Corona-Lage | 27. Dezember 2021 Corona-Daten zeichnen aktuell kein verlässliches Bild

Die Corona-Inzidenz in Sachsen-Anhalt sinkt weiter. Wie es tatsächlich gerade um die epidemische Lage bestellt ist, wird sich allerdings erst im Januar zeigen. Gute Nachrichten gibt es unterdessen von den Friseurbetrieben des Landes. Nur wenige von ihnen sind wegen der Pandemie pleitegegangen.

Passanten gehen in der Innenstadt an einem geschlossen Ladenlokal vorbei.
Nur wenige Friseurbetriebe in Sachsen-Anhalt sind seit Beginn der Pandemie pleitegegangen. Bildrechte: dpa

Die Corona-Infektionsrate ist in Sachsen-Anhalt zu Wochenbeginn erneut leicht zurückgegangen. Von 412,8 am Sonntag sank die Inzidenz auf 403,7. Damit hat Sachsen-Anhalt im bundesweiten Vergleich dennoch die zweithöchste Inzidenz nach Thüringen. Dort lag sie bei 547,2.

In Sachsen-Anhalt am stärksten betroffen ist nach wie vor der Saalekreis, aktuell mit einer 7-Tage-Inzidenz von 571,32. Die geringste 7-Tage-Inzidenz in Sachsen-Anhalt meldete der Altmarkkreis Salzwedel mit 260,02. Bundesweit lag der Wert am Montagmorgen bei 222,7. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 316.

Meldeverzug: Tatsächliche Datenlage wird sich erst im Januar zeigen

Die Zahlen sind allerdings weiterhin nur begrenzt aussagekräftig. Über die Weihnachtsfeiertage wurde zum einen weniger getestet, zum anderen ist auch davon auszugehen, dass nicht alle Fälle gemeldet werden konnten. Wegen des entsprechenden Verzugs wird sich erst Anfang des neuen Jahres zeigen, wie die epidemische Lage tatsächlich aussieht.

Spannend ist dabei auch die Frage, wie viele Menschen sich bei den traditionellen Feiern und Treffen über Weihnachten und den Jahreswechseln angesteckt haben. Doch auch das wird sich erst im Laufe des Januars zeigen. Im vergangenen Januar war sowohl die Wocheninzidenz als auch die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 in den ersten zwei Januarwochen dramatisch angestiegen.

Bundesregierung hält an Quarantäne-Regeln fest

Der Expertenrat der Bundesregierung geht in der Zwischenzeit davon aus, dass sich die Zahl der Menschen, die sich mit der Omikron-Virusvariante infiziert haben, aller zwei bis vier Tage verdoppelt. Entsprechend hält der Bund an seinen Quarantäne-Regeln fest. Beim Gesundheitsministerium hieß es, im Moment bestehe kein Anlass, die Regeln zu lockern.

Zuvor hatten einzelne Bundespolitiker, unter anderem CSU-Chef Markus Söder, gefordert, die Quarantäne-Regeln anzupassen. Söder erklärte, wenn sich Omikron explosionsartig verbreite, könne man nicht ein ganzes Land in Quarantäne schicken.

Nur wenige Friseursalons pleitegegangen

Gute Nachrichten gibt es indes von den Friseurbetrieben in Sachsen-Anhalt. Nur wenige Friseursalons sind seit Beginn der Coronakrise pleitegegangen. Das haben Recherchen von MDR SACHSEN-ANHALT ergeben. Zu Beginn der Pandemie hatten viele Betriebe vor einer Pleitewelle gewarnt.

Wie die Handwerkskammer Magdeburg mitteilte, gibt es in ihrem Bezirk aktuell rund 1.000 eingetragene Friseurbetriebe, vor Beginn der Coronapandemie waren es ungefähr genauso viele. Ähnliche Zahlen meldete die Handwerkskammer Halle. Der Lockdown habe die Inhaber aber dennoch stark herausgefordert. Umsatzausfälle hätten nicht wieder aufgeholt werden können.

Leichter Rückgang von Erkrankten auf den Intensivstationen

Am Montag (Stand 16:05 Uhr) werden nach Angaben des DIVI-Intensivregisters in Sachsen-Anhalt 170 Corona-Patientinnen und -Patienten auf den Intensivstationen behandelt. Das sind drei weniger als am Montag vor einer Woche. Aktuell müssen 105 Corona-Patientinnen und -Patienten beatmet werden. 21 weitere Covid-spezifische Intensivbetten sind noch frei.

dpa, MDR (Alisa Sonntag)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | 27. Dezember 2021 | 11:00 Uhr

1 Kommentar

DER Beobachter vor 32 Wochen

Ich finde, die Grafik zur Bettenkapazität und -belegung spricht Bände...

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