Corona-Lage | 21. Dezember 2021 Ungenaue Corona-Zahlen: Inzidenz könnte nachträglich steigen

Die 7-Tage-Inzidenz in Sachsen-Anhalt sinkt seit einigen Tagen. Einige Kreise melden jedoch auffällig geringe oder gar keine Zahlen an das Robert-Koch-Institut. Womöglich sind die Inzidenzen also deutlich höher als derzeit angenommen.

ie Corona Warn-App zeigt auf dem Display eines Handys Erhoetes Risiko und Begegnungen an einem Tag mit erhoehtem Risiko an
Wie hoch ist die 7-Tage-Inzidenz in Sachsen-Anhalt tatsächlich? Das ist aufgrund fehlerhafter Meldungen unklar. Bildrechte: dpa

Die 7-Tage-Inzidenz in Sachsen-Anhalt ist auch am Dienstag wieder gesunken. Das Robert-Koch-Institut gab die Zahl der wöchentlichen Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner am Dienstag mit 650,5 an – nach 659,7 am Montag und 675,8 am Sonntag. Vor einer Woche lag der Wert noch bei 816,7.

Der Landkreis mit der höchsten erfassten Corona-Inzidenz in Sachsen-Anhalt war am Dienstag der Saalekreis mit einem Wert von 830,3. Die geringste Inzidenz wurde mit 436,6 im Altmarkkreis Salzwedel verzeichnet. Sachsen-Anhalt bleibt eines der Bundesländer mit der höchsten Infektionsrate. Höher war der Wert am Dienstag laut RKI nur in Thüringen (776,9) und Sachsen (662,1).

Anhalt-Bitterfeld meldet keine Infektionen

Allerdings könnte sich die heute vermeldete 7-Tage-Inzidenz nachträglich noch um zehn bis 20 Prozent erhöhen. Das zeigen die Daten des Robert-Koch-Institus zu nachträglich korrigierten Inzidenzwerten. Da gerade in Phasen mit sehr vielen neuen Corona-Fällen die Gesundheitsämter nicht immer in der Lage sind, alle Fälle innerhalb eines Tages an das Robert-Koch-Institut zu übermitteln, gehen die Fälle erst Tage später in die Statistik ein.

Die ursprünglich vermeldeten 7-Tage-Inzidenzen in Sachsen-Anhalt wurden so später noch um zehn und mehr Prozent nach oben korrigiert. Von gestern zu heute wurden aus dem Landkreis Anhalt-Bitterfeld keine neuen Fälle ans RKI gemeldet. Weil die Zahlen auch in anderen Landkreisen auffallend niedrig sind, ist mit einer deutlichen Korrektur nach oben in den kommenden Tagen zu rechnen.

Mehr als 1.600 neue Fälle in Sachsen-Anhalt

Binnen eines Tages registrierte das RKI landesweit 1.655 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus. Es wurden 17 weitere Todesfälle registriert. Seit Beginn der Pandemie sind damit 4.104 Menschen in Sachsen-Anhalt im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben.

Impfungen gehen nur langsam voran

In Sachsen-Anhalt haben sich bis Montag 69,2 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal gegen das Coronavirus impfen lassen. 67,0 Prozent sind zweimal geimpft und 28,5 Prozent haben bereits eine Auffrischungsimpfung erhalten. Bei den Impfquoten liegt Sachsen-Anhalt leicht unter dem Bundesschnitt. Deutschlandweit sind 70,4 Prozent der Menschen vollständig geimpft.

Intensivstationen weiterhin voll

Auf den Intensivstationen in Sachsen-Anhalt werden aktuell 167 Patientinnen und Patienten mit Covid-19 behandelt. Vor einer Woche waren es 158. Das geht aus Daten des Registers der Intensivmedizin, DIVI, hervor. 103 der Intensivpatientinnen und -patienten müssen aktuell beatmet werden. Die 7-Tage-Inzidenz der Hospitalisierungen liegt für Sachsen-Anhalt bei 11,19.

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MDR (Oliver Leiste)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | 21. Dezember 2021 | 08:00 Uhr

24 Kommentare

DermbacherIn vor 26 Wochen

@Simone
Wovor haben die Geimpften eigentlich Angst? Wenn sie an die Wirksamkeit ihrer Impfung glauben, kann ihnen doch von Ungeimpften nichts mehr passieren. Und umgekehrt, wenn sie nicht oder nicht sehr an die Wirksamkeit der Impfung glauben: Warum impft man sich dann? Warum verlangt man eine Impfung von anderen? Warum ist man bei Ungeimpften vorsichtig, aber bei Geimpften nicht vorsichtig, wenn man davon ausgeht, dass Geimpfte Corona genauso bekommen und weitergeben können? Leider hat mir diese Fragen noch niemand beantworten können.

DermbacherIn vor 26 Wochen

@Simone
Was hat die schlechte Datenlage, also das schlechte Erfassen und schlechte Auswerten von relevanten Daten mit der Impfung zu tun? Das wissen sie offenbar nur selbst, aber Hauptsache gegen die Impfkritiker gehetzt und sie diffamiert!

DermbacherIn vor 26 Wochen

@mediator
Die SORMAS-Software ist mehrstufig bzw. mehrlagig aufgebaut, sodass Zahlen weitergemeldet werden könnten, ohne das diese Fälle schon komplett bearbeitet sind, aber regelmäßig einfließende Nachmeldungen in den Zahlen der Positiv getesteten, treibt die Inzidenz so schön in die Höhe.

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