Impfung von Einzelpersonen Ab sofort Termine für Corona-Impfungen in Sachsen-Anhalt

Sachsen-Anhalt will ab dem 5. Januar erste Termine für die Corona-Impfung von Einzelpersonen vergeben. Das kündigte Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) am Mittwoch an. Die Terminvergabe soll unter einer zentralen Telefonnummer starten – sowie online.

Im Landkreis Harz in einer Senioren Pflegeeinrichtung in Halberstadt (Seniorenzentrum Krüger) wurden die ersten Bewohner sowie das Pflegepersonal geimpft.
Voraussichtlich ab dem 11. Januar werden die Impfzentren in Sachsen-Anhalt öffnen. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Sachsen-Anhalt will ab dem 5. Januar erste Termine für die Corona-Impfung von Einzelpersonen vergeben. Das kündigte das Gesundheitsministerium an. "Impfberechtigte Sachsen-Anhalter können sich jetzt für einen Termin zur Corona-Schutzimpfung anmelden", hießt es. Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) rief jedoch gleichzeitig zu Geduld auf, wenn nicht sofort für alle, die sich impfen lassen wollten, auch Termine zur Verfügung stünden. Es werde mit Hochdruck daran gearbeitet, die Kapazitäten hochzufahren.

Die Terminvergabe soll unter einer zentralen Telefonnummer starten sowie online. Geplant sei, zunächst für jeweils eine Woche Termine zu vergeben. Zur Impfung seien zunächst Menschen über 80 Jahren sowie Pflegepersonal berechtigt, hieß es bereits in vorhergehenden Mitteilungen.

#MDRklärt Deshalb ist es wichtig, Senioren als erstes gegen Corona zu impfen

MDRklärt: Deshalb ist es wichtig, Senior*innen als erstes gegen Corona zu impfen
Seniorinnen und Senioren sollen laut dem Impfplan als erstes gegen Corona geimpft werden. Das ist enorm wichtig für die gesamte Bevölkerung. Bildrechte: dpa, MDRklärt/Johanna Daher
MDRklärt: Deshalb ist es wichtig, Senior*innen als erstes gegen Corona zu impfen
Seniorinnen und Senioren sollen laut dem Impfplan als erstes gegen Corona geimpft werden. Das ist enorm wichtig für die gesamte Bevölkerung. Bildrechte: dpa, MDRklärt/Johanna Daher
MDRklärt: Deshalb ist es wichtig, Senior*innen als erstes gegen Corona zu impfen
Und zwar hat das Robert Koch-Institut eine Studie veröffentlicht, die zeigt, dass ältere Menschen stärker von Corona betroffen sind. Bildrechte: MDRklärt/Johanna Daher
MDRklärt: Deshalb ist es wichtig, Senior*innen als erstes gegen Corona zu impfen
Umso älter die Corona-Infizierten sind, desto wahrscheinlicher müssen sie ins Krankenhaus. Bildrechte: MDRklärt/Johanna Daher
MDRklärt: Deshalb ist es wichtig, Senior*innen als erstes gegen Corona zu impfen
Außerdem sterben ältere Menschen häufiger an einer Corona-Erkrankung. Bildrechte: MDRklärt/Johanna Daher
MDRklärt: Deshalb ist es wichtig, Senior*innen als erstes gegen Corona zu impfen
Wegen dieser beiden Gründe, sollen sie laut dem Impfplan als erstes geimpft werden. Bildrechte: MDRklärt/Johanna Daher
MDRklärt: Deshalb ist es wichtig, Senior*innen als erstes gegen Corona zu impfen
Und das ist für die gesamte Bevölkerung wichtig. Umso weniger alte Menschen sich mit dem Virus infizieren, desto weniger Leute müssen ins Krankenhaus. Die Krankenhäuser werden dadurch entlastet. Bildrechte: MDRklärt/Johanna Daher
MDRklärt: Deshalb ist es wichtig, Senior*innen als erstes gegen Corona zu impfen
Zum Beispiel werden dann Betten in den Krankenhäusern frei, die für andere Patienten und Behandlungen genutzt werden können.

Dieses Thema im Programm:
MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 19.12.2020 | 19:00 Uhr
Bildrechte: MDRklärt/Johanna Daher
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Wo kann ich einen Termin vereinbaren?

