Corona-Daten-Newsletter | Dienstag, 29. Dezember 2020 2020 – das Corona-Jahr

Julia Heundorf
Bildrechte: MDR/Kevin Poweska

Heute im Newsletter: 2020 wird als Corona-Jahr in die Geschichte eingehen. Wir blicken zurück auf die Entwicklungen des Jahres von der ersten Infektion in Deutschland bis zur ersten Impfung vor einigen Tagen. Außerdem: Kliniken geht das Geld für Gehälter aus.

Coronavirus-Modell mit Impfspritze
Sars-CoV-2 hat unser Leben 2020 maßgeblich mitbestimmt. (Symbolbild) Bildrechte: imago images / Christian Ohde

Liebe Newsletterfreunde, 

zum letzten Mal in diesem Jahr melden wir uns mit diesem Newsletter. 2020 wird als Corona-Jahr in die Geschichte eingehen. Ich möchte mit Ihnen heute noch mal auf die Entwicklungen rund um die Pandemie zurückblicken.

Aber zuerst blicken wir auf die aktuellen Zahlen. 

Auf einen Blick: Die aktuellen Zahlen

Dem Robert Koch-Institut wurden aus ganz Deutschland 12.892 Neuinfektionen mit dem Coronavirus innerhalb eines Tages gemeldet. Die meisten Fälle wurden aus Nordrhein-Westfalen gemeldet (+2.521), aus Sachsen (+2.232) sowie aus Bayern (+1.962). Die höchsten Inzidenzwerte deutschlandweit verzeichnen weiterhin Sachsen (365), Thüringen (274) und Sachsen-Anhalt (172). 

Die Zahlen für unsere drei Länder im Detail:

Sachsen

  • Aktive Fälle: 35.309 ↘ (-642 zum Vortag)
  • Intensivpatienten: 581 (+15), davon 289 beatmet (+12)
  • Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19: 3.039 (+163)
  • Schätzung der genesenen Patienten: 90.700 (+3.000) 
  • Gesamtzahl aller positiv Getesteten: 129.048 (+2.521)

Thüringen

  • Aktive Fälle: 13.042 ↘ (-22 zum Vortag)
  • Intensivpatienten: 211 (+8), davon 110 beatmet (+4)
  • Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19: 930 (+46)
  • Schätzung der genesenen Patienten: 25.887 (+471)
  • Gesamtzahl aller positiv Getesteten: 39.859 (+495)

Sachsen-Anhalt

  • Aktive Fälle: 6.969 ↘ (-66 zum Vortag)
  • Intensivpatienten: 165 (+6), davon 91 beatmet (+7)
  • Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19: 571 (+31)
  • Schätzung der genesenen Patienten: 21.073 (+607)
  • Gesamtzahl aller positiv Getesteten: 28.613 (+572)

Bei der "Zeit" haben Redakteure eine Deutschlandkarte angelegt, die anzeigt, wie viele Impfungen in jedem Bundesland bereits stattgefunden haben. Demnach wurden in Sachsen bisher 857 Menschen geimpft, in Thüringen 257 und in Sachsen-Anhalt 3.985.

Das war das Corona-Jahr 2020

Dezember 2019

Die ersten Fälle treten in Wuhan in China auf. Zu dem Zeitpunkt ist das Virus noch unbekannt und unbenannt.

Januar

Im Januar wird bekannt, dass die neue Krankheit auf ein neuartiges Coronavirus zurückgeht. In China gibt es den ersten Todesfall. Ende Januar erreicht das Virus Europa – zunächst werden Fälle in Frankreich bekannt. Am 27. Januar wird der erste Fall in Deutschland aus dem Landkreis Starnberg in Bayern gemeldet.

Februar

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nennt die neue Erkrankung Covid-19 und den Erreger Sars-CoV-2. In Europa ist Italien am stärksten betroffen und riegelt im Norden des Landes Städte ab – bei mehr als 150 nachgewiesenen Infektionen. In Deutschland richtet die Bundesregierung einen Krisenstab ein.

März

Anfang März treten die ersten Fälle in Sachsen und Thüringen auf, Mitte März auch in Sachsen-Anhalt. Sachsen verbietet Klassenfahrten. Es kommt zu Hamsterkäufen. Der erste Todesfall in Deutschland wird bekannt. Am 11. März ruft die WHO die Pandemie aus. Schulen und Kitas schließen, die EU verhängt einen Einreisestopp. Am 22. März einigen sich Bund und Länder auf strenge Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen: der erste Lockdown.

