Corona-Lage | 20. November 2021 Inzidenz springt über 450 – Weitere Weihnachtsmärkte abgesagt

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus steigt in Sachsen-Anhalt weiter. Die 7-Tage-Inzidenz liegt mittlerweile bei mehr als 450. Weitere Weihnachtsmärkte wurden abgesagt. Andere planen strengere Regeln. Für Innenräume plant die Landesregierung flächendeckend die 2G-Regel.

Eine Frau mit Mund-Nasenschutz-Maske schaut sehnsüchtig aus dem Wohnzimmerfenster, innen brennen die Kerzen des Weihnachstbaumes.
Die Weihnachtszeit steht vor der Tür, und die Pandemielage ist komplizierter und gefährlicher als vor einem Jahr. Bildrechte: imago images / MiS

In Sachsen-Anhalt ist die 7-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen sprunghaft angestiegen: Das Robert Koch-Institut hat für Samstag den Wert von 468,9 angegeben. Im Vergleich zur Vorwoche sind das rund 200 Fälle mehr auf 100.000 Einwohner (die 7-Tage-Inzidenz vom 12. November lag bei 269,3).

Es sind auch in den Landkreisen weiter Rekordzahlen bei den Inzidenzen zu verzeichnen: Besonders stark sind der Burgenlandkreis (714,6), der Kreis Mansfeld-Südharz (615,6) sowie der dünn besiedelte Altmarkkreis Salzwedel (587,8) betroffen. Auch in den anderen Kreisen stehen die Zeichen auf weiter steigende Zahlen. Allein der Landkreis Börde liegt am Sonnabend mit 280,8 noch unter 300, allerdings zeigt der Trend auch hier klar nach oben, denn vor gut einer Woche lag die Börde noch bei 175,3 (Stand 12. November).

Auflagen für Weihnachtsmärkte in einigen Städten verschärft, Aschersleben und Wernigerode sagen ganz ab

Angesichts dieser Zahlen haben sich einige Städte dazu entschlossen, ihre Weihnachtsmärkte entgegen bisheriger Pläne doch abzusagen – oder die Hygieneauflagen zu verschärfen. Die Verantwortlichen in Aschersleben und in Wernigerode haben am Freitag mitgeteilt, dass sie ihre Märkte ausfallen lassen. In Quedlinburg wurden kleinere Veranstaltungen in den Ortsteilen abgesagt, am beliebten "Advent in den Höfen" werde aber festgehalten, hieß es. Dafür plant die Stadt nun allerdings strengere Regeln: Zugang soll es nur für Geimpfte und Genesene geben.

Auch Halle will nach einem Bericht der "Mitteldeutschen Zeitung" mit einer 2G-Regel in Teilbereichen etwas strenger bei den Corona-Auflagen werden, als es ursprünglich angekündigt war.

Sachsen-Anhalt mit anhaltend hoher Hospitalisierungsrate

Sachsen-Anhalt weist weiterhin eine hohe Rate bei den Krankenhauseinweisungen auf. Aktuell liegt der Wert pro 100.000 Einwohnern laut RKI bei rund 13 (12,98 am 20. November 2021), in den vergangenen Tagen lag er meist bei rund zwölf. Ab einem Schwellenwert von neun sollen die Länder die Möglichkeit haben, sehr viel schärfere Corona-Maßnahmen zu ergreifen. Darauf hatten sich Bund und Länder Ende der Woche beim Corona-Krisengipfel geeinigt.

Es geht hier schon lange nicht mehr um einzelne regionale Ausbruchsgeschehen – ganz Deutschland ist ein einziger großer Ausbruch, das ist eine nationale Notlage.

RKI-Chef Lothar Wieler

Der RKI-Präsident Lothar Wieler hat am Freitag – einen Tag nach dem Krisengipfel – noch einmal deutlich gemacht, wo er Deutschland in dieser Pandemie gerade sieht: "Es geht hier schon lange nicht mehr um einzelne regionale Ausbruchsgeschehen – ganz Deutschland ist ein einziger großer Ausbruch, das ist eine nationale Notlage." (Dazu mehr in unserem Corona-Newsletter)

In Sachsen-Anhalt werden laut Divi-Intensivregister aktuell 103 Patientinnen und Patienten im Krankenhaus behandelt, davon müssen 53 Personen beatmet werden.

