Corona-Lage | 9. Mai 2021 Bald weitere Lockerungen? Zwei Kreise, Halle und Dessau zeigen sinkende Werte

In Magdeburg gelten schon gelockerte Regeln. Vorsichtige Öffnungsschritte rücken auch für zwei weitere Kreise sowie Halle und Dessau in greifbare Nähe. Dafür müsste sich die bisherige Entwicklung allerdings fortsetzen.

Ein Mann mit Maske.
Die Sieben-Tage-Inzidenzen in Sachsen-Anhalt sinken – aber nicht in jedem Landesteil gleichermaßen. Bildrechte: MDR/pixabay

In Sachsen-Anhalt wurden innerhalb von 24 Stunden 263 neue Corona-Fälle registriert. Wobei am Wochenende Vorsicht geboten ist. Nicht alle Meldungen gehen in die Statistiken ein – aus unterschliedlichen Gründen kann es zu Meldeverzögerungen kommen. Damit gibt es seit Beginn der Pandemie im Land ingesamt 94.950 Menschen, die sich infiziert haben. Davon sind bis heute 3168 Menschen gestorben. Entsprechend haben mehr als 85.000 Menschen die Infektion durchgemacht, sind genesen – oder hatten sie als symptomlose Infektion erlebt.

Vor wenigen Wochen noch stiegen diese Zahlen weiter stark an: Seither gilt die Bundes-Notbremse. Nun deutet sich in einigen Regionen eine Trendwende an. Aktuell zeigen die Landkreise Mansfeld-Südharz sowie Anhalt-Bitterfeld, außerdem Halle und Dessau-Roßlau deutlich sinkende Werte. Seit mindestens vier Werktagen weist dort die Sieben-Tage-Inzidenz einen Wert von unter 150 auf. Das bedeutet, dass kommende Woche vorsichtige Öffnungen möglich werden könnten, etwa beim Einkaufen ("Click&Meet").Dafür müssen die Werte weiter so bleiben.

Die Stadt Halle zeigt dabei die stabilsten Zahlen und könnte als erste unter diesen vier Regionen gelockerte Regeln zulassen. Es bleibt abzuwarten, wie die Woche startet. Angekündigt hat die Stadt bereits, dass Kitas und Horte zum eingeschränkten Regelbetrieb zurückkehren könnten.

Was bei den Inzidenzzahlen zu beachten ist

Die Meldungen des RKI sind laut Eindämmungsverordnung des Landes Sachsen-Anhalt entscheidend für Entscheidungen über Corona-Maßnahmen wie Schulschließungen und Kontaktbeschränkungen.

Die vom Land gemeldeten Werte weichen in der Regel von den RKI-Zahlen ab, da sie etwas aktueller sind. Außerdem ordnet das RKI nachgemeldete Zahlen dem tatsächlichen Erkrankungs- oder Meldedatum zu, auch wenn sie dadurch aus der Zeitspanne der sieben Tage herausfallen.

Magdeburg seit Sonntag als erste Region mit zugelassener Außengastronomie

Gelockerte Regeln gelten seit heute in Magdeburg, da die Sieben-Tage-Inzidenz seit mehr als fünf Tagen sogar stabil unter 100 liegt. In der Landeshauptstadt setzt das die so genannte Bundesnotbremse außer Kraft. Damit ist Magdeburg landesweit noch allein. Kein anderer Landkreis, auch nicht die kreisfreien Städte Dessau-Roßlau oder Halle weisen solch niedrige Werte auf. Wobei man dazu sagen muss: So niedrig ist eine Sieben-Tage-Inzidenz von aktuell rund 60, wie sie in Magdeburg vorliegt, nicht. Aber sie deutet auf ein beruhigteres Infektionsgeschehen hin. Und die Bundes-Notbremse orientiert sich an der 100-er-Marke, die Magdeburg weit unterschreitet.

Das bedeutet auch, dass in Magdeburg Öffnungen möglich sind, wie sie bisher sonst nicht vorgenommen werden können. In Regionen, die stabil unter 100 liegen, erlaubt die Landesregierung mit der jüngsten, am Wochenende in Kraft gesetzten Verordnung zum Beispiel das Öffnen der Außengastronomie. Auch Modellprojekte sind dann wieder drin.

Lage auf den Intensivstationen im bundesweiten Trend

Die Lage auf den Intensivstationen im Land ist im Vergleich zum Vortag unverändert. Noch immer sind es 126 Menschen (ein Fall mehr als am Sonnabend), die dort wegen einer Covid-19-Infektion behandelt werden müssen (136 vor einer Woche). Davon werden 78 beatmet (83 vor einer Woche).

Bundesweit betrachtet, zeigt sich ebenfalls ein Absinken der intensivmedizinischen Behandlungen für Corona-Patientinnen und -Patienten: Für ganz Deutschland sind es im Moment etwa 4.600 Infizierte. Zum Vergleich: Im April waren es zeitweise etwa 5.000 Patienten. Das geht aus aktuellen Zahlen der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin DIVI hervor. DIVI-Präsident Gernot Marx führt den Rückgang auch auf die Bundes-Notbremse zurück. Die Richtung stimme, aber Entwarnung gebe es auf keinen Fall, sagte Marx.

Sachsen-Anhalts Corona-Daten im Überblick

Alle Zahlen und Grafiken zur Corona-Entwicklung haben wir hier für Sie zusammengefasst:

Hintergründe und Aktuelles zum Coronavirus – unser Update

In unserem multimedialen Update zur Corona-Lage in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen fassen wir für Sie zusammen, was am Tag wichtig war und was für Sie morgen wichtig wird.

Das Corona-Daten-Update – montags bis freitags um 20 Uhr per Mail in Ihrem Postfach. Hier können Sie das Update abonnieren.

MDR/Mandy Ganske-Zapf

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 08. Mai 2021 | 19:00 Uhr

0 Kommentare

Mehr aus Sachsen-Anhalt