Corona-Daten-Newsletter | Dienstag, 24. November 2020 Zertifizierung von Masken – FFP2, KN95 und CE

Julia Heundorf
Bildrechte: MDR/Kevin Poweska

Heute im Newsletter: Hält die Maske, was die Verpackung nicht verspricht? Medizinische Masken werden zertifiziert und tragen in der Regel Kennzeichnungen der Qualitätssicherung, etwa das CE-Zeichen. Was es bedeutet, wenn die Kennzeichnung fehlt, erklärt Virologe Alexander Kekulé. Außerdem: der Unterschied zwischen FFP2- und KN95-Masken.

Liebe Leserinnen und Leser,

einem geschenkten Gaul … Sie kennen das Sprichwort. Was aber, wenn man doch hineinschaut und sich dann fragt, ob einem der Schenker oder die Schenkerin wirklich etwas Gutes getan hat. So ging es Frau H. aus Bremen. Sie ist über 65 Jahre alt und hat deshalb vom Bremer Senat Schutzmasken gegen Corona geschenkt bekommen. Frau H. fragte sich, warum auf der Verpackung "non medical" stand, obwohl versichert worden war, die Masken seien geprüft und sicher. Sie hatte als Vergleich Masken aus der Apotheke: Die waren mit einem CE-Zeichen zertifiziert. Mit der CE-Kennzeichnung erklären Hersteller, dass ihre Produkte gewissen EU-weiten Anforderungen entsprechen. Schützen die Masken ohne CE-Zeichen wirklich vor Corona? Die gleiche Frage wurde uns kürzlich auch über einen Social Media-Kanal zugeschickt: Maskenlieferung vom Land, aber ohne Zertifizierung – sind diese Masken sicher?

Prof. Alexander Kekulé hat die Frage von Frau H. in seinem Corona-Kompass-Podcast beantwortet. Die Antwort sowie weitere hilfreiche Infos zur Maskenzertifizierung möchte ich heute mit Ihnen teilen.

Aber zunächst blicken wir auf die aktuellen Zahlen.

Auf einen Blick: Die aktuellen Zahlen

Deutschlandweit wurden nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) seit gestern 13.554 Neuinfektionen gemeldet. Laut RKI gab es technische Probleme bei der Datenübermittlung aus Baden-Württemberg. Fehlende Fälle sollen nachgemeldet werden. Nordrhein-Westfalen verzeichnet mit Abstand die meisten neuen Fälle: 3.786. Bayern meldete 2.614 neue Infektionen, Niedersachsen 1.199. Die höchsten Inzidenzwerte melden erneut Berlin (197,8) und Sachsen (193,5), gefolgt von Bayern (178,0).

So viele Corona-Infizierte gibt es inzwischen in unseren drei Bundesländern:

Sachsen

  • Aktive Fälle: 16.864 ↘ (-1.690 zum Vortag)
  • Intensivpatienten: 329 (+5), davon 187 beatmet (-1)
  • Intensivbetten: 1.280 belegt, 361 frei
  • Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19: 728  (+24)
  • Schätzung der genesenen Patienten: 28.820 (+3.260)
  • Gesamtzahl aller positiv Getesteten: 46.280 (+1690)

Thüringen

  • Aktive Fälle: 4.785 ↗ (+121 zum Vortag)
  • Intensivpatienten: 72 (-1), davon 33 beatmet (+5)
  • Intensivbetten: 633 belegt, 215 frei
  • Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19: 326 (+8)
  • Schätzung der genesenen Patienten: 9.408 (+298)
  • Gesamtzahl aller positiv Getesteten: 14.519 (+427)

Sachsen-Anhalt

  • Aktive Fälle: 3.647 ↗ (+54 zum Vortag)
  • Intensivpatienten: 55 (+/-0), davon 27 beatmet (+2)
  • Intensivbetten: 717 belegt, 270 frei
  • Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19: 137 (+8)
  • Schätzung der genesenen Patienten: 6.802 (+192)
  • Gesamtzahl aller positiv Getesteten: 10.586 (+254)

Wo FFP2 (nicht) drauf steht, ist FFP2 drin

Im aktuellen Podcast "Kekulés Corona-Kompass" geht es auch um Rauchverbote wegen Corona und um die Frage: Warum dürfen Demos stattfinden, wenn sonst Kontaktverbote gelten? 

Wir betrachten aber im Folgenden die Güte von Masken: FFP2, KN95 und CE-Zeichen. Klingt nach einem Song der Fantastischen Vier, es geht aber darum, dass sich Menschen um ihre Gesundheit sorgen. 

Masken-Kennzeichnung: "non medical" versus CE

Wir kommen zurück auf Frau H. und ihre "non medical" Masken. Was sagt der Virologe aus Halle? Warum liefern Ämter nicht-zertifizierte Masken aus? Sind diese Masken sicher?

  • Antwort: Laut Prof. Alexander Kekulé handelt es sich um eine Frage des Geldes und der Qualitätsprüfung. Medizinische Masken seien teilweise herstellungsgleich mit Masken gegen Staub aus dem Baumarkt. Die Masken könnten vom gleichen Fließband kommen, aber unterschiedliche Qualitätssicherung durchlaufen. So kämen unterschiedliche Kennzeichnungen und unterschiedliche Preise zustande. Für die Prüfung der DIN-Norm fallen Kosten an, die wiederum auf den Endpreis aufgeschlagen werden. Die Masken aus dem Baumarkt seien wesentlich billiger, so Kekulé, obwohl: "Ich weiß nicht, ob sie noch billiger sind. Aber die waren vor der Pandemie wesentlich billiger." 

