Corona-Daten-Newsletter | Dienstag, 2. März 2021 Ein Jahr Corona in Mitteldeutschland

Julia Heundorf
Bildrechte: MDR/Kevin Poweska

Heute im multimedialen Corona-Daten-Update: Am 2. März 2020 gab es in Sachsen und in Thüringen erstmals bestätigte Corona-Fälle. Sachsen-Anhalt erreichte die Pandemie erst acht Tage später. Und: Sachsen und Bayern haben einen gemeinsamen 10-Punkte-Plan präsentiert. Sie fordern unter anderem Unterstützung im Kampf gegen die Pandemie in den Hotspots an der tschechischen Grenze.

Eine Frau legt medizinische Schutzkleidung an.
Ein Jahr lang müssen wir bereits mit dem Virus leben. Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk

Guten Abend liebe Abonnentinnen und Abonnenten,

am 2. März 2020, also vor genau einem Jahr, wurden erstmals Fälle von Coronavirus-Infektionen in Sachsen und in Thüringen bestätigt. In Sachsen hatte sich ein Mann aus dem Landkreis Sächsische-Schweiz-Osterzgebirge vermutlich in einem Reisebus in Südtirol angesteckt. In Thüringen war der erste Fall im Saale-Orla-Kreis bekannt geworden. Sachsen-Anhalt war das letzte corona-freie Bundesland gewesen – bis zum 10. März 2020. MDR-Reporterinnen und -Reporter in Sachsen-Anhalt hören sich derzeit bei Menschen, Einrichtungen und Unternehmen um, die zu Beginn der Pandemie ihre Erfahrungen geteilt haben und fragen: Was hat sich verändert in einem Jahr Leben mit Pandemie? 

Außerdem: Morgen steht erneut ein Bund-Länder-Treffen an, bei dem über den weiteren Umgang mit der Pandemie entschieden werden soll. Im Vorfeld des Treffens morgen gibt es aus verschiedenen Ecken Forderungen an die Politik. Viele hoffen auf die Erlaubnis, den Betrieb wieder aufnehmen zu können, etwa Einzelhändler oder Sportvereine – Evi Seibert hat im Radio heute morgen einige Forderungen zusammengestellt:

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Auf einen Blick: Die aktuellen Zahlen

Dem Robert Koch-Institut (RKI) wurden aus ganz Deutschland 3.943 neue Corona-Fälle übermittelt, davon die meisten aus Nordrhein-Westfalen (723), Niedersachen (470) und Bayern 443.

Es gibt weiterhin kein Land, in dem die 50er-Inzidenz-Marke unterschritten wird; Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz melden eine Inzidenz von genau 50. Deutschlandweit gab es in den vergangenen sieben Tagen 65 nachgewiesene Corona-Fälle pro 100.000 Einwohnern.

Die höchsten Inzidenzwerte gibt es erneut in den mitteldeutschen Ländern: Thüringen hat die höchste und einzige dreistellige Inzidenz (125), gefolgt von Sachsen-Anhalt (93) und Sachsen und Bremen (beide 81).

Hier nun die Zahlen aus unseren drei Bundesländern nach Angaben der Sozialministerien. (Die Werte weichen in der Regel von denen des RKI ab, da sie etwas aktueller sind.)

Sachsen

  • Aktive Fälle: 7.368 ↘ (-23 zum Vortag)
  • COVID-19-Intensivpatienten: 193 (+14), davon 97 beatmet (+2)
  • Intensivbetten: 1.141 belegt, 372 frei
  • Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19: 7.916 (+37)
  • Schätzung der genesenen Patienten: 180.450 (+550)
  • Gesamtzahl aller positiv Getesteten: 195.734 (+564)

Thüringen

  • Aktive Fälle: 5.529 ↘ (-110 zum Vortag)
  • COVID-19-Intensivpatienten: 140 (+2), davon 77 beatmet (-1)
  • Intensivbetten: 641 belegt, 72 frei
  • Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19: 2.954 (+18)
  • Schätzung der genesenen Patienten: 68.815 (+361)
  • Gesamtzahl aller positiv Getesteten: 77.298 (+269)

Sachsen-Anhalt

  • Aktive Fälle: 3.618 ↘ (-134 zum Vortag)
  • COVID-19-Intensivpatienten: 85 (-3), davon 45 beatmet (-2)
  • Intensivbetten: 721 belegt, 116 frei
  • Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19: 2.475 (+21)
  • Schätzung der genesenen Patienten: 55.184 (+326)
  • Gesamtzahl aller positiv Getesteten: 61.277 (+213)

Alle Grafiken und weiteren Zahlen finden Sie hier in den Übersichten der Kolleginnen und Kollegen.