April

Am 20. April werden die Maßnahmen erstmals gelockert: Kleine Geschäfte öffnen wieder. Sachsen führt als erstes Bundesland die Maskenpflicht beim Einkaufen ein, die ab 27. April dann in ganz Deutschland gilt – stellenweise zunächst nur in Bus und Bahn. Ende April werden Spielplätze, Zoos, Museen und Gotteshäuser wieder geöffnet. Biontech und Pfizer testen in Deutschland erstmals einen Corona-Impfstoff an Menschen.

Mai

Menschen demonstrieren erstmals gegen die Corona-Maßnahmen. Zahlreiche Protestveranstaltungen sind von rechten Gruppierungen organisiert. Sachsen-Anhalt lockert im Mai die Kontaktbeschränkungen. Wissenschaftler entdecken, dass das Virus nicht nur die Lunge befällt, sondern auch Niere, Herz, Leber und Gehirn. Sozialleistungen werden wegen der Pandemie ausgebaut, darunter das Kurzarbeiter-, Eltern- und Arbeitslosengeld. Kitas in Sachsen und Thüringen öffnen wieder, auch die Gastronomie.

Juni

Die Bundesregierung beschließt ein Konjunkturpaket, senkt vorübergehend die Mehrwertsteuer und führt den Kinderbonus ein. Weitere Lockerungen treten in Kraft, etwa für Familienfeiern. Mitte Juni hebt Thüringen als erstes Land die Kontaktbeschränkungen auf. Die Corona-App startet. Es gibt mehrere lokale Corona-Ausbrüche, darunter bei Tönnies in Nordrhein-Westfalen. Bund und Länder einigen sich auf innerdeutsche Reise-Restriktionen.

Juli

Die EU-Kommission erlaubt das Arzneimittel Remdesvir. Reiserückehrende erhalten kostenlos Coronatests bei der Einreise. Kurz darauf wird der Coronatest nach einer Reise zur Pflicht.

August

Die Infektionszahlen steigen wieder: Erstmals seit Mai werden in Deutschland mehr als 1.000 Neuinfektionen an einem Tag gemeldet. Am 11. August lässt Russland weltweit den ersten Impfstoff zu. In Leipzig findet das große "Restart-19"-Konzert statt, bei dem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Ansteckungswege bei Großveranstaltungen untersuchen. Labore sind mit den Coronatests von Reiserückkehrenden überlastet. Ende August einigen sich Bund und Länder auf ein Bußgeld bei Verstößen gegen die Maskenpflicht. Am 29. August demonstrieren etwa 38.000 Menschen in Berlin gegen die Corona-Maßnahmen. Die Demonstration wird von der Polizei aufgelöst, aber Teilnehmer der Demo besetzen kurzzeitig die Treppen des Reichstagsgebäudes und schwenken Reichsflaggen.

September

In Sachsen tritt die neue Corona-Schutzverordnung in Kraft. Das Flüchtlingslager Moria in Griechenland steht unter Quarantäne und wird dann durch ein Feuer zerstört. Die Coronazahlen in Deutschland steigen weiter und München überschreitet als erste Stadt den kritischen Inzidenzwert von 50.

Oktober

Bund und Länder einigen sich auf neue gemeinsame Eindämmungsregeln, vor allem für Regionen, die kritische Inzidenzwerte überschreiten, darunter das Beherbergungsverbot, das kurz danach von mehreren Gerichten gekippt wird. Am 16. Oktober gibt es einen neuen Höchststand der Neuinfektionen: 7.058 Menschen werden an einem Tag positiv getestet. Am 21. Oktober wird der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) positiv auf Corona getestet. Gesundheitsämter stoßen wegen der hohen Zahl an Neuinfektionen bei der Nachverfolgung an ihre Grenzen. Erste Weihnachtsmärkte werden abgesagt. Am 28. Oktober wird der "Teil-Lockdown" beschlossen.

