Corona-Lage | 6. Dezember 2021 Halle und Magdeburg setzen 2G-Regeln in Innenstädten unterschiedlich um

Die 7-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen ist in Sachsen-Anhalt im Vergleich zur Vorwoche weiter gestiegen. Halle und Magdeburg gehen mit der Kontrolle der 2G-Regeln in den Innenstädten unterschiedlich um. Außerdem: Magdeburger können sich schon fünf Monate nach der zweiten Impfung boostern lassen. Und: Seit heute gelten im Land verschärfte Corona-Regeln.

Zutritt nach 2G-Regel! Geimpft Genesen steht auf einem Schild in einem Geschäft
Die 2G-Regeln werden in Halle und Magdeburg unterschiedlich kontrolliert. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

In Sachsen-Anhalt ist die 7-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen weiter gestiegen. Am Montag gab das Robert Koch-Institut (RKI) den Wert mit 861 an. Am gleichen Tag vor einer Woche lag der Inzidenz-Wert bei 803,1.

Am Sonntag war eine Inzidenz von 841,3 gemeldet worden, am Samstag lag die Inzidenz bei 832,7 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche.

Sachsen-Anhalt war damit auch am Montag das Bundesland mit der dritthöchsten Inzidenz nach Sachsen (1.234,4) und Thüringen (1.040,5). Bundesweit gab das RKI einen Wert von 441,9 an.

Nachmeldungen möglich: Inzidenz-Zahlen können höher liegen

Innerhalb eines Tages wurden den Angaben zufolge in Sachsen-Anhalt 1.432 neue Corona-Fälle gemeldet. Ein weiteres Todesopfer wurde im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung registriert. Die Zahlen könnten allerdings auch höher liegen, etwa weil am Wochenende einige neue Fälle verzögert gemeldet werden.

Halle und Magdeburg mit unterschiedlicher 2G-Umsetzung in Innenstädten

Sachsen-Anhalts größte Städte Magdeburg und Halle setzen die seit Montag geltende 2G-Regelung in der Innenstadt auf unterschiedliche Art und Weise um. In Magdeburg gebe es ein Bändchen-System, das der Besucher nach dem Vorzeigen eines Geimpft- oder Genesenen-Nachweises erhalte, sagte Rolf Lay, Vorsitzender der IG Innenstadt Magdeburg, am Montag. Das Bändchen könne er auf dem Weihnachtsmarkt oder in Innenstadtgeschäften bekommen. Anschließend genüge es in anderen Läden oder Märkten, das Bändchen an diesem Tag vorzuzeigen.

Das bedeuten 3G, 2G, 2G+ und Co.

Die 2G-Regel besagt, dass nur noch geimpfte und genesene Personen Zutritt zu Innenräumen und Veranstaltungen erhalten. Ein negatives Testergebnis gilt nicht mehr für den Einlass.

Eine verschärfte Form ist die 2G+-Regel. Hier müssen die geimpften und genesenen Personen zusätzlichen einen aktuellen Antigen-Schnelltest vorlegen.

Die 3G-Regel bedeutet, dass der Zutritt nicht nur für geimpfte und genesene, sondern auch für negativ getestete Personen erlaubt ist. Wer nicht vollständig geimpft ist oder nicht als genesen gilt, muss entweder einen negativen Schnelltest oder einen PCR-Test vorlegen.

Die 3G+-Regel besagt, dass der Corona-Test für ungeimpfte Personen ein PCR-Test sein muss. Ein Antigen-Schnelltest aus einem Testzentrum reicht hier nicht aus.

Auch der Katastrophenstab der Stadt Halle habe ein solches Modell überprüft, erklärte ein Sprecher der Stadt am Montag: "Auf der Grundlage der 15. Eindämmungsverordnung des Landes (...) hat sich der Kat-Stab gegen den Vorschlag entschieden." Die Überprüfung der 2G-Regel obliegt somit laut Stadt den Einzelhändlern. Das bisherige Konzept auf den Weihnachtsmärkten in der Stadt laufe aktuell reibungslos.

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In vielen Geschäften haben seit Montag nur noch Geimpfte und Genesene Zutritt. Laut der neuen Verordnung gibt es aber eine ganze Reihe von Ausnahmen. Nicht unter die sogenannte 2G-Regel fallen demnach unter anderem der Lebensmittelhandel, Abhol- und Lieferdienste, Getränkemärkte, E-Zigaretten-Geschäfte, Reformhäuser, Babyfachmärkte, Apotheken, Sanitätshäuser und Drogerien.

In Magdeburg kann schon nach fünf Monaten "geboostert" werden

Die Stadt Magdeburg bietet unterdessen Corona-Auffrischungsimpfungen ab sofort bereits fünf Monate nach der zweiten Impfung an. Das sagte eine Sprecherin der Stadt am Montagmorgen MDR SACHSEN-ANHALT. Buchbar sind die Termine demnach über ein Portal im Internet. Geimpft wird im Allee-Center im Stadtzentrum und in einer Sporthalle im Stadtteil Sudenburg.

In mehreren Bundesländern ist die sogenannte Booster-Impfung erst sechs Monate nach dem zweiten Impftermin möglich. Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) hatte zuletzt eine "Impfoffensive" angekündigt. Schon seit voriger Woche können Impfwillige in Magdeburg täglich zwischen 6 Uhr und 22 Uhr einen Impftermin bekommen. Das Angebot gilt auch für Erst- und Zweitimpfungen.

In Halle werden die Impfkapazitäten hochgefahren

Auch Halle erhöht die Kapazitäten für Corona-Schutzimpfungen noch einmal erheblich. Ab Dienstag wird nach Angaben der Stadt im Impfzentrum Heinrich-Pera-Straße wieder im vollen Ausmaß geimpft. Der kommunale Impfstandort ist dann täglich, auch am Sonnabend und Sonntag, von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Damit können allein in der Heinrich-Pera-Straße mehr als 2.000 Impfungen pro Tag durchgeführt werden. Vorgenommen werden zu dieser Zeit Erst- und Zweitimpfungen sowie Auffrischungsimpfungen (Booster-Impfungen) ohne vorherigen Termin.

Verschärfte Corona-Regeln seit Montag

Am Samstag hat die Landesregierung in Magdeburg neue Corona-Maßnahmen für Sachsen-Anhalt beschlossen, die seit Montag gelten. Die verschärften Regelungen umfassen etwa 2G im Einzelhandel (ausgenommen Geschäfte des täglichen Bedarfs wie Supermärkte und Drogerien), eine Obergrenze von 5.000 Besuchern für Großveranstaltungen in Innenräumen und die erneute Maskenpflicht in Schulen. Die Verordnung gilt vorerst bis zum 23. Dezember.

MDR (Gero Hirschelmann)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 06. Dezember 2021 | 19:00 Uhr

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