Corona-Daten-Newsletter | Dienstag, 26. Januar 2021 Gefährliche Mutation B.1.1.7? Lassen Sie sich nicht verunsichern

Martin Paul im Funkhaus von MDR SACHSEN-ANHALT
Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

Heute im Corona-Daten-Newsletter: Was gibt es Neues zu den Impfterminen? Sinken die Infektionszahlen immer noch? Und: Warum man bei Meldungen über die Gefährlichkeit der Virusvariante B.1.1.7 noch vorsichtig sein sollte.

Animation einer Corona Viruszelle
Bildrechte: imago images/Panthermedia | Grafik MDR

Guten Abend liebe Abonnentinnen und Abonnenten,

schön, dass Sie wieder dabei. Und vielen Dank für Ihre vielen Mails an uns – auch wenn ich es leider nicht schaffe, Sie alle zu beantworten. Bitte entschuldigen Sie das. Heute wollen wir folgende Themen besprechen:

  • Was gibt es Neues zu den Impfterminen?
  • Der Blick auf die aktuellen Zahlen
  • Was gibt es Neues bei der Virusvariante B.1.1.7?

Legen wir also los.

Ihnen gefällt der Newsletter? Empfehlen Sie ihn gern weiter. Wenn Sie in Zukunft den Newsletter bequem und regelmäßig in Ihrem Mailpostfach erhalten wollen, können Sie sich kostenlos hier dafür anmelden.

Für den Einstieg zum Thema Impftermine möchte ich Ihnen hier erst einmal die Online-Portale verlinken, auf denen Sie sich über die Impfterminvergabe informieren können:

Nachrichten

Impfung
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Impftermine und Lieferschwierigkeiten

Mich hat heute die Mail eines Newsletter-Abonnenten aus Halle erreicht. Er schildert darin, dass die hier im Newsletter gezeigten Vergleiche zwischen den Bundesländern zwar interessant seien, aber er lieber darüber informiert werden würde, wann sich Über-70-Jährige denn impfen lassen können: "Bei den Wahlen flattern uns auch die Stimmzettel in den Briefkasten. Warum geht dieser Weg des Anschreibens nicht auch mit den Impfterminen."

Was soll ich sagen, ich weiß es leider auch nicht genau. Angekündigt ist dieses Verfahren. Aber bisher ist noch nicht bekannt, wann die nächste Bevölkerungsgruppe, also die Über-70-Jährigen, geimpft werden können.

Ich kann Ihnen aber versprechen, dass wir, sobald wir weiteres wissen, hier darüber informieren. Hauptgrund für die Verzögerung scheint jedoch nicht die Entscheidung zu darüber zu sein, ob man per Brief Termine vorschlägt oder nicht, sondern die Lieferschwierigkeiten und Verzögerungen bei den Vakzinen.

Auf einen Blick: Die aktuellen Zahlen

Laut Robert Koch-Institut (RKI) am Dienstag, den 25. Januar 2021 deutschlandweit 6.412 neu positiv Getestete gemeldet worden (Stand 8:45 Uhr). Im Vergleich zum Dienstag vor einer Woche liegt die Zahl der gemeldeten Neuinfizierten um etwa 4.957 niedriger. Vor einer Woche hatten jedoch Nachmeldungen die Infektionszahlen ansteigen lassen.

Die meisten Neuinfektionen im Vergleich zum Vortag gab es heute in Nordrhein-Westfalen (+1.403). Bayern (+760) und Brandenburg (+621) folgen.

Die höchsten 7-Tage-Inzidenzen laut RKI verzeichnen Sachsen-Anhalt (196) und Thüringen (194). Brandenburg und Sachsen haben beide den Wert von 161. Die bundesweite Inzidenz liegt bei 108.

Im Folgenden nun die Zahlen aus unseren drei Bundesländern.

