Corona-Lage | 28. Januar 2022 Infektionszahlen an Schulen steigen

Die Corona-Inzidenz in Sachsen-Anhalt ist erneut gestiegen. An den Schulen hat sich die Zahl der positiv Getesteten binnen einer Woche verdoppelt. Außerdem: In Wittenberg hat sich eine Selbsthilfegruppe für Long-Covid-Betroffene gegründet.

Ein Mund- und Nasentschutz liegt im Unterricht auf einem Weltatlas.
Trotz Maskenpflicht breitet sich das Coronavirus an den Schulen immer schneller aus. Bildrechte: dpa

Der Inzidenzwert in Sachsen-Anhalt ist auch am Freitag wieder deutlich gestiegen. Das Robert-Koch-Institut (RKI) gab die 7-Tage-Inzidenz am Morgen mit 633,9 an. In der Vorwoche lag der Wert im Land noch bei 365,8.

Trotz der steigenden Zahlen liegt der Wert in Sachsen-Anhalt aber noch immer unter dem bundesweiten Schnitt. Deutschlandweit gab das RKI die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche mit 1.073,0 an. In der Vorwoche lag der Wert noch bei 706,3.

Zahl der coronainfizierten Schüler binnen einer Woche verdoppelt

Allerdings hat sich die Zahl der positiv auf das Coronavirus getesteten Schülerinnen und Schüler in Sachsen-Anhalt binnen einer Woche verdoppelt. Zum Stichtag am Donnerstag waren laut einer Übersicht des Bildungsministeriums 4.168 Schülerinnen und Schüler infiziert. Das entspricht 2,1 Prozent aller Schüler. Vor einer Woche waren es noch 2.060 infizierte Schüler, was einem Anteil von 1,1 Prozent entsprach.

Höchste Inzidenz in Halle

Die höchste 7-Tage-Inzidenz in Sachsen-Anhalt verzeichnet am Freitag, wie schon am Donnerstag, die Stadt Halle. Hier liegt der Wert inzwischen bei 980,4. Die zweithöchste Inzidenz im Land hat derzeit das Jerichower Land (841,1). Der Landkreis Anhalt-Bitterfeld (459,9) und der Landkreis Mansfeld-Südharz (344,8) haben die derzeit niedrigsten Werte im Land.

Binnen 24 Stunden meldeten die Gesundheitsämter dem RKI für Sachsen-Anhalt 3.227 neue Infektionen und elf weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Seit Beginn der Pandemie sind 4.580 Patienten in Sachsen-Anhalt im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben.

Selbsthilfegruppe für Long-Covid-Betroffene

Geruchs- oder Geschmackssinnverlust, extreme Müdigkeit, Konzentrationsschwäche: Wer an Corona erkrankt, kann noch Monate nach dem eigentlichen Genesen an den unterschiedlichsten Symptomen leiden. Experten sprechen dann von "Long-Covid".

Eine Selbsthilfegruppe in Wittenberg will Erkrankten nun Hilfe, Beratung und Unterstützung bieten. Dabei geht es unter anderem um den Austausch über Behandlungs- und Therapiemöglichkeiten. Das Vorhaben wird von der Verwaltung der Stadt unterstützt.

Impfquote in Sachsen-Anhalt steigt: Mehr als 70 Prozent zweimal geimpft

Derzeit sind 70,8 Prozent der Menschen in Sachsen-Anhalt vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Im bundesweiten Vergleich ist der Anteil der vollständig Geimpften derzeit in Bremen mit 86,5 Prozent am höchsten.

Um die Pandemie einzudämmen, muss die Impfquote laut RKI je nach Altersgruppe aber bundesweit zwischen 85 und 90 Prozent liegen. Zwar sind inzwischen mindestens 61,4 Millionen Menschen in Deutschland vollständig geimpft. Allerdings liegt die Impfquote der Gesamtbevölkerung damit lediglich bei 73,8 Prozent.

Aber es wird auch weiterhin jeden Tag geimpft. So sind allein am Donnerstag bundesweit rund 466.000 Impfungen gegen das Coronavirus verabreicht worden.

Auch in Sachsen-Anhalt geht es mit den Impfungen weiter voran. Bei den Boosterimpfungen, die als besonders wichtig für einen wirksamen Schutz vor der ansteckenderen Virusvariante Omikron gelten, liegt das Land mit einer Impfquote von 46,6 Prozent derzeit aber auf einem der letzten Plätze. Den niedrigsten Booster-Anteil hat Sachsen mit 41,9 Prozent, den höchsten Booster-Anteil hat das Saarland mit 60,3 Prozent.

Auch Zoos von Corona betroffen

Corona beschäftigt aber nicht nur die Menschen im Land. In Zoos müssen zum Beispiel auch die Tiere vor Ansteckungen geschützt werden. Weil aber auch weniger Besucher kommen, hat sich auch ihre Lebenssituation verändert. So merke man einigen Tieren durchaus an, dass etwas nicht stimme, meint Dennis Müller, der Direktor des Bergzoos Halle. Gerade bei den Schimpansen und bei den Großkatzen sei das sehr ausgeprägt.

Im Interview blickt der Zoodirektor deshalb auf zwei Jahre Corona-Krise zurück und berichtet, wie die Zoobewohner und seine Mitarbeiter bislang durch die Pandemie gekommen sind.

dpa, MDR (Thomas Tasler)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 28. Januar 2022 | 19:00 Uhr

9 Kommentare

ElBuffo vor 15 Wochen

Dass es sich von Bundesland zu Bundesland unterscheidet, war mir klar. Da es sich hier um Sachsen-Anhalt dreht, würde mich eben interessieren, ob es hier einheitlich gehandhabt wird oder jeder sein eigenes Süppchen kocht.

Volker von Alzey vor 15 Wochen

Ich glaube nicht, das unbedingt die Schule der Nr. 1 Faktor bei der Infektion ist. Viel eher sehe ich den Weg zur Schule, sprich die Busfahrten , Züge, Straßenbahn usw der Schüler Beförderung, als die Hauptquelle. Die Kinder tauschen sich natürlich aus, es wird viel erzählt und ob da jedesmal die Maske getragen wird, wahrscheinlich eher nicht. Mir fällt aber auch keine Alternative ein, zur jetzigen Praxis ein.

astrodon vor 15 Wochen

@ElBuffo: Täglich? Kann ich nicht bestätigen - zweimal wöchentlich, zu praktisch 100%, egal ob geimpft oder nicht. Positiv-Tests 0,3 %, bisher mehrheitlich falsch positiv; Lehrer 0,2%.
PS: Ist aber Thüringen :-)

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