Corona-Lage | 11. Januar 2022 Weniger Menschen bei Demos gegen Corona-Maßnahmen

Erst am vergangenen Samstag haben Tausende die Magdeburger Innenstadt lahmgelegt. Am Montag folgte dann die nächste Demo gegen die Corona-Maßnahmen. Im ganzen Land waren mehr als 17.000 Menschen unterwegs.

Rund 17.000 Menschen haben sich am Montag in Sachsen-Anhalt an Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen beteiligt. Insgesamt haben die Beamten im Magdeburger Innenministerium 54 Veranstaltungen "mit Bezug zu Corona-Eindämmungsmaßnahmen" gezählt, heißt es auf Anfrage von MDR SACHSEN-ANHALT.

Zum Vergleich: In der Vorwoche waren es 48 Veranstaltungen an einem Abend. Allerdings konnten die Veranstalter in dieser Woche nicht so viele Menschen mobilisieren: Am vergangenen Montag waren nach Behördenangaben im ganzen Land rund 18.200 Menschen auf Demonstationen gegen die Corona-Einschränkungen unterwegs.

Landesweit wurden rund 250 Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. Zudem wurden zehn Ermittlungsverfahren unter anderem wegen Landfriedensbruchs, Widerstand und tätlichen Angriffen auf Vollstreckungsbeamte aufgenommen.

Sprecherin Innenministerium

In Magdeburg berichtete die Polizei von 1.800 Teilnehmern bei einem unangemeldeten Protest. Zwei Polizeibeamte seien nach derzeitigem Kenntnisstand bei Auseinandersetzungen mit den Demonstranten leicht verletzt worden. Beide Beamte sind den Angaben zufolge weiterhin dienstfähig. Am Abend hatte die Polizei zunächst von fünf leicht verletzten Polizisten berichtet.

In Halle nahmen nach Polizeiangaben an vier Aktionen etwa 2.400 Menschen teil. Im Burgenlandkreis beteiligten sich demnach fast 1.800 Teilnehmer an fünf Orten. Es sei vergleichsweise ruhig geblieben, sagte ein Sprecher. In Wittenberg zählte die Polizei 1.800 Menschen, in Bitterfeld 850, in Köthen 500 und in Dessau 470. In Stendal nahmen etwa 380 Menschen an einer Demonstration teil. In mehreren Orten kam es nach Polizeiangaben zu kleineren Gegenprotesten.

Demos müssen vorab angemeldet werden

In Sachsen-Anhalt sind mindestens 48 Stunden vorher angemeldete Demonstrationen grundsätzlich nicht beschränkt, können aber bei mehr als zehn Teilnehmern von der zuständigen Versammlungsbehörde in Rücksprache mit der Gesundheitsbehörde beschränkt, verboten oder mit Auflagen versehen werden.

Für unangemeldete Demonstrationen hat die Polizei Magdeburg in der letzten Dezember-Woche die Regeln per Allgemeinverfügung verschärft. Nicht angemeldete Proteste dürfen dort nur noch ortsgebunden stattfinden. Protestzüge durch die Straßen sind also untersagt. Außerdem besteht die Pflicht zum Tragen einer Maske sowie Abstandsregeln.

Corona-Inzidenz unter dem Bundesdurchschnitt

Zur Corona-Lage: Die Gesundheitsämter Sachsen-Anhalts haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 917 neue Infektionen mit dem Corona-Virus gemeldet. Die Zahl der Infektionen je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche wurde mit 274,2 angegeben. Bundesweit lag diese sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz laut RKI bei 387,9.

Die höchste Corona-Inzidenz in Sachsen-Anhalt gab das RKI für den Altmarkkreis Salzwedel mit 332,6 an, gefolgt vom Landkreis Stendal mit 331,3 und der Stadt Halle mit 325,4. Der Landkreis Harz hatte den Angaben zufolge mit 213,3 die niedrigste Inzidenz im Land.