Inzwischen nimmt die Nachfrage bei den Impfungen wieder stark zu. Es gibt in vielen Teilen des Landes deswegen zusätzliche Termine und ausgeweitete Angebote, zum Beispiel im Salzlandkreis mit weiteren Terminen für Bernburg und Aschersleben. Die Stadt Magdeburg hat angekündigt, dass der zentrale Impfpunkt am Allee-Center nun montags bis sonnabends geöffnet wird. Hilfe bekomme die Stadt dafür von der Bundeswehr.

2G-Regel für Innenräume: In Sachsen-Anhalt spätestens ab dem 24. November geplant

Mit der Hospitalisierungsrate liegt das Land bereits seit Tagen über den nun beim Corona-Krisengipfel festgelegten Schwellenwert von neun, ab dem mindestens 2G- und 2G+ angewendet werden soll. Auch Kontaktbeschränkungen gelten dann laut Bund-Länder-Beschluss als legitime Maßnahme.

Dass die Landesregierung in Sachsen-Anhalt so weit erst einmal nicht gehen will, hatte Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) bereits angekündigt. Mit der neuen Corona-Verordnung für Sachsen-Anhalt, die ab dem 24. November gelten soll, plant die Landesregierung laut Grimm-Benne allerdings spätestens flächendeckend eine 2G-Regel für Innenräume, etwa für den Zutritt zu Restaurant, Theater oder Kneipen. Veranstalter könnten dies, hieß es, eigenständig auf das 2G+-Modell erweitern.

MDR/Mandy Ganske-Zapf

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 20. November 2021 | 11:00 Uhr

4 Kommentare

tim regenbogen vor 8 Wochen

Und wenn man erstmal anfangen tut, die Geimpften zu testen, dann können wir zuschauen wie die Zahlen in die Höhe schiessen( noch schneller wie jetzt) und können dann in Deutschland alles zumachen. Schon mal jetzt vielen Dank den Geimpften.

na sowas 1 vor 8 Wochen

So lange Politiker und Virologen ständig andere Meinungen vertreten (Poliker "A" sagt dies und Politiker "B" sagt was anderes, bei den Virologen ist es nicht anders)weis man nicht wen und was man noch glauben soll und dann noch unser Superminister Spahn mit seiner Aussage zum Impfstoff (Biontech--->Moderna). ch bin geimpft und wollte mir die Auffrischung hölenaber jetzt überlege ich noch,dank Spahn.

Warum nicht vor 8 Wochen

Es den Veranstaltern zu überlassen, 2G+ einzuführen, ist feige Arbeitsverweigerung: LSA verweigert, getrieben von der FDP, die so dessen Vertreter Pott "mit Bedacht" (wie lange?) vorgehen möchte, die Umsetzung der Beschlüsse der MP und damit auch des eigenen. Der MP ist mit seiner CDU zu schwach oder nicht Willens, um ein Machtwort zu sprechen. Und auch die SPD kuscht und versteckt sich hinter vorgeblichen Schwierigkeiten bei der Rechtsetzung. Der Wille zum eigenen Machterhalt ist stärker als der zur Bekämpfung der Pandemie. Dabei hat der LK Börde nach heutigem Bericht der MZ schon jetzt kein freies intensiv-Bett mehr, bei anderen LK sieht's nicht viel besser aus. Anstatt mit konsequenten Maßnahmen voranzugehen, schiebt unsere Regierung anderen den schwarzen Peter der ungeliebten Entscheidungen zu. So sollen die einzelnen Kommunen entscheiden, ob Weihnachtsmärkte/Glühweintrinken mit Maske? möglich sind, obwohl sich unser Land zunehmend lila färbt. Worauf wartet man - wieder mal?

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