Corona-Lage, 26. Januar 2021 Sachsen-Anhalt wechselt Datengrundlage für Corona-Zahlen

Sachsen-Anhalt hat überraschend die Datenbasis zur Ermittlung der Corona-Zahlen gewechselt. Ausschlaggebend sind jetzt die Daten des Robert Koch-Instituts. Außerdem: Die 7-Tage-Inzidenzen sinken weiter leicht. Die aktuelle Lage.

Schutzmaske mit Etikett und Aufschrift RKI
Bei den Corona-Daten stützt sich Sachsen-Anhalt künftig in erster Linie auf die Zahlen des Robert Koch Instituts (RKI). Bildrechte: imago images/Christian Ohde | Grafik MDR

Sachsen-Anhalts Landesregierung hat für die Ermittlung der Corona-Zahlen die Datengrundlage gewechselt. Mit der seit Montag geltenden Corona-Eindämmungsverordnung stützt sich das Land auf die Zahlen des Robert Koch-Instituts – beispielsweise bei der Ermittlung der Inzidenzen für die Festlegung des maximalen Bewegungsradius von 15 Kilometern.

Regierungssprecher Matthias Schuppe begründete diese Änderung mit dem Ziel eines bundeseinheitlichen Maßstabs. Dieser sei notwendig, um die Vergleichbarkeit zwischen den Bundesländern und eine möglichst hohe Gerichtsfestigkeit zu erreichen, erklärte Schuppe MDR SACHSEN-ANHALT. Wenn der Bund Regelungen erlasse, gelten grundsätzlich die RKI Zahlen. Zudem bauten auch die Ländervergleiche darauf auf. Es würden damit die gleichen Messzahlen zwischen Bund und Ländern und unter den Ländern gelten.

Bezogen auf den zeitlichen Verzug der Daten (in der Regel werden die Zahlen vom Landesamt für Verbraucherschutz früher erfasst, als vom RKI) und die Differenz der Daten (die Daten des RKI sind meistens niedriger) sagte Schuppe, werde in den Ländern parallel an einer Lösung gearbeitet. Die Landeszahlen dienten bis dahin bei der operativen Pandemiebekämpfung als Entscheidungshilfe. 

Zahlen im Land langsam rückläufig

Unterdessen sind die Zahlen in weiten Teilen Sachsen-Anhalts weiter rückläufig. Landesweit wurden binnen der vergangenen sieben Tage etwa 196 Neuansteckungen je 100.000 Einwohner bekannt.

Von Montag- bis Dienstagnachmittag sind 604 Corona-Neuinfektionen gemeldet worden. Damit seien 8.245 Menschen aktuell infiziert, teilte das Sozialministerium in Magdeburg mit.

Landesweit wurden von Montag bis Dienstag 63 Sterbefälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet. Insgesamt sind damit bislang 1.581 Menschen mit oder an dem Virus gestorben. Unterdessen sind in Sachsen-Anhalt 188 Intensiv- und Beatmungsbetten mit Covid-19-Patienten belegt, 113 von ihnen werden künstlich beatmet.

In Sachsen-Anhalt sind seit Beginn der Pandemie 49.559 Corona-Fälle erfasst und 4.439 Erkrankte in Krankenhäusern behandelt worden. Seit Beginn der Impfungen haben landesweit 43.520 Menschen die erste Impfdosis bekommen, 13.007 auch schon die zweite. Am Montag waren insgesamt 1.371 Impfungen hinzugekommen.

Sachsen-Anhalts Corona-Daten im Überblick

Alle Zahlen und Grafiken zur Corona-Entwicklung haben wir hier für Sie zusammengefasst:

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Recherche/Redaktion: MDR/Anne Gehn-Zeller

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 26. Januar 2021 | 17:30 Uhr

7 Kommentare

Simone vor 11 Wochen

Eigentlich ist diese Meldung keine Meldung wert. Dass man im Laufe einer Krise auf unterschiedlichen Ebenen verschiedene nützliche Kennzahlen benutzt ist normal. Dass man diese im Verlauf der Krise übergreifend harmonisiert ist ebenso normal, insbesondere, wenn man auf diese Kennzahlen dann rechtlich verbindliche Maßnahmen stützt.

Dass die hier diskutierten Zahlen von S-T und dem RKI nur im marginalen Berich voneinander abweichen, bzw. dass diese sich bereits im Verlauf einer Woche völlig in Luft auflösen, überrascht nicht. Für wichtige politische Entscheidungen ist es unerheblich, ob ST am Monatg 500 Infektionen mehr meldet als das RKI und diese sich erst am Folgetag beim RKI auswirken. Für entscheidungen betrachtet man doch eher größere Zeiträume und das hat inzwischen auch jeder kapiert. Es wundert sich ja auch niemand, dass am Wochenende aufgrund von Medleverzögerungen die Zahlen immer sinken um dann am Montag wieder zu steigen.

Simone vor 11 Wochen

Was wollen sie jetzt eigentlich sagen?
Ich ordne ihren Beitrag einmal als Leugnung der Gefährlichkeit von Corona ein, denn sie machen diegleichen Milchmädchenrechnungen wie diese Leute auf. Dazu kommen Verschwörungstheorien, dass der Staat uns angeblich gezielt mit Bildern manipuliert und ängstigt, obwohl sie andeuten, dass keine wirkliche GEfahr besteht. Und natürlich machen alle Länder, Politiker jeder Partei - die AfD mal ausgenommen, Kommunen, Krankenhäuser und dort Angestellte Pfleger einfach so bei dieser Verschwörung mit. Sehr unglaubwürdig!

Richtiger ist wohl, dass eine Pandemie Tonnen an Datenmaterial erzeugt, die man unterschiedlichst auswerten kann. Das wichtige ist jedoch, dass alle Auswertungen zu ähnlichen Ergebnissen kommen. Für wichtige Entscheidungen ist dies völlig egal, denn man lffnet udn schließt ja z.B. nicht die Pandemie im täglichen Takt, nur weil eine Inzidenz über oder unter eine Grenze schwankt.

MDR-Team vor 11 Wochen

RKI schreibt im FAQ zum Dashboard: Für die Darstellung der neuübermittelten Fälle pro Tag wird das Meldedatum verwendet – das Datum, an dem das lokale Gesundheitsamt Kenntnis über den Fall erlangt und ihn elektronisch erfasst hat. [,,,] Der genaue Infektionszeitpunkt der gemeldeten Fälle kann in aller Regel nicht ermittelt werden. Das Meldedatum an das Gesundheitsamt spiegelt daher am besten den Zeitpunkt der Feststellung der Infektion (Diagnosedatum) und damit das aktuelle Infektionsgeschehen wider.

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