Corona-Daten-Newsletter | Freitag, 22. Januar 2021 Fragen und Antworten zur neuen Maskenpflicht

Julia Heundorf
Bildrechte: MDR/Kevin Poweska

Heute im Newsletter: Ab Anfang nächster Woche gelten verschärfte Corona-Regeln. Medizinische Masken werden zur Pflicht in Geschäften und Bus und Bahnen. Außerdem: Eine Corona-Infektion führt oft zur Sepsis. Was genau im Körper passiert und worauf Patientinnen und Patienten achten sollten.

FFP2 Masken Mundschutz Gesichtsmasken
FFP2-MAske oder OP-Maske: Ab kommender Woche muss es eine von beiden beim Supermarkt-Besuch sein. (Symbolbild) Bildrechte: imago images/Laci Perenyi

Liebe Abonnentinnen und Abonnenten,

das Robert Koch-Institut (RKI) hat heute in einer Pressekonferenz die aktuelle Lage bewertet und spricht von einem "leicht positiven Trend". In den meisten Ländern würden die Inzidenz-Zahlen zurückgehen. Die gleiche Bilanz hatte auch Manuel Mohr gestern in seinem Daten-Update für unsere drei Länder gezogen, aber mit dem Hinweis darauf, dass die Zahl der Sterbefälle leider nicht gesunken ist.

Und wir sehen ja hier im Newsletter auch: Wir konnten für die Zahlen der aktiven Fälle öfter mal wieder die grüne Farbe und den Pfeil nach unten nutzen.

Trotzdem sind die Zahlen noch viel zu hoch und so geht es nächste Woche los mit den neuen Maßnahmen. Wir gucken heute noch mal genauer auf die Neuerungen bei der Maskenpflicht, die ab kommender Woche gelten – aber zuerst auf die aktuellen Zahlen.

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Auf einen Blick: Die aktuellen Zahlen

Dem RKI sind deutschlandweit 17.862 neue bestätigte Corona-Infektionen an einem Tag gemeldet worden, die meisten in Nordrhein-Westfalen (3.430), Bayern (2.677) und Baden-Württemberg (1.914).

Die höchste 7-Tage-Inzidenz verzeichnet weiterhin Thüringen (218), gefolgt von Brandenburg (194) und Sachsen-Anhalt (185). Den niedrigsten Inzidenzwert meldet aktuell Bremen (81), gefolgt von Hamburg (82) und Niedersachsen (89).

Das sind die aktuellen Zahlen in unseren drei Bundesländern im Detail:

Sachsen

  • Aktive Fälle: 19.787 ↘ (-1.202 zum Vortag)
  • COVID-19-Intensivpatienten: 433 (-13), davon 251 beatmet (-6)
  • Intensivbetten: 1.175 belegt, 324 frei
  • Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19: 5.712  (+154)
  • Schätzung der genesenen Patienten: 147.900 (+2.400)
  • Gesamtzahl aller positiv Getesteten: 173.399 (+1.352)

Thüringen

  • Aktive Fälle: 10.992 (-194) ↘  (-194 zum Vortag)
  • COVID-19-Intensivpatienten: 173 (+4), davon 103 beatmet (+2)
  • Intensivbetten: 641 belegt, 107 frei
  • Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19: 1.929 (+62)
  • Schätzung der genesenen Patienten: 48.406 (+966)
  • Gesamtzahl aller positiv Getesteten: 61.327 (+834)

Sachsen-Anhalt

  • Aktive Fälle: 9.102 ↗ (+85 zum Vortag)
  • COVID-19-Intensivpatienten: 190 (-1), davon 119 beatmet (+2)
  • Intensivbetten: 758 belegt, 81 frei
  • Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19: 1.421 (+47)
  • Schätzung der genesenen Patienten: 37.136 (+900)
  • Gesamtzahl aller positiv Getesteten: 47.659 (+1.030)

Was ändert sich bei der Maskenpflicht?

