Corona-Lage | 23. November 2021 Coronavirus: Ungeimpfte Jugendliche am stärksten betroffen

Die Coronavirus-Inzidenz klettert in Sachsen-Anhalt weiter nach oben und liegt deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Innerhalb des Landes gibt es enorme Unterschiede – auch zwischen benachbarten Regionen. Auch in den Altersgruppen ist das Coronavirus unterschiedlich stark verbreitet: Besonders ungeimpfte Jugendliche infizieren sich.

Eine Gruppe Jugendliche auf der Hubbrücke in Magdeburg
Jugendliche Ungeimpfte stecken sich derzeit besonders häufig mit dem Coronavirus an. Bildrechte: MDR/Julia Heundorf

Das Coronavirus verbreitet sich in Sachsen-Anhalt rasant weiter: Die 7-Tage-Inzidenz beträgt nach Angaben des Robert-Koch-Instituts 591,7. Das heißt, dass sich in den vergangenen sieben Tagen knapp 592 Menschen pro 100.000 Einwohnern infiziert haben. Vor sieben Tagen lag die Inzidenz bei 352,5.

Sachsen-Anhalt ist derzeit im bundesweiten Vergleich deutlich überdurchschnittlich betroffen. Die bundesweite Inzidenz beträgt 399,8. Vier andere Länder sind noch stärker betroffen, darunter Sachsen und Thüringen.

Inzidenz bei Jugendlichen über 2.000

Besonders betroffen sind in Sachsen-Anhalt ungeimpfte Jugendliche: In dieser Gruppe liegt die Inzidenz bei 2.192,53. Auch in den Altersgruppen 18 bis 59 sowie 60 und älter liegt die Inzidenz bei den Ungeimpften jeweils über 1.000 – ebenso bei den Kindern unter elf Jahren, für die bisher kein Impfstoff zugelassen ist.

Auch geimpfte Personen sind betroffen, allerdings deutlich weniger: Bei den Geimpften sind die Erwachsenen zwischen 18 und 59 Jahren am stärksten betroffen. Die Inzidenz beträgt 138,35.

In Sachsen-Anhalt sind bisher 64,4 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft, 65,8 Prozent sind mindestens einmal geimpft. Am höchsten ist die Impfquote bei Menschen über 60 (84,6 Prozent). Von den Jugendlichen zwischen zwölf und 17 Jahren sind 29,4 Prozent geimpft und von den Erwachsenen zwischen 18 und 59 66,2 Prozent.

Viele Menschen fragen bereits die dritte Impfung, den "Booster", nach. Doch die Beschaffung des nachgefragten Impfstoffes von BioNTech ist derzeit schwierig.

Ein Arzt aus der Börde berichtet im Video.

Landkreis Mansfeld-Südharz mit Inzidenz über 1.000

Auch regional gibt es weiterhin große Unterschiede: Während im Süden im Landkreis Mansfeld Südharz die Inzidenz 1.013,5 beträgt, liegt sie im Landkreis Börde bei 226,9 – obwohl die Nachbarlandkreise deutlich stärker betroffen sind.

Seit Beginn der Pandemie sind in Sachsen-Anhalt 3.733 Menschen im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion verstorben, 24 davon seit Montag. Die Gesamtzahl der Corona-Infektionen ist seit Pandemie-Beginn auf 141.393 gewachsen. 2.497 der Fälle wurden am Montag festgestellt.

Die Lage in den Krankenhäusern

Die Hospitalisierungsrate liegt im Land bei 11,74. Auch dieser Wert ist überdurchschnittlich im Vergleich zum Bundeswert, der bei 5,6 liegt. Die Hospitalisierungsrate zeigt an, wie viele Covid-19-Patientinnen und -Patienten in den vergangenen sieben Tagen im Krankenhaus behandelt werden mussten – gerechnet auf 100.000 Einwohner. Die Hospitalisierungsrate ist zwar ein wichtiger Wert für politische Entscheidungen, etwa über Maßnahmen, wird aber systematisch unterschätzt.

Auf der Intensivstation werden derzeit landesweit insgesamt 117 Menschen wegen einer Covid-19-Infektion behandelt, 63 von ihnen müssen beatmet werden. Maximal 24 weitere Covid-19-Patienten könnten derzeit in Intensivbetten behandelt werden.

MDR (Julia Heundorf)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 23. November 2021 | 19:00 Uhr

5 Kommentare

Thommi Tulpe vor 1 Wochen

Woher wollen Sie Langzeitstudien zu einem Problem hernehmen, welches erst seit relativ kurzer Zeit existiert?
Wer spaltet die Gesellschaft denn? Menschen, die sich tatsächlich mit der ganzen "Materie" auskennen, jene, die täglich auf Intensivstationen um das Leben Infizierter kämpfen, spalten die Gesellschaft ganz sicher nicht. Denn diese Leute sagten seit Beginn der Pandemie im Grundsatz immer "nur" eines: Kontaktvermeidung/ -reduzierung.
Man muss jetzt nicht die Politik dafür vollverantwortlich machen, wenn zu viele (sicher nicht dumme!?) Leute nicht zumindest den Experten gefolgt wäre!

Thommi Tulpe vor 1 Wochen

Mahnten nicht Experten (Virologen, medizinisches Fachpersonal, welches tagtäglich auf den Intensivstationen um Menschenleben kämpft) immer und immer wieder?
Hätte jeder von uns dieses Mahnen zumindest nicht ignoriert, wäre man den Ratschlägen der Leute gefolgt, welche tatsächlich Kennung von der Materie haben (und das sind seltenst Politiker!): Die Politik hätte uns nicht vorschreiben müssen, was zu tun ist.

Monazit vor 1 Wochen

Haben sie denn schon alle Studien zum Thema Corona gelesen? Ich habe es nicht, aber ich weiß, dass es zahlreiche Erkenntnisse zur Impfwirksamkeit, zur Saisonalität, zu Impfdurchbrüchen gibt. Daraus lässt sich ein recht gutes Gesamtbild erkennen. Wenn sie aber die Coronazahlen zum Beispiel nur mit der Impfquote korrelieren wollen, dann ergeben sich natürlich offene Fragen.

Was jedoch eindeutig ist, ist deskriptive Statistik. D.h., dass unter ungeimpften die Inzidenz viel höher ist, ist Fakt. Dass die niedrige Impfquote damit maßgeblich für die hohen Zahlen verantworlicht ist, ebenfalls.

Dies anzusprechen spaltet keine Gesellschaft. Die Ungeimpften sind das vermeidbarste Problem der aktuellen Zeit, aber natürlich hat die Politik auch Mist gebaut. Es ist nicht die Schuld der Ungeimpften, dass sie bisher am öffentlichen Leben teilnehmen konnten. Experten haben schon im Sommer 2G gefordert und die deskriptive Statistik gibt ihnen jetzt recht.

Mehr aus Sachsen-Anhalt