November

Ab 2. November müssen soziale Kontakte auf zwei Haushalte begrenzt werden. Gastronomie- und Tourismusunternehmen und Kultureinrichtungen müssen schließen. Zahlreiche Tests werden durchgeführt, sodass die Materialien knapp werden. Das Bundesfinanzministerium plant für Überbrückungshilfen für Unternehmen und Selbstständige bis zu zehn Milliarden Euro ein. Die EU-Kommission einigt sich mit den Pharma-Unternehmen Biontech und Pfizer auf die Lieferung eines Impfstoffs. Sachsen und Sachsen-Anhalt beschließen Ende November, dass die Weihnachtsferien verlängert werden. Der "Teil-Lockdown" wird verlängert mit Ausnahmeregelungen für die Kontaktbeschränkungen während der Weihnachtstage in Sachsen-Anhalt.

Dezember

Sachsen wechselt am 14. Dezember in den harten Lockdown, schließt Kitas, Schulen und fast alle Geschäfte. Menschen über 60 Jahren und bestimmte Risikogruppen erhalten kostenlos FFP2-Masken. Die Deutsche Post hat so viel zu tun wie noch nie zuvor. Bund und Länder folgen Sachsen: Vom 16. Dezember bis 10. Januar gilt harter Lockdown. Es gibt erste Berichte über Triage in Krankenhäusern. In Großbritannien breitet sich eine Mutation des Coronavirus aus. Am 21. Dezember genehmigt die EU-Kommission den Biontech-Pfizer-Impfstoff. Der 27. Dezember ist der offizielle Impfstart, die erste Impfung deutschlandweit wird aber bereits am 26. Dezember in einem Pflegeheim in Halberstadt durchgeführt.


Aktuelle Entwicklungen und Informationen rund um das Coronavirus finden Sie jederzeit hier:

Finanzielle Not in Krankenhäusern

Heute Morgen warnte die Deutsche Krankenhausgesellschaft davor, dass bald die Gehälter der Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Krankenhäusern nicht mehr gezahlt werden könnten. Die finanzielle Situation sei dramatisch. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat daraufhin am Nachmittag eine Garantie ausgesprochen, die Regierung werde die Liquidität der Krankenhäuser in der Krise sichern.

Was außerdem los war

  • Das Urteil gegen den Attentäter von Halle ist rechtskräftig. Der Verurteilte hat keine Revision eingelegt. Er war wegen zweifachen Mordes und des versuchten Mordes in zahlreichen weiteren Fällen zu lebenslanger Haft mit anschließender Sicherheitsverwahrung verurteilt worden. 
  • 2021 kommt und einiges wird sich im neuen Jahr ändern: Mehr Kindergeld, höherer Mindestlohn, höhere Heizkosten und ein Einwegplastikverbot. Zahlreiche geplante Änderungen haben meine Kolleginnen und Kollegen für Sie in einem Artikel gesammelt.
  • In Kroatien hat es gestern und heute Erdbeben gegeben. Die Erdstöße waren auch in Nachbarländern zu spüren. Mindestens ein Mensch ist ums Leben gekommen.

Silvester zu Corona-Zeiten

Der Verkauf von Böllern und größerem Feuerwerk ist in diesem Jahr in ganz Deutschland verboten. Wunderkerzen und Knallerbsen dürfen Sie zünden, Tischfeuerwerk ebenso. Damit soll vermieden werden, dass Krankenhäuser wegen Feuerwerksverletzungen zusätzlich belastet werden. Es gelten die Kontaktbeschränkungen. Die nächtliche Ausgangsperre ist aufgehoben, in Thüringen allerdings nur bis 3 Uhr morgens. Weitere Infos finden Sie hier.

Was 2021 wichtig wird

Im kommenden Jahr wird in Sachsen-Anhalt ein neuer Landtag gewählt. Meine Kollegen Luca Deutschländer und Thomas Vorreyer werden in einem wöchentlichen Newsletter über die Entwicklungen berichten und sie einordnen. Anmelden können Sie sich über unsere Webseite. Der erste Newsletter erscheint am 11. Januar.

Bis dahin bin ich gespannt auf ein Silvester ohne großes Feuerwerk und ohne die großen Menschengruppen auf der Straße. Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Jahreswechsel und einen guten Start ins neue Jahr. Am 4. Januar schreibt Martin Paul Ihnen an dieser Stelle wieder. 

Bleiben Sie gesund!

Mit freundlichen Grüßen
Julia Heundorf

PS: Was mich und meine Kolleginnen und Kollegen in diesem Jahr bewegt hat, können Sie mit Klick auf das Bild nachlesen.

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Quelle: MDR/jh

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