Corona-Lage | 29. Dezember 2021 Jerichower Land prüft Auflösung unangemeldeter Corona-Demos

Der Landkreis Jerichower Land will unangekündigte Corona-Demos nicht länger hinnehmen. Sie sollen künftig aufgelöst werden. Die Corona-Lage vom Mittwoch gibt den Überblick, welche Nachrichten zur Pandemie außerdem wichtig sind.

Der Landkreis Jerichower Land will unangemeldete Corona-Demos nicht länger hinnehmen. Der Kreis kündigte am Mittwoch an, dass solche Versammlungen künftig von der Polizei aufgelöst werden könnten, wenn erneut gegen das Versammlungsrecht verstoßen werde.

In den vergangenen Wochen hatte es unter anderem in Burg, Genthin und Gommern unangemeldete Proteste gegen die Corona-Maßnahmen gegeben. Die Teilnehmenden hatten dabei immer wieder absichtlich die abgesicherten Routen der Demo-Züge verlassen. Nach Angaben des Kreises kam es zu gefährlichen Situationen mit dem Straßenverkehr.

Der Salzlandkreis hatte unangemeldete Proteste bereits Mitte des Monats per Allgemeinverfügung verboten. Wer dort zu unangemeldeten Protesten aufruft, macht sich strafbar. Teilnehmer müssen mit Bußgeldern rechnen. Am Montagabend hatten in Sachsen-Anhalt erneut Tausende Menschen gegen die Corona-Beschränkungen protestiert.

Inzidenz weiter gesunken

In Sachsen-Anhalt sind die Corona-Zahlen verglichen mit dem Vortag indes deutlich gesunken. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete am Mittwoch eine Inzidenz von landesweit 319,6, nach 376,8 am Dienstag. Am Mittwoch vor einer Woche lag der Wert noch bei 653,4.

Sachsen-Anhalt hat damit hinter Thüringen (451,9) und Sachsen (327,9) die dritthöchste Inzidenz in Deutschland. Bundesweit sank der Wert am Mittwoch auf 205,5, nach 215,6 am Dienstag. Am stärksten betroffen ist in Sachsen-Anhalt weiterhin der Saalekreis mit einer Inzidenz von 446,5. Der niedrigste Wert wurde mit 211,6 aus dem Altmarkkreis Salzwedel gemeldet.

Mehr als 1.300 neue Fälle

Insgesamt wurden in Sachsen-Anhalt weitere 1.383 Infektionen bestätigt und 27 neue Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gemeldet. Seit Beginn der Pandemie sind damit 4.226 Menschen im Land gestorben.

Allerdings weist das RKI weiter darauf hin, dass die Daten derzeit kein vollständiges Bild der Lage bieten, weil über Weihnachten und Silvester wohl weniger getestet wird und auch von einem Meldeverzug ausgegangen werden muss.

Keine Entspannung auf den Intensivstationen

In Sachsen-Anhalt werden aktuell (Stand Mittwoch, 14:05 Uhr) 163 Covid-Patientinnen und -Patienten auf Intensivstationen behandelt, 99 von ihnen werden beatmet. Das geht aus Daten der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) hervor. 24 weitere Covid-spezifische Intensivbetten sind noch frei.

Weihnachtsmärkte ziehen gemischte Bilanz

Anders als in Sachsen und Thüringen konnten Sachsen-Anhalt Weihnachtsmärkte unter Auflagen stattfinden. Die Bilanz der Händlerinnen und Händler fällt allerdings gemischt aus. Auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt zum Beispiel habe die Besucherfrequenz in diesem Jahr etwa 36 Prozent unter der von 2019 gelegen, erklärte Weihnachtsmarkt-Geschäftsführer Paul-Gerhard Stieger am Dienstag. Allerdings sei das Jahr 2019 mit der neu eröffneten Lichterwelt auch ein Rekordjahr gewesen.

"Durch das 2G-Modell war der Besuch für einige Kundinnen und Kunden nicht möglich. Auch die fehlenden touristischen Busgruppen sind merkbar", berichtete Stieger. Der Verzicht auf begehbare Hütten habe an den vielen Schlechtwettertagen ebenfalls zum Rückgang beigetragen. Im ähnlichen Maß hätten auch die Schausteller und Händler Umsatz verloren. Der Magdeburger Weihnachtsmarkt schließt am Mittwoch nach sechs Wochen.

MDR (Fabienne von der Eltz)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | 29. Dezember 2021 | 11:00 Uhr

40 Kommentare

Eulenspiegel vor 48 Wochen

Hallo Oooo
Ich zitiere sie:
"Ja wenn man meint mit Verbieten wird sich was ändern, dann ist man auf dem Holzweg"
Das ist doch eine klare Aufforderung unser StGB zu verbrennen.
Oder wollen sie da eine Ausnahmeregel für rechtsradikale und gewalttätige Korona Gegner einführen?

Eulenspiegel vor 48 Wochen

Hallo Britta
Selbst wenn die Mehrheit normale Bürger sind so tolerieren sie rechtsradikale Gewallt und Hetze direkt neben sich. Ja sie geben sogar diesen Leuten Deckung.
Ich denke jeder der zu solchen Demos geht sollte sich klar sein das es dort zu Gewalt kommen kann. Darum muss er sich im vorhinein da dazu positionieren wie er da zu steht. Befürwortet er dieses, ist es ihm egal oder lehnt er Gewalt ab. Daraus leitet sich dann ab wie er sich dann verhält.
Also ich habe den Eindruck die Mehrheit befürwortet oder toleriert die Gewalt.

pwsksk vor 48 Wochen

Passierte und passiert bei jedem Fußballspiel mit Zuschauern. Als ich damals dieGewalt der Dortmundfans gegen Leipzig sah, wußte ich, wo sich Hass aufstaute.

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