  • Ab Anfang kommender Woche werden medizinische Masken in bestimmten Situationen Pflicht, nämlich beim Einkaufen und in Bus und Bahn.
  • Neue Verordnungen auf Grundlage der jüngsten Bund-Länder-Beschlüsse gelten in Sachsen-Anhalt ab Montag, in Thüringen und Sachsen voraussichtlich ab Dienstag.
  • Die Verordnung für Sachsen-Anhalt ist bereits einsehbar und wird mir einige Beispiele liefern, wie das Land die Beschlüsse und Bund und Ländern umsetzt.

Welche Masken sind zugelassen?

  • Sie kennen die hellblauen Masken – sie wurden auch schon vor der Pandemie beim Arzt oder Zahnarzt genutzt, haben Falten und in der Regel einen kleinen Draht auf einer Seite im Saum. Die Masken sollten mehrere Lagen haben. Diese sogenannten "OP"-Masken sind zulässig.
  • FFP2-Masken, die auch N95- oder KN95-Masken heißen knnen sind ebenfalls zulässig. 
  • In der Verordnung für Sachsen-Anhalt ist die medizinische Maske wie folgt definiert: "Ein medizinischer Mund-Nasen-Schutz im Sinne dieser Verordnung ist eine mehrlagige Einwegmaske (z. B. eine medizinische Gesichtsmaske nach der europäischen Norm EN 14683:2019-10 oder ein vergleichbares Produkt; handelsüblich als OP-Maske, Einwegmaske oder Einwegschutzmaske bezeichnet) oder eine partikelfiltrierende Halbmaske (z. B. FFP2- oder FFP3-Maske)." 

Wo muss ich die Maske tragen?

  • Medizinische Masken werden Pflicht in Geschäften sowie in Bus und Bahn. Alltagsmasken, zum Beispiel selbstgenähte, sind beim Einkauf und bei der gemeinsamen Bahn- oder Busfahrt nicht mehr zulässig.
  • "Angeraten" ist das Tragen von medizinischen Masken laut Bund-Länder-Beschluss auch da, wo engerer oder längerer Kontakt unvermeidbar ist, vor allem in geschlossenen Räumen. 

Wer muss die Maske tragen?

  • Prinzipiell müssen alle die Maske tragen. Die jeweilige Landesverordnung kann aber Ausnahmen festlegen.
  • In Sachsen-Anhalt sind Kinder unter sechs Jahren ausgenommen. Auch gehörlose und schwerhörige Menschen sowie ihre Begleitperson und gegebenenfalls auch eine weitere Person, die mit ihnen kommuniziert, sind von der Pflicht ausgenommen.
  • Außerdem müssen Menschen die medizinische Maske nicht tragen, wenn es ihnen wegen einer Behinderung, Schwangerschaft oder aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich oder zumutbar ist. Für diese letzte Ausnahme gilt, dass die Betroffenen gegebenenfalls glaubhaft machen müssen, dass es tatsächlich nicht möglich oder zumutbar ist.

Woher bekomme ich die Masken?

  • In Apotheken können Sie unterschiedliche medizinische Masken kaufen. Auch in der Drogerie sind sowohl die mehrlagigen "OP"-Masken als auch FFP2-Masken erhältlich – zumindest in vielen Filialen.
  • Teilweise können Sie Einwegmasken auch im Supermarkt kaufen. Kaufland etwa teilte MDR SACHSEN-ANHALT mit, dass ab nächster Woche FFP-2-Masken ins Sortiment genommen würden. Das Unternehmen warnte aber direkt, dass die Nachfrage hoch sei.
  • Generell gilt: Solange der Vorrat reicht. 

Wer bezahlt die Masken?

  • Die Politik schreibt es vor, die Politik zahlt? Nein. Die Masken muss jeder selbst bezahlen.
  • Die Grünen im Bundestag haben sich dafür ausgesprochen, den Preis von FFP2-Masken staatlich zu deckeln. Sie schlagen einen Höchstpreis von zwei Euro pro Stück vor. Auch der Deutsche Hausärzteverband hat einen Festpreis gefordert. Der Handel lehnt ein staatliches Eingreifen jedoch ab.
  • Einige Städte und Gemeinden verteilen medizinsiche Masken kostenfrei an Bedürftige, Jena und Weimar zum Beispiel.
  • Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) kündigte am Freitag kostenlose oder kostengünstige medizinische Masken für Bedürftige an, auch Regierungssprecher Steffen Seibert stellte Masken in Aussicht. 