Zuständig für die Terminvergabe in den Impfzentren ist die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt (KVSA). Diese ist telefonisch erreichbar unter 116 117. Die Hotline ist bereits geschaltet und steht zur Information zur Verfügung.

Auch eine Internetseite für die Terminbuchung ist geschaltet. Dort kann der jeweilige Landkreis beziehungsweise die kreisfreie Stadt mit dem zugehörigen Impfzentrum ausgewählt werden. Freie Termine werden allerdings abhängig von der vorhandenen Impfstoffmenge angeboten.

Wo kann man geimpft werden?

Verabreicht werden die Dosen in den Impfzentren, die eigens zu diesem Zweck in Magdeburg, Halle, Dessau-Roßlau sowie allen elf Landkreisen eingerichtet wurden. In großen Kreisen bedeutet das für manche Menschen lange Anreisewege. Ob jeder Impfwillige in das Zentrum seines Kreises kommen muss, oder ob es auch möglich ist, gerade weniger mobile Senioren auch zu Hause zu versorgen, muss laut Gesundheitsministerium noch geklärt werden.

Ab wann öffnen die Impfzentren?

In Sachsen-Anhalt sollen ab dem 11. Januar erste Impfzentren öffnen. Nicht alle Impfzentren sind zeitgleich am Start, so das Gesundheitsministerium. Eine Impfung sei nur nach vorheriger Terminvereinbarung möglich.

Wann bekomme ich meine Corona-Impfung?

Zur Impfung ab dem 11. Januar seien primär Menschen über 80 Jahren sowie Pflegepersonal berechtigt, so Grimm-Benne am Montag. Diese gehören zur ersten Kategorie des vom Robert Koch-Insituts (RKI) vorgeschlagenen Impfplans.

#MDRklärt Nach diesem Plan wird gegen Corona in Sachsen-Anhalt geimpft

In diesen Stufen wird die Bevölkerung gegen Corona geimpft
Das ist der Plan, in welchen Stufen die Menschen gegen Corona geimpft werden sollen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
In diesen Stufen wird die Bevölkerung gegen Corona geimpft
Das ist der Plan, in welchen Stufen die Menschen gegen Corona geimpft werden sollen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Höchste Priorität haben Menschen ab 80 und alle, die in stationären Einrichtungen zur Behandlung, Betreuung oder Pflege tätig sind. Dafür sind mobile Impfteams unterwegs. Zur ersten Gruppe gehört außerdem alle, die auf Intensivstationen, in Notaufnahmen, in Rettungsdiensten oder den Impfzentren arbeitet. Die Impfstoffe werden dafür an die Krankenhäuser übergeben.
Höchste Priorität haben Menschen ab 80 und alle, die in stationären Einrichtungen zur Behandlung, Betreuung oder Pflege tätig sind. Dafür sind mobile Impfteams unterwegs. Zur ersten Gruppe gehört außerdem alle, die auf Intensivstationen, in Notaufnahmen, in Rettungsdiensten oder den Impfzentren arbeitet. Die Impfstoffe werden dafür an die Krankenhäuser übergeben. Bildrechte: MDRklärt
Die Impfzentren werden in der zweiten Stufe genutzt. Dann werden Personen geimpft, die älter als 70 Jahre oder bei denen ein hohes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf besteht. Dazu gehören etwa Demenzkranke sowie Menschen mit Trisomie 21 und Transplantationspatienten. Auch enge Kontaktpersonen von Pflegbedürftigen dürfen sich dann impfen lassen, dasselbe gilt für Menschen in Asyl- oder Obdachlosenunterkünften.
Die Impfzentren werden in der zweiten Stufe genutzt. Dann werden Personen geimpft, die älter als 70 Jahre oder bei denen ein hohes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf besteht. Dazu gehören etwa Demenzkranke sowie Menschen mit Trisomie 21 und Transplantationspatienten. Auch enge Kontaktpersonen von Pflegbedürftigen dürfen sich dann impfen lassen, dasselbe gilt für Menschen in Asyl- oder Obdachlosenunterkünften. Bildrechte: MDRklärt
In einem dritten Schritt sollen die Menschen geimpft werden, bei denen das Risiko für einen tödlichen Verlauf der Erkrankung erhöht ist. Dazu gehören etwa Menschen ab 60, stark Übergewichtige, Patienten mit Immundefizienz oder Menschen mit Diabetes, Herzerkrankungen oder Bluthochdruck. Zur dritten Priorität gehören außerdem Mitarbeiter von Verfassungsorganen, Regierungen und Verwaltungen, Streitkräften, Polizei, Zoll, Feuerwehr, Katastrophenschutz und Justiz sowie dem Lebensmitteleinzelhandel. Hinzu kommen Menschen in prekären Arbeitsbedingungen wie etwa Saisonarbeiter.
In einem dritten Schritt sollen die Menschen geimpft werden, bei denen das Risiko für einen tödlichen Verlauf der Erkrankung erhöht ist. Dazu gehören etwa Menschen ab 60, stark Übergewichtige, Patienten mit Immundefizienz oder Menschen mit Diabetes, Herzerkrankungen oder Bluthochdruck. Zur dritten Priorität gehören außerdem Mitarbeiter von Verfassungsorganen, Regierungen und Verwaltungen, Streitkräften, Polizei, Zoll, Feuerwehr, Katastrophenschutz und Justiz sowie dem Lebensmitteleinzelhandel. Hinzu kommen Menschen in prekären Arbeitsbedingungen wie etwa Saisonarbeiter. Bildrechte: MDRklärt
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Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 21. Dezember 2020 | 19:00 Uhr

