Corona-Lage | 27. Januar 2022 7-Tage-Inzidenz über 500

In Sachsen-Anhalt ist die 7-Tage-Inzidenz der Corona-Infektionen deutlich angestiegen. Gleichzeitig geht der Impf-Fortschritt nur langsam voran. Und: Es gibt noch immer Unklarheiten, wie die Impfpflicht in der Pflege umgesetzt werden soll.

Ein Apotheker bereitet eine Spritze mit einer Dosis des Impfstoffs von Moderna vor bei einer Impfaktion in der Zentrale des Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) Rheinland-Pfalz.
Zwei Jahre nach der ersten Corona-Infektion in Deutschland läuft die Impfkampagne in Sachsen-Anhalt nur schleppend. Bildrechte: dpa

Der Inzidenzwert in Sachsen-Anhalt ist am Donnerstag erneut deutlich gestiegen. Das Robert-Koch-Institut (RKI) gab die 7-Tage-Inzidenz am Morgen mit 572,9 an. In der Vorwoche lag der Wert im Land noch bei 322,6.

Trotz der steigenden Zahlen liegt der Wert in Sachsen-Anhalt aber noch immer deutlich unter dem bundesweiten Schnitt. Deutschlandweit gab das RKI die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche mit 1.017,4 an. In der Vorwoche lag der Wert noch bei 638,8.

Höchste Inzidenz in Halle

Die höchste Corona-Inzidenz in Sachsen-Anhalt verzeichnet auch weiterhin mit 863,5 die Stadt Halle, gefolgt vom Jerichower Land (766,2). Der Landkreis Anhalt-Bitterfeld (423,6) und der Landkreise Mansfeld-Südharz (346,3) haben die derzeit niedrigsten Werte im Land.

Binnen 24 Stunden meldeten die Gesundheitsämter dem RKI für Sachsen-Anhalt 3.873 neue Infektionen und acht weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Seit Beginn der Pandemie sind 4.569 Patienten in Sachsen-Anhalt im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben.

Zwei Jahre Pandemie

Deutschlandweit erreicht die Zahl der Corona-Infektionen neue Höhen. So kamen allein am Mittwoch erstmals mehr als 200.000 neue Fälle an einem Tag hinzu.

Der erste Corona-Fall in Deutschland war am 27. Januar 2020 offiziell in Bayern bestätigt worden. Seitdem haben sich bundesweit mehr als 9,2 Millionen Menschen mit dem Virus angesteckt. In den beiden vergangenen Jahren kamen und gingen so einige Kennzahlen. Andere blieben, ihr Stellenwert änderte sich allerdings. Welche Zahlen aktuell noch – oder wieder – wichtig sind und was es zu beachten gilt, hat Manuel Mohr zusammengefasst.

Impfquote in Sachsen-Anhalt steigt: Mehr als 70 Prozent zweimal geimpft

Derzeit sind 70,6 Prozent der Menschen in Sachsen-Anhalt vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Im bundesweiten Vergleich ist der Anteil der vollständig Geimpften derzeit in Bremen mit 86,4 Prozent am höchsten. Um die Pandemie einzudämmen, muss die Impfquote je nach Altersgruppe aber bundesweit zwischen 85 und 90 Prozent liegen. So hat es das Robert-Koch-Institut ausgerechnet.

In Deutschland sind allein am Mittwoch insgesamt rund 418.000 Impfungen gegen das Coronavirus verabreicht worden. Sachsen-Anhalt liegt aber vor allem bei den Boosterimpfungen, die als besonders wichtig für einen wirksamen Schutz vor der ansteckenderen Virusvariante Omikron gelten, mit 45,9 Prozent derzeit auf einem der letzten Plätze. Den niedrigsten Booster-Anteil hat Sachsen mit 41,4 Prozent, den höchsten Booster-Anteil hat das Saarland mit 59,9 Prozent.

Unklarheiten über Impfpflicht in Pflege

Während am Mittwoch im Bundestag zum ersten Mal über eine allgemeine Corona-Impfpflicht debattiert worden ist, gibt es noch immer offene Fragen zur Impfpflicht für Menschen, die in der Medizin und Pflege arbeiten. Diese soll am 15. März in Kraft treten.

Sachsen-Anhalts Landräte haben von Bund und Ländern nun Klarheit gefordert. Der Präsident des Landkreistages und Landrat des Altmarkkreises Salzwedel, Michael Ziche (CDU), sagte, man erwarte schnellstmöglich Hinweise zum Vollzug.

Unklar ist, ob die Impfpflicht auch für Reinigungskräfte in Pflegeeinrichtungen gilt. Offen sei auch, wie die Impfnachweise geprüft werden sollen und wie der Arbeitgeber dabei eingebunden ist. Außerdem sprachen sich die Landräte für einen "Ermessensspielraum" für die Landkreise aus. Im Zweifel müsse auch die "örtliche Versorgung mit gesundheitlichen und pflegerischen Leistungen" sichergestellt werden, hieß es.

Erst am Montag hatte in Sachsen ein Vize-Landrat für Aufregung gesorgt, weil er die berufsbezogene Impfpflicht nicht umsetzen wollte.

MDR SACHSEN-ANHALT hat zudem Sachsen-Anhalts Bundestagsabgeordnete nach ihrer Meinung zur Impfpflicht befragt. Hier sind ihre Antworten.

dpa, MDR (Thomas Tasler)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 27. Januar 2022 | 19:00 Uhr

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