Corona-Lage | 7. Mai 2021 Inzidenzen sinken und erlauben bald erste Lockerungen

Der Inzidenzwert für Sachsen-Anhalt ist im Vergleich zur Vorwoche deutlich gesunken – von 183 in der Vorwoche auf 135. Die Landesregierung reagiert mit einer neuen Eindämmungsverordnung auf diese Entwicklung und ermöglicht zahlreiche Lockerungen. Am stärksten von der Corona-Pandemie betroffen ist weiterhin der Burgenlandkreis.

Zwei Graphen in einem Koordinatensystem verlaufen sehr ähnlich zueinander.
Die Corona-Lage in Sachsen-Anhalt entspannt sich zusehends. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

In Sachsen-Anhalt haben sich insgesamt bisher insgesamt 94.017 Personen mit Corona infiziert. Seit Donnerstag wurden in Sachsen-Anhalt 453 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet. Das meldete das Landesamt für Verbraucherschutz am Donnerstag.

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Sachsen-Anhalt liegt nach Angaben des Landesamts für Verbraucherschutz nun bei etwa 135 und damit deutlich niedriger als noch vor einer Woche. Da lag der Wert bei etwa 183. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete am Freitag sogar nur einen Wert von etwa 129 für Sachsen-Anhalt.

Was bei den Inzidenzzahlen zu beachten ist

Die Meldungen des RKI sind laut Eindämmungsverordnung des Landes Sachsen-Anhalt entscheidend für Entscheidungen über Corona-Maßnahmen wie Schulschließungen und Kontaktbeschränkungen.

Die vom Land gemeldeten Werte weichen in der Regel von den RKI-Zahlen ab, da sie etwas aktueller sind. Außerdem ordnet das RKI nachgemeldete Zahlen dem tatsächlichen Erkrankungs- oder Meldedatum zu, auch wenn sie dadurch aus der Zeitspanne der sieben Tage herausfallen.

Höchte Inzidenz im Burgenlandkreis

Am stärksten von der Corona-Pandemie betroffen ist im Landkreisvergleich weiterhin der Burgenlandkreis. Das Landesamt für Verbraucherschutz meldet hier einen Inzidenzwert von 201. Es folgt der Saalekreis mit 175 positiv Getesteten pro 100.000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen. Im Salzlandkreis beträgt die Inzidenz 170. Die niedrigste Inzidenz im Land meldet die Behörde für die Stadt Magdeburg mit 69. Magdeburg liegt damit nun schon den sechsten Tag in Folge unter dem Wert von 100.

In der Landeshauptstadt kann das öffentliche Leben dadurch schon ab Sonntag wieder Fahrt aufnehmen. Grund ist die neue Eindämmungsverordnung der Landesregierung, die am Wochenende in Kraft tritt. Landkreise und kreisfreie Städte mit einer Inzidenz unter 100 können damit erste Öffnungen gestatten. Neben Magdeburg hat derzeit nur der Landkreis Börde auch eine Inzidenz unter 100. Dort ist die Dauer von fünf Werktagen allerdings noch nicht erreicht.

Fast ein Drittel der Sachsen-Anhalter mit Erstimpfung

Landesweit liegt die Quote für Erstimpfungen nach Angaben des Landessozialministeriums inzwischen bei 31,5 Prozent. 8,6 Prozent der Sachsen-Anhalterinnen und Sachsen-Anhalter haben auch schon ihre zweite Impfung bekommen und sind damit vollständig gegen das Coronavirus immunisiert.

Die absolute Zahl der bisher vorgenommenen Erstimpfungen liegt bei 691.238. Davon haben 188.419 Personen bereits die zweite Impfdosis erhalten.

Lage auf den Intensivstationen

Das Sozialministerium in Magdeburg teilte am Freitag weiterhin mit, dass aktuell 123 Intensivbetten mit Covid-19-Patienten belegt sind, 77 dieser Patientinnen und Patienten würden künstlich beatmet. Am Freitag vor einer Woche waren es 135 Betten mit 91 beatmeten Patientinnen und Patienten.

Sachsen-Anhalts Corona-Daten im Überblick

Alle Zahlen und Grafiken zur Corona-Entwicklung haben wir hier für Sie zusammengefasst:

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Quelle: MDR/Thomas Tasler

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 27. April 2021 | 19:00 Uhr

8 Kommentare

Ritter Runkel vor 5 Wochen

Die Strenge der Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie einschließlich der Sperrung schien nicht mit der Sterblichkeitsrate verbunden zu sein.
Schlussfolgerung: Länder, in denen bereits eine Stagnation oder Regression der Lebenserwartung mit hohen Einkommens- und NCD-Raten zu verzeichnen war, mussten den höchsten Preis zahlen. Diese Belastung wurde durch strengere öffentliche Entscheidungen nicht gemildert. Inhärente Faktoren haben die Covid-19-Mortalität vorbestimmt: Das Verständnis dieser Faktoren kann die Präventionsstrategien verbessern, indem die Widerstandsfähigkeit der Bevölkerung durch bessere körperliche Fitness und Immunität erhöht wird.

Ritter Runkel vor 5 Wochen

Wo soll denn die Verdoppelung herkommen? Die Zahlen steigen doch (fast) gar nicht mehr. Jeden zweiten Tag waren sie zuletzt niedriger als am gleichen Wochentag 1 Woche zuvor, jeden zweiten Tag höher, insgesamt eine klare Abflachung, evtl. noch ein minimaler Anstieg.

Ritter Runkel vor 5 Wochen

Die Bekämpfung des Virus oder die Inzidenz sind doch kein Selbstzweck, sondern es geht um die Rettung von Menschenleben. Je geringer die Gefahr, desto weniger sind scharfe Maßnahmen noch verhältnismäßig.
Dass es ein Ziel gibt, wird leicht vergessen, wenn man nur auf Inzidenzen schaut.

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