Noch mehr Infos über FFP2-Masken – zum Beispiel zum Waschen und zur Tragedauer finden Sie bei MDR WISSEN. Im Artikel wird auch erklärt: Bärte führen dazu, dass FFP2-Masken ihre Schutzfunktion nicht erfüllen. Auch Narben im Gesicht, nämlich dort, wo die Maske aufliegen sollte, können die Funktion der FFP2-Maske beeinträchtigen. 

Mein Kollege Max Fürstenberg hat die Unterschiede bei den Masken in einer Bildergalerie zusammengefasst.

#MDRklärt Das sind die Unterschiede zwischen Alltags-, OP- und FFP-Masken

Alltagsmaske, OP- oder FFP-Masken: Mund-Nase-Bedeckung ist nicht in allem gleich. #MDRklärt zeigt, was die Maskentypen voneinander unterscheidet.

Das sind die Unterschiede zwischen Alltags-, OP- und FFP-Masken
Bildrechte: MDR/#MDRklärt,pixabay
Das sind die Unterschiede zwischen Alltags-, OP- und FFP-Masken
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Alltagsmasken: Schutzfunktion laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte: Designabhängig; Schutz vor Tröpfchen beim Einatmen, Geschwindigkeit des Atemstroms und Tröpfchen-Auswurf können reduziert werden Die Alltagsmasken dagegen haben keine normativ definierten Filtereigenschaften und unterliegen keiner Gesetzgebung. Sie sind in der Regel aus handelsüblichen Stoffen gefertigt.
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OP-Masken:  Schutz vor Tröpfchen, geringer Schutz vor Aerosolen Anders als Alltagsmasken bestehen sie immer aus mehrlagigen Kunststoffen mit bestimmten Eigenschaften und beinhalten ein spezielles Filtervlies (Meltblown Vlies) eingebettet zwischen zwei Schichten anderen Materials. Meltblown Vlies hat keine Löcher.
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FFP2 und 3-Masken:  Schutz vor Tröpfchen und Aerosolen FFP-Masken sind, wie OP-Masken, immer aus besonderen, filternden Vliesen hergestellt. Bei diesen Masken sind die Filtereigenschaften anhand der klaren Vorgaben von Normen geprüft und nachgewiesen. Filterleistung FFP 1 = filtern mindestens 80 %, FFP 2 = mind. 94%; FFP 3 = mind. 99% (bezogen auf das verwendete Testaerosol)
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Texttafel: "Mehr Erklärgrafiken und -videos auf Instagram @mdrklaert"
Quelle: mf Bildrechte: MDR/Max Schörm
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Viele Covid-Patienten sterben an Sepsis

Was hat eine Blutvergiftung mit Corona zu tun? Wenn man krank wird und sich Keime im Körper sammeln, geht der Organismus dagegen vor. Bei zu vielen Keimen kann es passieren, dass das Immunsystem überreagiert. Der Körper produziert dann so viele Antikörper, dass sie die eigenen Organe angreifen. Das komme häufig auch vor, wenn der Körper gegen Corona kämpft, sagt der Vorsitzende der Deutschen Sepsis-Stiftung Konrad Reinhardt. Viele Intensivpatientinnen und -patienten und Gestorbene seien von einer Sepsis betroffen gewesen, ausgelöst durch das Coronavirus.

Reinhardt sagte dem Deutschen Redaktionsnetzwerk, es bedürfe besserer Früherkennung – auch durch medizinisches Personal – und eine angepasste Behandlung. Symptome für eine Sepsis seien extremes Krankheitsgefühl, Fieber, hoher Puls, Verwirrtheit oder Schüttelfrost.

