Corona-Lage | 16. Januar 2022 Im Bundes-Vergleich: Omikron-Welle erreicht Sachsen-Anhalt nur langsam

Sachsen-Anhalt ist von der fünften Corona-Welle bislang verhältnismäßig wenig betroffen. In Sachsen-Anhalt steigen die Inzidenzen nur leicht. Die Diskussionen über eine Impflicht halten an. Denn: Bei den Boosterimpfungen, die besonders gut gegen die Omikronvariante schützen sollen, hinkt Sachsen-Anhalt weiterhin hinterher.

Ein Schild mit der Aufschrift Omicron
Omikron treibt die Inzidenzen in Sachsen-Anhalt derzeit langsamer in die Höhe, als in anderen Teilen Deutschlands. Bildrechte: imago images/Bihlmayerfotografie

Fünfte Corona-Welle erreicht Sachsen-Anhalt nur langsam

Sachsen-Anhalt bleibt bislang noch einigermaßen von der fünften Welle verschont. Während die Omikron-Variante, die seit Beginn des Jahres dominant ist, für die Mehrzahl der neuen Infektionen in Deutschland verantwortlich ist und für teilweise extrem hohe Inzidenzen (Bremen mehr als 1.400) sorgt, steigt die Inzidenz in Sachsen-Anhalt derzeit nur leicht.

Wieso die Inzidenzen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen trotz Omikron derzeit niedriger sind als im Bundesdurchschnitt, erklärt Manuel Mohr in diesem Artikel:

Inzidenz in Sachsen-Anhalt steigt leicht

Am Sonntag gab das Robert Koch-Institut (RKI) die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner binnen einer Woche für Sachsen-Anhalt mit 274,8 an. In der Vorwoche lag der Wert bei 270.

Damit verzeichnet Sachsen-Anhalt weiterhin die drittniedrigste Inzidenz in Deutschland. Geringer ist die Inzidenz aktuell nur in Thüringen (201,7) und Sachsen (231,9). Bundesweit an der Spitze liegt derzeit Bremen mit einer Wocheninzidenz von 1401,2.

Die höchste 7-Tage-Inzidenz in Sachsen-Anhalt gab das RKI am Samstag für die Stadt Halle (380,0) an, den geringsten Wert hatte der Landkreis Mansfeld-Südharz (170,5).

Von Freitag auf Samstag meldeten die Gesundheitsämter im Land dem RKI 701 neue Infektionen mit dem Coronavirus. Sonntag wurden keine neuen Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19- Erkrankung gemeldet. Seit Beginn der Pandemie im März 2020 haben sich in Sachsen-Anhalt damit 238.768 Menschen infiziert, 4.468 davon starben.

Diskussion um allgemeine Impfpflicht hält an

In Deutschland wird weiterhin darüber diskutiert, eine allgemeine Impfpflicht gegen das Coronavirus einzuführen. Die Impfung wird derzeit von vielen Experten als das wirksamste Mittel im Kampf gegen die Pandemie angesehen. Bundesgesundheitsminister Lauterbach sagte der "Bild am Sonntag", ohne Impfpflicht halte er es für ausgeschlossen, die Quoten zu erreichen, die man benötige, um aus der Pandemie herauszukommen.

Auch der Virologe Christian Drosten warnte am Freitag erneut davor, dass Impflücken den Kampf gegen die Pandemie ausbremsten. Gleichzeitig verkündete er, ein Ende der Pandemie bis Ende des Jahres sei in Sicht. Dann werde Deutschland in die endemische Phase übergehen.

Lauterbach plädiert dafür, bei einer möglichen allgemeinen Impfpflicht drei Impfdosen vorzuschreiben. Wer drei Impfungen erhalten habe, sei gegen alle Corona-Varianten geschützt, zumindest vor schwerer Krankheit und Tod. Wissenschaftler weltweit seien sich einig, dass es äußerst unwahrscheinlich sei, wenn eine Variante entstehe, gegen die man als dreifach geimpfte Person keinen Schutz habe.

Sachsen-Anhalt hinkt bei Boosterimpfungen hinterher

Ausgerechnet bei den Boosterimpfungen, die besonders wichtig für einen wirksamen Schutz vor der ansteckenderen Virusvariante Omikron gilt, liegt Sachsen-Anhalt mit 40,3 Prozent derzeit auf dem vorletzten Platz. Den höchsten Anteil von Auffrischungsimpfungen haben das Saarland mit 55,5 Prozent sowie Bremen, Schleswig-Holstein und Niedersachsen mit 51,4 bis 51,1 Prozent. Den niedrigsten Booster-Anteil hat Sachsen mit 37,1 Prozent.

Am Montag werden die Länder bei einer Gesundheitsministerkonferenz das weitere Vorgehen gegen die Pandemie abstimmen. Im Anschluss wird Petra Grimm-Benne, Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung in Sachsen-Anhalt und Vorsitzende der Konferenz, um 20.00 ein Statement abgeben und eventuell über neue Absprachen informieren.

dpa, MDR (Leonard Schubert)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | 16. Januar 2022 | 07:00 Uhr

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