Corona-Lage | 20. Dezember 2021 Clubs und Diskotheken schließen ab 23. Dezember

Trotz sinkender Inzidenzen bereitet die Omikron-Variante Expertinnen und Experten Sorgen. Der Berater der Landesregierung erwartet einen weiteren Lockdown. Außerdem: Clubs und Diskotheken müssen ab dem 23. Dezember schließen. Und: Der Landkreis Stendal richtet eine neue feste Impfstelle ein. Termine können ab sofort online gebucht werden.

Ein Plakat mit der Aufschrift "Wir wollen tanzen"€œ hängt an der Tanzbar Palette, die wegen der Corona-Pandemie zurzeit geschlossen ist.
Clubs und Diskotheken in Sachsen-Anhalt schließen ab dem 23. Dezember. Bildrechte: dpa

Die 7-Tage-Inzidenz in Sachsen-Anhalt ist auch am Montag wieder gesunken. Das Robert Koch-Institut meldete für den 20. Dezember eine Inzidenz von 659,7. Am Vortag lag der Wert bei 675,8, vor einer Woche noch bei 869,7. Nach Thüringen und Sachsen hat Sachsen-Anhalt damit die dritthöchste Inzidenz in Deutschland und liegt weiter über dem Bundesschnitt von 316.

Am stärksten betroffen ist in Sachsen-Anhalt weiterhin der Saalekreis mit einer Inzidenz von 854,8. Die geringste Inzidenz wurde am Montag mit 448,7 für den Altmarkkreis Salzwedel verzeichnet.

449 neue Fälle

Von Sonntag auf Montag registrierte das RKI in Sachsen-Anhalt 449 neue Corona-Fälle. Zwei weitere Menschen starben an oder mit dem Virus. Seit Beginn der Pandemie sind in Sachsen-Anhalts insgesamt (Stand Montag) 4.087 Menschen im Zusammenhang mit Covid gestorben.

Clubs und Diskotheken schließen

Die Landesregierung hat am Montag beschlossen, Clubs und Diskotheken ab dem 23. Dezember zu schließen. Das teilte die Staatskanzlei mit. Zudem seien die Landkreise und kreisfreien Städte ermächtigt, weitere Kontaktbeschränkungen zu verordnen. Diese könnten auch für Geimpfte und Genesene gelten.

Die Kommunen können laut Staatskanzlei am Silvesterabend und Neujahrstag Ansammlungsverbote auf öffentlichen Plätzen erlassen. Die Regelungen sind in der neuen Landesverordnung festgeschrieben, die laut Staatskanzlei am Donnerstag in Kraft treten und vorerst bis zum 18. Januar gelten soll. Zu weiteren möglichen Maßnahmen will sich Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) am Dienstag nach der Bund-Länder-Konferenz äußern.

Berater der Landesregierung erwartet Lockdown

Trotz der sinkenden Inzidenzen sehen Expertinnen und Experten bereits die nächste Welle auf uns zurollen. Der Grund: die Ausbreitung der Omikron-Variante. Professor Achim Kaasch, wissenschaftlicher Berater der Landesregierung, rät daher, die Kontakte über die Feiertage einzuschränken. Zudem hält er einen weiteren Lockdown für sehr wahrscheinlich. "Ich bezweifle, dass für Omikron Maßnahmen auf freiwilliger Basis ausreichen", sagte Kaasch MDR SACHSEN-ANHALT. Das komplette Interview lesen Sie hier:

Porträtfoto eines Wissenschaftlers im Labor mit Video
Bildrechte: Universität Magdeburg/Jana Dünnhaupt

Neue feste Impfstelle in Stendal

Der Landkreis Stendal baut sein Impfangebot aus. Laut Landratsamt wird der Kreis ab 3. Januar eine feste Impfstelle betreiben. Dafür können die Bürgerinnen und Bürger ab Montag online Termine buchen. Die neue Impfstelle wird im Berufsbildungswerk in Stendal eingerichtet. Außerdem macht der Landkreis dezentrale Impfangebote, die ebenfalls online gebucht werden können.

In Sachsen-Anhalt haben sich bis Montag 69,1 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal gegen das Coronavirus impfen lassen. 66,8 Prozent sind zweimal geimpft und 27,7 Prozent haben bereits eine Auffrischungsimpfung erhalten. Bei den Impfquoten liegt Sachsen-Anhalt leicht unter dem Bundesschnitt. Deutschlandweit sind (Stand Montag) 70,3 Prozent der Menschen vollständig geimpft.

Keine Entspannung auf Intensivstationen

Auf den Intensivstationen in Sachsen-Anhalt werden aktuell 172 Patientinnen und Patienten mit Covid-19 behandelt. Vor einer Woche waren es 165. Das geht aus Daten des Registers der Intensivmedizin, DIVI, hervor. 101 der Intensivpatientinnen und -patienten müssen aktuell beatmet werden (Stand: Montag, 16:05 Uhr). 21 weitere Intensivbetten sind noch für Covid-19-Erkrankte frei.

In ganz Deutschland werden zurzeit 4.578 Patientinnen und Patienten intensivmedizinisch behandelt, 2.657 davon invasiv beatmet.

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MDR (Fabienne von der Eltz)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 20. Dezember 2021 | 08:00 Uhr

3 Kommentare

Ines W. vor 3 Wochen

Macht das Land spätestens nach Weihnachten dicht, dann haben wenigstens die Intensivstationen ein bisschen Luft neue Reserven aufzubauen.

Wie sagte mir ein Intensivmediziner erst vor kurzem:
Entlastung gibt es immer nur kurz wenn jemand stirbt.
Die Mortalitätsrate dieser Intensivpatienten liegt immerhin zwischen 40 und 50 Prozent. Zwei Wochen rückläufige Einlieferungen + entsprechende Abgänge durch Exitus könnten uns die notwendige Reserve verschaffen, dass wir bei der fünften Welle nicht sofort mit ausgelasteten Intensivstationen da stehen.

ria vor 3 Wochen

@ Simone, ich sehe das genauso wie du, aber ich denke die Spaziergänger, oder wie immer sie sich auch nennen, lassen sich nicht überzeugen. Meiner Meinung nach sollte gegen die unangemeldeten Demonstrationen konsequenter vorgegangen werden. Wir kommen sonst aus diesem Hamsterrad nicht mehr raus.

Simone vor 3 Wochen

Wann wenn nicht jetzt oder spätestens nach Weihnachten soll man das Land herunterfahren um die Kontakte der Menschen zu reduzieren?

Omikron wird kommen und die dominierende Variante werden und mit seiner nochmals deutlich gegenüber Delta gesteigerten Ansteckungsgefahr die Menschen infizizieren. Aktuell sind die Intensivstationen noch voll mit Coronapatienten der Vierten Welle und es gibt kaum Reserven in Mitteldeutschland, obwohl man bereits alle planbaren OPs abgesagt hat und die Luftwaffe schon Patienten in andere Bundesländer evakuiert hat.

In Mitteldeutschland wird man vermutlich wieder massiv auf die Schnauze fallen, denn auch Omikron wird sich durch Coronaleugnung, Impfverweigerung und Spaziergänge im Querdenkerrudel nicht aufhalten lassen.

Was hilft sind weniger Kontakte, penibles einhalten der AHA regeln, Testen, Impfen und endlich mal an einem Strang ziehen, damit die Pflegekräfte nicht völlig auf dem Zahnfleisch gehen.

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