Bayern und Sachsen arbeiten zusammen

Vor dem Treffen von Bund und Ländern haben die Länder wieder Forderungen und Vorstellungen formuliert. Sachsen und Bayern haben sich diesmal zusammengetan. In einer gemeinsamen Pressekonferenz haben die Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) und Michael Kretschmer (CDU) gemeinsame Forderungen gestellt. Dazu gehören unter anderem die folgenden:

  • Ein besonderes Vorgehen beim Impfen für die Regionen an tschechischen Grenze: In den Hotspots sollen nach Ansicht der beiden Länderchefs alle Erwachsenen geimpft werden können.
  • Eine überarbeitetes Impfkonzept sobald mehr Impfstoff zur Verfügung steht; Haus- und Betriebsärzte sollten impfen dürfen.
  • Gemeinsame Krankenhaus-Versorgung und gegenseitige Unterstützung bei Bedarf; auch für Covid-Patienten aus Tschechien.
  • Ein Projekt der Uniklinik Dresden zur Sequenzierung von Virusvarianten soll ausgeweitet und von bayrischen Kliniken unterstützt werden, um Mutationen zu erkennen. 
  • Es sollen weiterhin strenge Grenzkontrollen an der tschechischen Grenze geben und die Einreise nur mit negativem Coronatest möglich sein.

Auch für Pendlerinnen und Pendler wollen die Länder Änderungen, etwa eine Pendlerquarantäne in Hotspots, aber auch Unterstützung bei der Bereitstellung von Wohnungen für Pendlerinnen und Pendler.

Kretschmer sagte in der Pressekonferenz am Montag mit den derzeitigen Werkzeugen allein werde die Politik der Situation vermutlich nicht Herr. Er will vor allem im besonders betroffenen Vogtland ein Impfangebot an alle Erwachsenen machen können. Kretschmer und Söder fordern mehr Tempo bei Impfen und warnen vor übereilten Öffnungen.

Kretschmer und Söder: Kein Impfzwang, aber ....

"Es wird keinen Impfzwang geben", sagte Michael Kretschmer, als die Frage nach einer Impfpflicht bei der Pressekonferenz gestellt wurde. Jemand, der nicht geimpft ist, würde auch seine Grundrechte nicht verlieren. Dann sprach er die Kosten an, die die Pandemie verursacht hat, und es klang sehr nach einem "aber". Er sagte: "Wollen wir auch nur im Ansatz das Risiko eingehen, dass uns so etwas noch mal passiert?" Söder folgte mit den Worten: "Es ist doch ganz klar: Wenn sich jemand nicht impfen lassen will und jemand anders impft sich – warum soll der, der sich impfen lässt, dann die entsprechenden Nachteile in Kauf nehmen?"

Ein Jahr Corona: Bilanz einer Pflegerin

Martina Sperling ist Chefin eines Altenpflegedienstes. Mehr als ein halbes Jahr ist ihr Pflegeheim ohneInfektionsfälle durch die Pandemie gekommen. Erst im November ging es los, nach und nach. Vierzig Mitarbeitende und 73 Bewohnerinnen und Bewohner infizierten sich. Acht Menschen sind im Zusammenhang mit der Infektion gestorben. Martina Sperling hätte sich eine Glaskugel gewünscht, um sich vorbereiten zu können, auf dieses Jahr, auf das sie nach eigener Aussage hätte verzichten können. Die 63-Jährige geht 2021 nach 27 Jahren im Job in Rente und freut sich drauf.

Was außerdem los war

Zum Schluss

Chemnitz wird 2025 Kulturhuhn ... äh ... Kulturhauptstadt. Die Rebel Art Galerie stellt derzeit Kunst zum Thema Hühner für Hühner aus. Der Zutritt ist nur Hennen und Hähnen erlaubt, Menschen können sich die Ausstellung digital ansehen. Die Zulassung für Kaninchen in die "Stallerie" steht nach einer ersten Anfrage noch aus. Die Kunst ist käuflich. Bezahlt werden kann in Eiern oder Euro. Der Wechselkurs liegt aktuell bei einem Ei für einen Euro. Akzeptiert werden allerdings nur Eier aus kontrolliert biologischer Landwirtschaft. 

Ich empfehle Ihnen dieses Video von MDR KULTUR, bevor ich mich für heute verabschiede. 

Bleiben Sie gesund und genießen Sie die Kunst. 

Julia Heundorf

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR SACHSENSPIEGEL | 02. März 2021 | 19:00 Uhr

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