Quelle: MDR/mx
Bildrechte: MDR/Max Schörm
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Nach diesem Plan wird die Bevölkerung in sechs Kategorien eingeteilt, die beispielsweise bestimmt werden durch das Alter, den Beruf oder Vorerkrankungen. Je nachdem, in welcher Kategorie man sich befindet, hat man unter Umständen früher Zugang zu einer Impfdosis als andere Bevölkerungsmitglieder. So werden beispielsweise diejenigen zuerst geimpft, die bei einer Erkrankung das höchste Risiko für Tod und schwere Erkrankung haben.

Vorgeschlagene Priorisierung zur Verteilung des COVID-19-Impfstoffes
Kategorie Priorisierung Bevölkerungsgruppen
1 sehr hohe Priorität Menschen über 80 Jahre, Bewohner von Pflegeheimen, z.T. Pflegekräfte und Krankenhausmitarbeiter
2 hohe Priorität Personen im Alter zwischen 76 und 80 Jahren, Pflegekräfte in medizinischen Einrichtungen, Menschen mit Behinderung oder Demenz in Pflege
3 moderate Priorität Personen im Alter von 71 bis 75, Menschen mit Vorerkrankungen (mit erhöhtem Risiko) und deren engste Kontaktpersonen, Bewohner von Gemeinschaftsunterkünften, engste Kontaktpersonen von Schwangeren, Personal in medizinischen Einrichtungen
4 erhöhte Priorität Personen im Alter von 66 bis 70 Jahren, Menschen mit Vorerkrankungen (mit moderatem Risiko) und deren engsten Kontaktpersonen, Personal in medizinischen Einrichtungen, Lehrer*innen, Erzieher*innen, Menschen in prekären Lebens- oder Arbeitsbedingungen (z.B. Saisonarbeiter)
5 gering erhöhte Priorität Menschen im Alter zwischen 60 bis 65 Jahren, Beschäftigte im Einzelhandel, z.T. Personal der Bundes- und Landesregierungen, Berufsgruppen der kritischen Infrastruktur wie Feuerwehr, Polizei, ÖPNV, Abfallwirtschaft
6 niedrige Priorität alle übrigen Personen

Was passiert, wenn jemand sich einen Termin verschafft, der keine Berechtigung hat?

Bei der Terminvergabe über die zentrale Telefonnummer wird zunächst nur mündlich abgefragt, welche Voraussetzungen der Anrufer mitbringt und ob er impfberechtigt ist. Es sei nicht auszuschließen, dass dabei falsche Angaben gemacht würden, sagte Grimm-Benne. Aber mit dieser Methode werde sich niemand eine Impfung sichern können, der noch nicht berechtigt sei.

Denn vor Ort muss die Chipkarte der Krankenversicherung und der Personalausweis vorgelegt werden, zudem eine Einwilligung und ein Aufklärungsbogen unterschrieben werden. Wenn dann auffalle, dass jemand nicht die Kriterien erfülle, werde er wieder nach Hause geschickt, hieß es.