Was außerdem los war

  • Grusel-Faktor: In Sachsen ist erstmals eine Nosferatu-Spinne gefunden worden. Die Spinne ist nicht in der Region heimisch, gilt also als invasive Art. Gefährlich für Menschen ist sie nicht.
  • Ein neuer Gesetzesentwurf sieht vor, dass für Personalausweise in Zukunft ein digitales Passbild und zwei Fingerabdrücke für einen neuen Ausweis notwendig werden. 
  • Eine Abteilungsleiterin aus Niedersachsen hat am Arbeitsgericht in Erfurt Recht bekommen: Sie hatte weniger Geld als ihre männlichen Kollegen bekommen. Das ist laut Gericht nicht zulässig. Mit dem Urteil werden die Rechte von Arbeitnehmerinnen gestärkt. 

Falls Sie regelmäßig Sport im Freien machen, lesen Sie mal bei MDR JUMP rein. Die Kolleginnen und Kollegen haben ein paar Tipps zum Sport im Winter.

Wann werde ich geimpft?

Sie wollen wissen, wann Sie voraussichtlich mit dem Impfen dran sind? Mit dem Impfrechner können Sie das ausrechnen lassen. Die Webseite fragt ab, zu welcher Prioritätengruppe für die Impfung Sie gehören, zum Beispiel in dem sie Ihr Alter und Ihren Beruf abfragt. Dann berechnet sie, wann Sie mit der ersten Impfung rechnen können. Aber Obacht, es handelt sich nicht um eine offizielle Webseite. Eine Garantie, dass Sie wirklich im angegebenen Zeitraum geimpft werden können, gibt es nicht – nur eine Idee, wann es passieren könnte.

Ich wünsche Ihnen ein angenehmes Wochenende und uns allen schönes Wetter, um etwas frische Luft genießen zu können. Am Montag schreibt Ihnen wieder Martin Paul. 

Bleiben Sie gesund.
Julia Heundorf

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Quelle: MDR/jh

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 22. Januar 2021 | 19:00 Uhr

4 Kommentare

Nordharzer vor 21 Wochen

So ganz verwunderlich ist das nicht. Wenn man bedenkt, daß noch zig Millionen Masken, vor allem FFP2, in irgendwelchen Lagern schlummern, weil der Bund im März bestellt, aber nicht abgenommen und erst recht keine Rechnungen bezahlt hat. Es geht hier um Bestellungen im Wert von über 6 Mrd. Euro.

Nordharzer vor 21 Wochen

Ich habe mir im Sommer Masken mit der Livinguard-Technologie gekauft und die sind lt. Zulassung als medizinische Masken Typ I klassifiziert, also zulässig. Nun bin ich gespannt, wie der Security-Mitarbeiter auf die Maske und das Zertifikat reagiert, weil ja alles durch die Berichterstattung auf die weißen FFP2-Masken und die blauen OP-Masken fixiert ist und keine Ausnahmen erwähnt werden.

DermbacherIn vor 21 Wochen

Seit zehn Monaten beschwört die Politik den drohenden Gesundheitskollaps, sah aber tatenlos zu, wie die Versorgungslandschaft in nur einem Jahr um 20 Kliniken ärmer wurde. Was für Normalsterbliche ein Widerspruch ist, verkaufen Lobbyisten wie die Bertelsmann-Stiftung als Notwendigkeit und Fortschritt. Von Profitmaximierung reden sie lieber nicht umso mehr von Effizienz, Spezialisierung und Zentralisierung. Der Gesundheitsminister hört ihnen dabei gerne zu, genauso wie Karl Lauterbach, dem halb so viele Hospitäler wie bisher genügen würden. Damit es so kommt, schnürt die Bundesregierung „Rettungspakete“ für die großen Fische, lässt die kleinen auf dem Trockenen sitzen und fördert weiter eifrig den Bettenabbau.
Es sind auch solche Realitäten, die mich als Bürger'in immer unzufriedener werden und kritischer auf das Handeln unserer Volksvertreter blicken lässt.

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