Sachsen

  • Aktive Fälle: 16.328 ↘ (-1.725 zum Vortag)
  • COVID-19-Intensivpatienten: 399 (-16), davon 222 (-17) beatmet
  • Intensivbetten: 1.158 belegt, 336 frei
  • Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19: 5.961 (+104)
  • Genesene Patienten: 153.900 (+2.400)
  • Gesamtzahl aller positiv Getesteten: 176.189 (+799)

Thüringen

  • Aktive Fälle: 9.449 ↘ (-464 zum Vortag)
  • COVID-19-Intensivpatienten: 170 (-9), davon 97 (-7) beatmet
  • Intensivbetten: 651 belegt, 102 frei
  • Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19: 2.081 (+57)
  • Schätzung der genesenen Patienten: 51.534 (+805)
  • Gesamtzahl aller positiv Getesteten: 63.064 (+398)

Sachsen-Anhalt

  • Aktive Fälle: 8.245 ↘ (-405 zum Vortag)
  • COVID-19-Intensivpatienten: 188 (+4), davon 113 beatmet (+5)
  • Intensivbetten: 750 belegt, 89 frei
  • Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19: 1.581 (+61)
  • Schätzung der genesenen Patienten: 39.733 (+884)
  • Gesamtzahl aller positiv Getesteten: 49.559 (+540)

Ist die Virusvariante B.1.1.7 gefährlicher?

Am Wochenende haben Sie vielleicht gehört, dass Boris Johnson, Premierminister von Großbritannien, gesagt hat, dass diese Virusmutation tödlicher als die derzeitige ist. Besonders besorgniserregend waren Meldungen, dass die Virusvariante 30 bis 50 Prozent tödlicher sei. Aber was heißt das konkret?

Die Kollegen von MDR Brisant haben sich das angeschaut und Experten um ihre Einschätzung gebeten. Hier geht es zu dem Video-Beitrag:

Auch das Science Media Center befragt zu Studien und Forschungsergebnissen regelmäßig Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, um die Forschungen einschätzen zu lassen. Wenn man deren Zusammenfassung folgt, ergibt sich Folgendes:

  • Die Hinweise, dass die Variante B.1.1.7 tödlicher sein könnte als frühere Varianten, beziehen sich auf vorläufige Ergebnisse einer Untersuchung mehrerer Studien zur Sterblichkeitsrate.

  • Die Experten kommen darin zum Schluss, dass es wahrscheinlich sei, dass die Sterblichkeit (Sterblichkeitsrate, die CFR oder case fatality ratio) durch die Variante erhöht ist.

  • Aber, die Zahlen sind noch vorläufig und unsicher. Die Datenbasis noch zu gering.

Und was heißt jetzt dieses 30 bis 50 Prozent tödlicher? Beispielhaft vorgerechnet (Achtung, das sind nicht die konkreten Zahlen): Wenn man annehme, dass bisher 10 von 1.000 gemeldeten Infizierten sterben, würden es bei der neuen Mutation 13 bis 16 von 1.000 sein, so die Wissenschaftler.

Nachrichten

Ein Porträt-Foto von Virologe Alexander Kekulé. 70 min
Bildrechte: MDR/dpa

MDR AKTUELL Di 26.01.2021 15:45Uhr 70:13 min

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Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Audio

Ich hoffe, dass beruhigt Sie etwas und hilft, diese doch sonst eher beunruhigende Meldung einzuordnen.

Auch im Podcast des Virologen Alexander Kekulé wird die Frage um die britische Virus-Mutation aufgegriffen. Auch im Podcast: Weniger Neuinfektionen, immer mehr Geimpfte – gibt es bald Lockerungen im Februar? Und: Kann das Virus in meinem Körper mutieren und meinen Partner erneut anstecken?

Wenn Sie mögen, hören Sie rein.

Was heute außerdem los war

Zum Schluss

Das war es heute schon wieder von mir. Morgen lesen Sie hier meine Kollegin Olga Patlan. Danke für Ihr Interesse und bleiben Sie uns gewogen.

Ihr Martin Paul

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