Zudem wurden zehn zusätzliche Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung innerhalb von 24 Stunden registriert, teilte das RKI mit.

Mehr als 100 Omikron-Fälle im Land

Derweil ist die Omikron-Variante in Deutschland weiter auf dem Vormarsch. In Sachsen-Anhalt betrug die Zahl der Corona-Fälle der neuen Omikron-Variante laut Robert Koch-Institut am Dienstag 143. Davon wurden den Angaben zufolge bisher 20 Fälle labordiagnostisch sequenziert und 123 Verdachtsfälle mittels variantenspezifischer PCR-Tests festgestellt.

Weiter 30 Prozent der Sachsen-Anhalter ungeimpft

Gute Nachrichten gibt es in Sachen Corona-Impfung: 70 Prozent der Menschen in Sachsen-Anhalt haben inzwischen ihre Erstimpfung bekommen - eine psychologisch wichtige Marke. In der frühen Phase der Pandemie galt, dass zum Erreichen der Herdenimmunität etwa zwei Drittel (rund 70 Prozent) der Bevölkerung durch Impfung oder Infektion immun geworden sein müssten. Doch seit dem Aufkommen der ansteckenderen Delta-Variante gehen Experten nicht mehr davon aus. Inzwischen gilt eine Impfquote von 95 Prozent als nötig, um Herdenimmunität herzustellen.

Im bundesweiten Vergleich sind nur bei unseren direkten Nachbarn weniger Menschen geimpft. Sachsen-Anhalt liegt vor Thüringen, Brandenburg und Sachsen am Ende der Tabelle.

Bildungsministerin: Schulstart reibungslos verlaufen

Am Montag hat nach den dreiwöchigen Weihnachtsferien der Unterricht an den Schulen wieder begonnen. Schülerinnen und Schüler werden in den ersten beiden Wochen an jedem Schultag getestet und müssen Maske tragen. Zudem gilt die Präsenzpflicht. So ergebe sich ein guter Überblick über die Lage, sagte Bildungsministerin Feußner. Mit ersten Ergebnissen zum Infektionsgeschehen rechnet sie am Freitag.

Unterdessen sollen Impfungen in Schulen weitergehen, sagte die Ministerin. Per Tiktok und Instagram werde das Land weiter für Impfungen bei den 12- bis 17-Jährigen werben. "Wir werden, weil es doch ganz gut angelaufen ist, diese Impfkampagne nochmal auflegen bis zu den Februarferien."

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REUTERS, dpa, MDR (Hannes Leonard)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 11. Januar 2022 | 07:00 Uhr

44 Kommentare

Anita L. vor 3 Tagen

Ob Sie das Diskussionspapier überzeugt oder nicht, liegt nicht in meiner Verantwortung und auch nicht in Janoschs. Sie wollten einen Nachweis, dass es eine entsprechende Untersuchung gab, und die haben Sie erhalten.

Saxe vor 3 Tagen

@Kritiker:", dass gerade nach entsprechenden Demos genau diese Menschen anschließend erkrankt sind und auf Intensivstationen verbracht werden mussten. "
Darum geht es nicht. Thema ist, dass durch die Demonstrierenden der Virus weiterverbreitet wird und dadurch, auch außerhalb der Menge der Demonstrierenden, unnötige Ansteckungen resultieren.

JanoschausLE vor 3 Tagen

Kritiker,
"JanoschausLE: +...Die tatsächlich Besorgten sollten sich mal überlegen, wem sie da blindlings hinterher rennen....+
Wie kommen Sie auf einen solchen schmalem Grad?.."
Der Grad ist nicht schmal. Es wird ja berichtet, auf was für Seiten, Chats ect zu diesen Spaziergängen und Demos aufgerufen wird. afd, III. Weg, Freies Sachsen, polizeibekannte Rechtsextreme und und und...
Stellen Sie sich doch nicht so unwissend

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