Corona-Lage | 21. April 2021 Mehr als 3.000 Corona-Tote in Sachsen-Anhalt

Etwas mehr als ein Jahr nach Beginn der Pandemie gibt es in Sachsen-Anhalt nun mehr als 3.000 Corona-Tote. Die traurige Marke wurde am Mittwoch übertroffen. Die Sieben-Tages-Inzidenz im Vergleich zur Vorwoche ist leicht gesunken. Als Treiber der Infektionen sieht der Magdeburger Amtsarzt derzeit Schulen.

Zwei leere Krankenbetten stehen in der Corona-Notaufnahme des Städtischen Klinikum Dresden in einem Patientenzimmer nebeneinander.
Trauriger Höchststand: Mehr als 3.000 Menschen sind in Sachsen-Anhalt bislang an einer Erkrankung mit dem Coronavirus gestorben. Bildrechte: dpa | Grafik MDR

In Sachsen-Anhalt sind bislang 3.007 Menschen an COVID-19 verstorben. Das geht aus den aktuellen Zahlen des Sozialministeriums hervor.

Dabei ist die Zahl der gemeldeten Neuinfizierten in den letzten sieben Tagen pro 100.000 Einwohner gesunken. Aktuell liegt sie bei 185 (Robert Koch-Institut: 171). Am Mittwoch vor einer Woche hatte der Wert die 200er-Marke überschritten. (RKI: 183).

Was bei den Inzidenzzahlen zu beachten ist

Die Meldungen des RKI sind laut Eindämmungsverordnung des Landes Sachsen-Anhalt entscheidend für Entscheidungen über Corona-Maßnahmen wie Schulschließungen und Kontaktbeschränkungen.

Die vom Land gemeldeten Werte weichen in der Regel von den RKI-Zahlen ab, da sie etwas aktueller sind. Außerdem ordnet das RKI nachgemeldete Zahlen dem tatsächlichen Erkrankungs- oder Meldedatum zu, auch wenn sie dadurch aus der Zeitspanne der sieben Tage herausfallen.

Auch liegen die Montagswerte regelmäßig niedriger als am Ende einer Woche, da über das Wochenende weniger Gesundheitsämter und Labore ihre Zahlen melden und weniger Menschen sich testen lassen.

Magdeburger Amtsarzt sieht Schulen als Pandemietreiber

Der Magdeburger Amtsarzt Eike Hennig sieht die Schulen derzeit als Treiber der Corona-Infektionen. Das sagte er am Mittwoch auf einer Pressekonferenz. Das Gesundheitsamt überwache momentan knapp 800 positiv getestete Schüler an insgesamt 43 Schulen. Dazu kämen 69 Lehrer. Der Mediziner geht davon aus, dass die Zahlen an den Schulen in Magdeburg weiter steigen.

Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper verwies auf Erfolge. So seien Ende Februar bereits alle impfwilligen Bewohner von Alten- und Pflegeheimen vollständig geimpft gewesen. Es müsse deshalb überlegt werden, ob man dieser Personengruppe nicht mehr Freiheiten ermöglichen könne.

87 Patienten müssen beatmet werden

Den Gesundheitsämtern nach sind seit Dienstag 724 neue Infektionsfälle gemeldet worden. Damit haben sich bisher in Sachsen-Anhalt 85.349 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Als genesen gelten 75.003 Fälle. Derzeit müssen laut Sozialministerium 147 Patienten in Intensivbetten behandelt werden, 87 davon werden künstlich beatmet. Vor einer Woche waren es noch 69.

Sachsen-Anhalts Corona-Daten im Überblick

Alle Zahlen und Grafiken zur Corona-Entwicklung haben wir hier für Sie zusammengefasst:

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Quelle: MDR/Anne Gehn-Zeller

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 21. April 2021 | 17:00 Uhr

2 Kommentare

Denkschnecke vor 2 Wochen

"Insofern halten wir es für geboten,..."
Zitieren Sie hier eine fremde Stellungnahme? Das sollten Sie kenntlich machen.
Der Grund der Schulschließungen ist nicht die besondere Gefährdung der Kinder, sondern dass sich hier im Moment die Infektionen am stärksten verbreiten. (Theater sind ja auch nicht deshalb zu, weil Theaterfreunde eine besondere Risikogruppe wären.)

DermbacherIn vor 2 Wochen

Die aktuelle Diskussion in Deutschland um die weitere Entwicklung der Pandemie betrifft auch Kinder und Jugendliche: Verschiedene Experten fordern die Schließung von Schulen und Kitas und die Bundesregierung sowie einige Landesregierungen haben solche Maßnahmen angekündigt oder bereits umgesetzt. Die Nachrichten erwecken den Eindruck, als würden Kinder und Jugendliche zu den besonders gefährdeten Teilen der Bevölkerung im Rahmen der SARS-CoV-2-Pandemie gehören. Dies geht mit großen Sorgen und Ängsten von Eltern, zum Teil aber auch von Kindern und Jugendlichen selbst einher. Insofern halten wir es für geboten, die verfügbaren Fakten zu Hospitalisierung und Sterblichkeit von COVID-19 bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland der Öffentlichkeit bekannt zu machen

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