Corona-Pandemie Impfquote in Gefängnissen hinkt landesweitem Durchschnitt hinterher

Als die Pandemie ausbrach, war die Sorge vor Corona-Ausbrüchen in den Gefängnissen groß. Rückblickend lässt sich sagen: Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen bewegt sich auf überschaubarem Niveau. Weniger gut: Auch die Impfquote unter den Häftlingen ist überschaubar.

Ein Justizbeamter ist 2015, von hinten in einer JVA zu sehen
Die Impfquote der Häftlinge in Sachsen-Anhalt liegt deutlich unter der landesweiten. Viele Bedienstete in den Gefängnissen sind dagegen geimpft. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

In Sachsen-Anhalts Gefängnissen liegt die Impfquote deutlich unter dem landesweiten Durchschnitt. Das geht aus einer bislang unveröffentlichten Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage des Grünen-Abgeordneten Sebastian Striegel hervor. Das Papier liegt MDR SACHSEN-ANHALT vor.

Halle und Volkstedt: Nur jeder zweite Häftling geimpft

Demnach war zum Stichtag am 15. Dezember 2021 in den Justizvollzugsanstalten Halle und Volkstedt im Landkreis Mansfeld-Südharz nur jeder zweite Häftling geimpft. Für das Gefängnis in Burg meldete das Justizministerium eine Impfquote von 56 Prozent. Unter den Bediensteten in den Anstalten ist die Quote deutlich höher und liegt in vielen Fällen bei mehr als 80 Prozent. In Sachsen-Anhalt sind 70 Prozent der Menschen doppelt geimpft. Nach Zahlen des Robert Koch-Institutes haben knapp 43 Prozent von ihnen inzwischen eine Auffrisch-Impfung erhalten.

Insgesamt seien seit Start der Impfkampagne gut 2.600 Impfdosen in den Anstalten gespritzt worden. Wie viele Erst-, Zweit- oder gar Booster-Impfungen verabreicht wurden, teilte die Landesregierung nicht mit.

Im Rahmen der Zugangsuntersuchung wird regelmäßig der Impfstatus eines Gefangenen in Erfahrung gebracht; dabei werden die Gefangenen auf die Möglichkeit der Durchführung von SARS-CoV-2-Schutzimpfungen ausdrücklich aufmerksam gemacht.

Justizministerium von Sachsen-Anhalt

34 Häftlinge infiziert

Seit Ausbruch der Pandemie haben sich den Zahlen zufolge 34 Häftlinge nachweislich mit dem Virus infiziert. Die meisten nachgewiesenen Infektionen wurden demnach in der Justizvollzugsanstalt in Burg festgestellt. Dort steckten sich 15 Häftlinge an. Unter den Bediensteten gab es 34 nachgewiesene Fälle.

Zahl der bekannten Corona-Fälle seit Beginn der Pandemie
Haftanstalt Insassen Bedienstete
Justizvollzugsanstalt Burg 15 34
Justizvollzugsanstalt Halle 3 48
Justizvollzugsanstalt Volkstedt 8 19
Jugendanstalt Raßnitz 8 12
Jugendarrestanstalt Halle 0 4
Landesbetrieb für Beschäftigung und Bildung der Gefangenen 0 7

Die Pandemie hatte von Beginn an auch die Justizvollzugsanstalten vor Herausforderungen gestellt. Besonders zu Beginn war die Sorge von Corona-Ausbrüchen groß. Inzwischen gilt für Besuche von Insassen die 3G-Regel.

MDR (Luca Deutschländer)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 21. Januar 2022 | 09:30 Uhr

3 Kommentare

Frank 1 vor 17 Wochen

@ C.T.: Sie wollen Geimpfte vorzeitig aus der Haft entlassen als "Belohnung" fürs Impfen? Wie krank ist das denn? Die befinden sich doch nicht aus Jux und Dallerei im Bau! Die sitzen wegen nachgewiesener strafrechtlich relevanter Vergehen ein. Dann steht der Rechtsstaat endgültig auf dem Kopf wenn derartig krude Ideen Wirklichkeit werden.

C.T. vor 17 Wochen

Hier würde selbst die Androhung von Beugehaft nichts bewirken. That's life!
Versucht es doch lieber mit vorzeitiger Haftenlassung für Geimpfte...

pwsksk vor 17 Wochen

Können sich die Inhaftierten auch anstecken?
Mal ehrlich, mich interessieren diese Zahlen überhaupt nicht.

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