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Masken zu tragen, ist keine Pflicht mehr – Masken nicht zu tragen, aber auch nicht. Bildrechte: dpa

Corona-Lage | 8. März 2022Ministerin bekräftigt Ende der Maskenpflicht – mit einer Einschränkung

von MDR SACHSEN-ANHALT

Stand: 08. März 2022, 16:33 Uhr

Bildungsministerin Feußner hat das Ende der Maskenpflicht an den Schulen im Unterricht verteidigt. Das RKI meldet in der Zwischenzeit steigende Inzidenzen in Sachsen-Anhalt. Und: Mittlerweile liegen fast genauso viele geboosterte Personen auf Intensivstationen wie ungeimpfte. Die Corona-Lage am 8. März.

Sachsen-Anhalts Bildungsministerin Eva Feußner (CDU) hat im Gespräch mit MDR SACHSEN-ANHALT das Ende der Maskenpflicht im Unterricht verteidigt und bekräftigt.

Feußner: Zahl der Corona-Infektionen an Schulen geht zurück

Eva Feußner ist Bildungsministerin von Sachsen-Anhalt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Sie sagte, es sei keine Pflicht, auf die Maske zu verzichten. Jeder, der dies wolle, könne sie weiter tragen. Im Schulgebäude sei das ohnehin außerhalb des Unterrichts so. Außerdem sei die Zahl der Infektionen an den Schulen im Land bei Lehrern und Schülern rückläufig, so Feußner weiter. Das ergebe sich aus regelmäßigen Untersuchungen in Zusammenarbeit mit dem Landesschulamt.

Deshalb können wir uns das jetzt leisten.

Eva Feußner | Bildungsministerin von Sachsen-Anhalt

Feußner sagte aber auch, dass man sich jederzeit der aktuellen Lage anpassen könne. So sei es möglich, bei eventuellen Corona-Fällen wieder zu täglichen Testungen der Kinder und Jugendlichen zurückzukehren. Derzeit wird in den Schulen dreimal statt bisher fünfmal auf Corona getestet. Eine Rückkehr zur Maskenpflicht sei zumindest denkbar, deutete Feußner an.

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist in Sachsen-Anhalt unterdessen weiter gestiegen. Am Dienstag gab das Robert Koch-Institut (RKI) den Wert der Inzidenz mit 1.726,9 nach 1.701,3 am Montag an. Vor einer Woche waren es 1.884,3. Bundesweit lag der Wert am Dienstag bei 1.293,6. Er gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche an. Laut RKI kamen in den vergangenen 24 Stunden in Sachsen-Anhalt 4.685 Neuinfektionen hinzu, es wurden neun neue Todesfälle verzeichnet.

Winterferien lassen Inzidenzen bei Kindern und Jugendlichen sinken

Die Winterferien haben zu einem deutlichen Rückgang der Inzidenzen bei den Fünf- bis 14-Jährigen geführt. Aktuell sind die Inzidenzen in allen Altersgruppen eher stagnierend. Noch ist offen, wie sich das Verhalten in den Ferien und die fehlende Maskenpflicht in der kommenden Woche in den Daten widerspiegelt.

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Landesweit stellt sich die Situation in Sachsen-Anhalt unterschiedlich dar. Am stärksten ist der Landkreis Jerichower Land mit einer Inzidenz von 2.308,6 betroffen. Zudem liegen mit dem Harz- und dem Salzlandkreis zwei weitere Landkreise über der Marke von 2.000. Den niedrigsten Wert in Sachsen-Anhalt hatte am Dienstag der Landkreis Anhalt-Bitterfeld (1.482,0).

Seit Beginn der Pandemie vor zwei Jahren haben sich in Sachsen-Anhalt insgesamt 451.607 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 4.801 starben an oder mit einer Corona-Infektion.

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Die Hospitalisierungsrate ist in Sachsen-Anhalt seit Wochen wieder ansteigend. Die Zahl der in ein Krankenhaus eingewiesenen Covid-19-Fälle pro 100.000 Einwohner lag vor zwei Wochen unter fünf Prozent. Mittlerweile hat sich der veröffentlichte Wert bei zehn Prozent eingepegelt. Die Schätzung der tatsächlichen Werte liegt noch deutlich darüber.

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Der Anteil von Covid-19-Patienten an der Gesamtzahl der Intensivbetten nahm in den vergangenen zehn Tagen von knapp sieben auf mittlerweile knapp zehn Prozent zu. Damit liegt die Auslastung der Intensivbetten aber immer noch deutlich unter dem Niveau der vierten Welle zum Jahreswechsel.

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Immer mehr geboosterte Personen auf Intensivstationen

Mittlerweile liegen fast genauso viele geboosterte Personen auf Intensivstation wie ungeimpfte. Der Anstieg pro Woche ist nach Berechnungen von MDR WISSEN immens. Das RKI hingegen sieht "keine starken Hinweise, dass die Booster-Effektivität deutlich nachlässt".

Im folgenden Text begeben sich die Kolleginnen und Kollegen auf Spurensuche nach einem möglichen Denkfehler:

Doppelte BioNTech-Impfung schützt Kinder nur schwach

Daten aus den USA zeigen währenddessen: Eine zweifache Impfung mit dem Impfstoff von BioNTech schützt Unter-Zwölfjährige kaum noch vor einer Ansteckung mit Corona – und auch Teenager nur schwach. Beide Gruppen profitieren aber von einem Booster.

Die Forscher verglichen jeweils die Zahl der gemeldeten Infektionen bei geimpften Kindern mit den Infektionen einer gleich großen Vergleichsgruppe ungeimpfter Kinder. Daraus errechneten sie den Schutz der Impfung. Laut den Daten sank demnach der Schutz vor einer Ansteckung nach zweifacher Impfung bei Teenagern von 66 auf 51 Prozent und bei den jüngeren Kindern sogar von 68 auf zwölf Prozent.

Coronaschutz wird durch Booster erhöht – wenn auch nur kurz

Auch beim Schutz davor, in einem Krankenhaus behandelt werden zu müssen, nahm die Effektivität der Impfung stark ab. Dass vor allem die jüngeren Kinder häufiger Impfdurchbrüche erleiden, könnte laut den Forschern mit der geringeren Impfstoff-Menge zu tun haben, die verabreicht werde.

Zumindest bei den 16- und 17-Jährigen lasse sich der Schutz durch eine dritte Impfdosis wieder auf 81 Prozent erhöhen, schreiben Forscher in einer weiteren Studie. Das gilt allerdings wahrscheinlich nur für einen relativ kurzen Zeitraum nach dem Booster. 

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MDR (Gero Hirschelmann)

Dieses Thema im Programm:MDR SACHSEN-ANHALT | 08. März 2022 | 05:30 Uhr

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