsmaßnahmen.

MDR-Team vor 47 Wochen

Es gibt sicherlich auch andere Dinge als der Coronavirus, die wichtig sind, da haben Sie Recht. Deswegen haben wir auch über andere Dinge berichtet. Allerdings merken wir auch an den Fragen und Kommentaren der Leserinnen und Leser, dass das Thema alle sehr beschäftigt. Die Pandemie beeinflusst ja unser aller Alltag. Auch dem müssen wir Rechnung tragen.

Ritter Runkel vor 48 Wochen

Tausende Texte, etwa zwei Drittel aller Artikel, die die Redaktion im Laufe des Jahres publiziert hat, handeln vom Coronavirus oder der Krankheit Covid-19 oder erwähnen es zumindest am Rande.
Hoffentlich geht die Redaktion mal in sich und überlegt, ob das wirklich Sinn macht.
Das Verhältnis von Artikeln zu Thematik steht in keinerlei Verhältnis. Es wäre schön, endlich wieder andere Dinge zu lesen. Es gibt es tatsächlich Wichtigeres als Covid-19.

Mehr aus Sachsen-Anhalt