Eine andere Zuhörerin des Podcast wollte wissen: Sind FFP2- und KN95-Masken das gleiche? 

  • Antwort: Prof. Kekulé sagt: Ja. N95 ist das Gleiche wie FFP2 oder KN95. Die 95 (und auch die Bezeichnung als FFP2) bedeute, dass von einer bestimmten Partikelgröße 95 Prozent im Versuch abgehalten werden. Bei einer FFP3-Maske seien es 99 Prozent.
  • FFP2 sei die europäische Bezeichnung, N95 sei international.

Die gleiche Zuhörerin fragte außerdem: Wie lange darf man eine Maske tragen?

  • Antwort: Prof. Kekulé sagt, er persönlich trage FFP2-Masken 12 bis 24 Stunden. Wann genau die Maske gewechselt werden muss, müsse der Träger oder die Trägerin ermessen: Die Masken würden mit der Zeit immer dichter, weil Partikel im Gewebe hängen blieben. Dann würde das Atmen schwieriger. Ein Signal für einen Wechsel sei zum Beispiel, dass die Ausatemluft an der Wange rausgeht, nicht mehr durch die Maske. Einen normalen Mund-Nasen-Schutz, die "OP-Maske", könne man im Prinzip beliebig lange tragen. "Die wird keiner so schmutzig kriegen, dass man nicht mehr durchatmen kann", sagt Kekulé. Die Masken müssten auf jeden Fall gewechselt werden, wenn sie feucht sind, sonst aber nach einem Tag oder sogar zwei. Die OP-Masken könnten aber auch gewaschen werden. 

Spender gesucht: Blutkonserven in Sachsen-Anhalt werden knapp

Wegen der Pandemie mussten zahlreiche Blutspendetermine des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) abgesagt werden. Nun sind die Blutkonserven knapp, sagt Nico Feldmann vom DRK-Blutspende-Dienst. Um die Blutvorräte aufzufüllen, bietet das Deutsche Rote Kreuz nun vielerorts Sondertermine für Spenderinnen und Spender an.

Besser Lüften als Luftfilter nutzen

Frische Luft: Über das Lüften in Klassenräumen gibt es immer wieder Diskussionen, vor allem wegen der sinkenden Außentemperaturen. Eine Alternative wären Luftfilter. Das Umweltbundesamt in Dessau sagt nun aber: Fenster öffnen, ist die bessere Wahl! Auch Forscher aus Hessen bestätigen das. Untersuchungen haben demnach gezeigt: Beim Stoßlüften wird die Luft schneller und effektiver ausgetauscht als mithilfe von Luftfiltergeräten. Die Forschenden haben ermittelt, dass das Öffnen eines Fensters um das zehn- bis achtzigfache wirksamer ist als eine Maschine. Dabei seien wenige Minuten ausreichend. 

Was außerdem los war

Meine Kolleginnen und Kollegen von MDRfragt holen regelmäßig ein Meinungsbild aus Mitteldeutschland zu unterschiedlichen Themen ein. Derzeit fragen sie nach Ihrer Meinung zum Thema Vereinsamung. Die Befragung läuft noch bis 9 Uhr morgens am Mittwoch. 

Was morgen wichtig wird

Morgen entscheiden Bund und Länder, wie es im Dezember im Hinblick auf die Corona-Maßnahmen weitergeht und ob der "Lockdown light" fortgesetzt wird oder ob Restaurants und andere Unternehmen wieder öffnen dürfen. Einige Leitlinien haben die Länder bereits aufgestellt

Meine Kollegin Johanna Daher recherchiert morgen auf Anregung einer Newsletter-Leserin. Susan W. hat uns per E-Mail auf die neue Allgemeinverfügung des Burgenlandkreises im Süden von Sachsen-Anhalt aufmerksam gemacht. Sie schreibt:

"Ich war bisher mit den Maßnahmen mehr oder weniger einverstanden. […] Aber für die Nr. 8 der neuen Verordnung fehlt mir jegliches Verständnis. Ist dies noch mit dem Grundgesetz vereinbar? Ich hoffe weiterhin fit zu bleiben und nie unter die Regeln dieser VO fallen." 

Der entsprechende Absatz lautet:

Die Beobachtung wird angeordnet. Die unter Ziff. 1 bis 3 genannten Personen haben Untersuchungen und Entnahmen von Untersuchungsmaterial, insbesondere erforderliche äußerliche Untersuchungen, Abstriche von Haut und Schleimhäuten, Blutentnahmen und Röntgenuntersuchungen durch das Gesundheitsamt des Burgenlandkreises zu dulden bzw. das benannte Untersuchungsmaterial auf Verlangen bereitzustellen. Dem Gesundheitsamt des Burgenlandkreises ist zum Zwecke der Befragung oder der Untersuchung der Zutritt zur Wohnung zu gestatten und auf Verlangen über alle den Gesundheitszustand betreffenden Umstände Auskunft zu geben.

Aktuelle Allgemeinverfügung Burgenlandkreis

Schreiben Sie uns gern zum Thema. Gibt es in ihrem Landkreis oder Ihrer Stadt ähnliche Passagen in der Allgemeinverfügung? 

Damit verabschiede ich mich für heute. Bleiben Sie gesund. 
Mit freundlichen Grüßen
Julia Heundorf

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Quelle: MDR/jh

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