Wie soll die Impfung von über 80-Jährigen ablaufen, die im Privathaushalt leben?

Weiterhin steht die Frage offen, wie über 80-Jährige mit dem Impfstoff versorgt werden sollen, die in den eigenen vier Wänden leben und von Angehörigen oder durch ambulante Pflegedienste betreut werden.

Nach aktuellem Stand müssen sie sich selbst kümmern. Voraussichtlich ab dem 11. Januar können sie über die Zentrale Hotline der KVSA unter 116 117 einen Termin ausmachen. Gegebenenfalls können dann, wenn es nicht anders möglich ist, mobile Impfteams nach Hause bestellt werden.

Wie viele Impfdosen stehen Sachsen-Anhalt zu?

Am Mittwoch wurde Sachsen-Anhalt durch eine zweite Lieferung mit 40.000 Impfdosen versorgt. Zentrale Lagerstätte ist das Medizinlager der Sternapotheke Osmann in Irxleben.

Mit der Eröffnung der Impfzentren ab Mitte Januar soll es regelmäßig Nachschub geben. Laut Beate Bröcker, Staatssekräterin im Sozialministerium, sollen dann wöchentlich 19.500 Dosen geliefert werden. "Termine werden in einem begrenzten Umfang vergeben. So wie Impfstoff verfügbar ist", sagt Bröcker.

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Sachsen-Anhalt hat Ende Dezember mit den ersten Impfungen gegen Covid-19 begonnen. Durch eine erste Lieferung wurde das Land mit 9.750 Impfdosen versorgt. Bis zum Donnerstagvormittag wurden sogar rund 10.100 Dosen des Impfstoffs verabreicht, wie aus einer Übersicht des Robert Koch-Instituts (RKI) hervorgeht. Sachsen-Anhalt hatte sich vorgenommen, bis zum Jahreswechsel die erste Lieferung aufzubrauchen. Das entspricht 9750 Impfungen. Dieses Ziel wurde erreicht. Vorrangig wurden bisher Seniorinnen und Senioren in Alten- und Pflegeheimen geimpft. Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne teilte mit: "Wir hatten einen gelungenen Impfstart. Die nächste Herausforderung wird sein, die Impfzentren mit Leben zu erfüllen."

Quelle: MDR/vö

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 30. Dezember 2020 | 15:00 Uhr

4 Kommentare

Brigitte vor 14 Wochen

....habe gerade gelesen, dass Israel in den letztes 2 Wochen bereits 1Million Menschen geimpft hat. Deutschland kommt seit 27.12. auf 131.626 geimpfte.
Wenn das in diesem Tempo weitergeht, werde ich mit 56 Jahren 2021 wohl keinen Termin zum Impfen benötigen, weil einfach kein Impfstoff da sein wird. Deutschland hat es wieder mal vor lauter Diskussionen verpennt....so wie die EU ....

Nordharzer vor 14 Wochen

Wie hat der MP gesagt, "jetzt liegt es an allen, mitzumachen"? Ok, ich gehöre zu Kategorie 4 (klingt wie ne Hooliganeinstufung), aber selbst wenn ich zur Kategorie 1 gehören würde, müsste ich wohl noch lange warten. Die EU - und Deutschland - hat aus welchen Gründen auch immer gepennt und zuwenig Impfstoff bestellt. Deshalb nützen sämtliche Appelle nichts, wenn sich an der Versorgung mit Impfstoff nichts ändert.

ElBuffo vor 14 Wochen

Erstmal die Altenheime sowie das dortige Personal sowie das im medizinischen Bereich durchimpfen. Aus den Heimen kommt die große Masse der Intensivbettenbeleger. Und die sind ja wohl das eigentliche Problem. Wenn dann auch noch kaum Personal deswegen ausfällt, kann man dort bald wieder in den Normalbetrieb übergehen. Der Rest des Landes dann ebenfalls. Die vollkommen verquere Diskussion um Sonderrechte für Geimpfte kann man sich auch ersparen. Die tun schon so als wären die Rechte, die nach dem Grundgesetz jedem zustehen und die der Staat/die Regierung zu gewährleisten haben, ein Sonderrechte wären, das die Regierung dem Einzelnen nach irgendwelchen Kriterien verleihen könnte. Ich glaub, ich spinne.

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