Corona-Lage | 3. April 2021 Oster-Wochenende bringt keine Entspannung bei Corona-Fallzahlen

Der Karsonnabend bringt bei der Corona-Lage auf den ersten Blick wenigstens eine gute Nachricht: Die 7-Tage-Inzidenz ist in Sachsen-Anhalt nicht weiter gestiegen. Wer genauer hinsieht und die Werte aber mit denen der Vorwoche abgleicht, stellt fest: Von Entspannung kann keine Rede sein. Unterdessen steigt auch die Zahl der Covid-19-Patienten auf Intensivstation.

Osterhasen mit Mundschutz
Das Osterfest 2021 ist wegen der Pandemie wieder ein anderes als gewöhnlich. Von Entspannung ist jedenfalls nichts zu spüren. (Symbolbild) Bildrechte: imago images/MiS

In Sachsen-Anhalt ist eine Entspannung der Corona-Lage weiter nicht in Sicht. Am Sonnabend veröffentlichte Zahlen des Sozialministeriums zeigen eine weiterhin hohe 7-Tage-Inzidenz. Der Wert beschreibt, wie viele Menschen pro 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen nachweislich infiziert haben. Er liegt nun bei 174,4. Vor einer Woche hatte ihn das Ministerium noch mit 156 angegeben. Verglichen mit Karfreitag (etwa 180) sank der Wert aber leicht.

Das Robert Koch-Institut vermeldete landesweit am Sonnabend einen Inzidenzwert von 163,6. Die Behörde wies aber darauf hin, dass die Zahlen zu Ostern womöglich niedriger sind als die Realität. Grund sei unter anderem, dass nicht jeder einen Arzt aufsuche. Dadurch würden weniger Proben genommen.

Vier Regionen melden Inzidenz von mehr als 200

Hinzu kommt, dass das Infektionsgeschehen weiterhin auf hohem Niveau ist. In Sachsen-Anhalt liegen vier Landkreise oder kreisfreie Städte bei einer Inzidenz von mehr als 200, im Burgenlandkreis liegt der Wert nach Zahlen des Landes gar deutlich über 300. Der Landkreis Harz ist dagegen wieder unter den Inzidenzwert von 200 gefallen.

Das ist insofern relevant, weil der Landkreis für die Zeit nach Ostern eine testweise Öffnung der Außengastronomie als Modellprojekt beantragt hat. Voraussetzung dafür ist in Sachsen-Anhalt aber, dass die 7-Tage-Inzidenz 200 nicht überschreitet. Das Land hatte Karfreitag aber überraschend mitgeteilt, wegen "organisatorischer Hürden" direkt nach Ostern keine Modellprojekte zu genehmigen.

Eine Inzidenz von deutlich mehr als 200 vermeldet weiterhin auch die Stadt Halle. Dort sind am Karsonnabend noch einmal schärfere Beschränkungen in Kraft getreten, die die Pandemie eindämmen sollen. Von nun an dürfen Hallenserinnen und Hallenser ihre Wohnung nur noch aus triftigem Grund zwischen 21 Uhr und 5 Uhr verlassen. Die Schulen sollen nach Ostern zudem auf Distanzunterricht umstellen.

Zahl der belegten Intensivbetten steigt

Erneut gestiegen ist unterdessen die Zahl der von Covid-19-Patienten belegten Intensivbetten. Sie wird vom Land nun mit 108 angegeben, knapp die Hälfte der Menschen müssen demnach beatmet werden. Wer diese Werte mit denen von vor einer Woche vergleicht, sieht einen Anstieg von mehr als 20 Prozent.

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MDR/Luca Deutschländer

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 03. April 2021 | 19:00 Uhr

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