Corona-Lage | 15. Dezember 2021 Corona-Maßnahme: Werden Clubs und Discos bald geschlossen?

Clubs und Discos könnten noch vor Weihnachten geschlossen werden, um die Corona-Pandemie einzudämmen. Am Dienstag hatte der Landtag die epidemische Lage festgestellt. Diese erlaubt, genau das umzusetzen. Die Corona-Zahlen in Sachsen-Anhalt liegen weiterhin deutlich über dem Bundesdurchschnitt.

Ein junger Mann tanzt mit Corona-Maske vor den Augen auf einer Party.
Vor der Notwendigkeit von Corona-Maßnahmen kann bei einer Inzidenz über 700 niemand die Augen verschließen. (Symbolbild) Bildrechte: MDR exakt

In Sachsen-Anhalt könnten noch vor Weihnachten Clubs und Discos geschlossen werden. Das hat Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) bestätigt und darauf verwiesen, dass dafür die aktuell geltende Eindämmungsverordnung geändert werden muss.

#MDRklärt Das steckt hinter der "epidemischen Lage"

In Sachsen-Anhalt hat die "epidemische Lage" die "epidemische Notlage von nationaler Tragweite" abgelöst. Warum das so ist, zeigt #MDRklärt.

In den vergangenen Monaten galt eine "epidemische Lage von nationaler Tragweite". Sie wurde vom Bundestag festgestellt (auf Basis der Einschätzung des Robert Koch-Instituts) und galt für alle Bundesländer.
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In den vergangenen Monaten galt eine "epidemische Lage von nationaler Tragweite". Sie wurde vom Bundestag festgestellt (auf Basis der Einschätzung des Robert Koch-Instituts) und galt für alle Bundesländer.
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Diese Lage war Voraussetzung für die einzelnen Bundesländer, um Corona-Einschränkungen zu beschließen. In Sachsen-Anhalt ist das vom Infektionsschutzgesetz geregelt.
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Da im November die "epidemische Lage von nationaler Tragweite" abgelaufen ist und nicht verlängert wurde, fehlte den Ländern die rechtliche Grundlage für Corona-Einschränkungen.
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Deshalb sieht das Infektionsschutzgesetzvor:  Auch wenn die "epidemische Lage von nationaler Tragweite" beendet ist, gelten die Corona-Einschränkungen, wenn in Sachsen-Anhalt noch immer eine  "epidemische Lage" herrscht.
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Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 14. Dezember 2021 | 19:00 Uhr Bildrechte: MDR/Max Schörm
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Am Dienstag hatte der Landtag eine epidemische Lage in Sachsen-Anhalt festgestellt. Dieser Status erlaubt es der Politik, die entsprechenden Änderungen vorzunehmen und gegebenenfalls weitere Schutzmaßnahmen anzuordnen.

Inzidenz gesunken, aber weiter überdurchschnittlich

Die 7-Tage-Inzidenz in Sachsen-Anhalt liegt nach Angaben des Robert Koch-Institutes (RKI) bei 702,7 und damit weiter deutlich über dem Bundesdurchschnitt (353,0). Nur Thüringen (952,6) und Sachsen (824) sind stärker betroffen. Im Vergleich zur Vorwoche ist die Inzidenz im Land allerdings gesunken. Vergangenen Mittwoch lag sie bei 890.

Seit Dienstag sind 1.780 neue Corona-Fälle bestätigt und dem RKI gemeldet worden. Insgesamt hatten bisher 198.615 Menschen in Sachsen-Anhalt Corona. Aktuell ist der Landkreis Börde am stärksten betroffen. In den vergangenen sieben Tagen haben sich pro 100.000 Einwohner 1.154,4 nachgewiesenermaßen mit Corona infiziert. Im Landkreis Stendal beträgt die Inzidenz 389,2 und ist somit die niedrigste im Land.

Intensivstationen sind fast voll

Die Krankenhaus-Inzidenz, oder Hospitalisierungsrate, beträgt landesweit aktuell 8,48. Derzeit werden 162 Menschen mit einer Covid-19-Erkrankung intensivmedizinisch behandelt, 99 Menschen müssen beatmet werden. Das geht aus Zahlen der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) hervor.

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25 Intensivbetten sind demnach in Sachsen-Anhalt derzeit noch belegbar, das sind weniger als zwei Betten pro Krankenhausstandort. Im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion sind seit Dienstag 18 Personen im Land gestorben.

Sachsen-Anhalt will Booster-Marke knacken

Die Impfquoten im Land sind gemäß Zahlen des RKI seit gestern um je 0,1 Prozent gestiegen: 68,6 Prozent der Menschen in Sachsen-Anhalt sind mindestens einmal geimpft, 66,2 mindestens zweimal. Die Booster-Quote liegt am Mittwoch bei 22,5.

Am Mittwoch will das Land die 500.000-Marke bei den Booster-Impfungen knacken. Das teilte das Sozialministerium MDR SACHSEN-ANHALT mit. Angesichts der hohen Infektionszahlen sei es wichtig, neben Erst- und Zweitimpfungen möglichst schnell viele Auffrischungs-Impfungen durchzuführen.

Lauterbach: Zu wenig Impfdosen für Booster

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sagte am Dienstag in der ARD, Deutschland habe für die Booster-Kampagne zu wenig Impfstoff. Für das kommende Quartal seien nicht genug Impfdosen vorrätig. Das habe eine Inventur gezeigt. Er betonte, es würden jetzt alle Kanäle genutzt, um Nachlieferungen zu organisieren.

dpa, MDR (Ronald Neuschulz, Julia Heundorf)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | 15. Dezember 2021 | 05:30 Uhr

1 Kommentar

Hobby-Viruloge007 vor 33 Wochen

So die Clubs sind offen. Die Übertragungen passieren überwiegend in engen geschlossenen Räumen. Nun kann man argumentieren, das Clubbesucher in der Regel nicht an Covid sterben werden. OK,
Wieso dann aber Kinder in Schulen Masken tragen müssen, würde ich gerne wissen.

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